: Angela Bernhardt
: Mex Ploro
: Tulipan Verlag
: 9783641329235
: 1
: CHF 8.90
:
: Kinderbücher bis 11 Jahre
: German
: 100
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Mex, zwölf Jahre alt und die größte Frostbeule des Universums, kennt nur ein Ziel: Polarforscher werden. Als sein Onkel Ignus Feuerwehrmann auf der antarktischen Forschungsstation Tutum wird, wittert Mex die Chance seines Lebens. Und Tatsache: Er darf ihn für ein paar Wochen begleiten - als Nachwuchsforscher, das ist ja wohl klar! Doch Stationschefin Clarissa hat andere Pläne. Mex soll sich mit ihren beiden Kindern anfreunden. Waaas? Statt mit den Forschern auf Bohrexpedition zu gehen, soll er Öko-Zoe und Panik-Aron bespaßen? Lieber organisiert er seine eigene Expedition! Offiziell zu einem jungen Pinguin an der Wetterstation, in Wahrheit Richtung Bohrcamp. Der Bully-Ausflug mit Aron, Zoe und Onkel Ignus wird gefährlicher als Mex ahnt, doch überraschend gewinnt er dabei neue Freunde. Ob dadurch auch sein großer Forschertraum endlich wahr wird?• Locker-lustiges Freundschaftsabenteuer ab 9• Der große Traum vom Forschersein• Auf den Spuren von Amundsen, Scott und Shackleton• Mit kleinem Lexikon zu Fachbegriffen wie Whiteout, Sastrugi, Orca und vielem mehr

Angela Bernhardt lernte an der Uni so einiges über Theater und Publizistik und später als Filmdramaturgin noch viel mehr übers Geschichtenerzählen. Sie lebt in Berlin, schreibt Audiodeskriptionen und vor allem Kinderbücher.

Sie brauchen mich!

Ich ließ mein Skidoo mit Höchstgeschwindigkeit über die scharfe Kante sliden und warf einen kurzen Blick über die Schulter. Lonny verfolgte mich mit seinem Sportwagen, kam mir immer näher ... gleich würde er mich einholen. Metall schrammte auf Stein und ließ mein Trommelfell erzittern. Mein Puls gab Vollgas. Ich nahm mein Herz in beide Hände und hob mit einem gewagten Sprung ab.

Lonny grinste. »In echt funktioniert das nicht.«

»Wirst schon sehen! Irgendwann fahre ich so ein Ding und probiere es aus.«

Wir ließen unsere Spielzeug-Mobile auf der Tischtennisplatte unserer Reihenhaussiedlung landen und setzten uns wie so oft mit gekreuzten Beinen dazu. Der letzte Schultag vor den Sommerferien war geschafft. Sechs lange Wochen lagen vor uns und wir hatten keinen Plan.

Immerhin gab es eine Neuigkeit von Weltrang, die ich unbedingt loswerden musste.

»Stell dir vor«, platzte es aus mir raus, »in den letzten Bohrkernen vom Wostoksee haben sie diesmal wirklich Mikroben gefunden. Das heißt, es gibt . Meter unter dem antarktischen Eisschild Leben. Eine wissenschaftliche Sensa…«

»Mex, du übertreibst es echt mit deinem Polartick!« Mein bester Freund Lonny pfiff durch die Nase.

»Aber überleg doch mal«, beharrte ich, »vielleicht gibts da unten noch komplett unbekannte Arten. Tintenfische mit drei Köpfen, Robben in allen Regenbogenfarben, Seesterne so groß wie ein Fußballfeld oder …« Meine Südpolvisionen gingen in einem krassen Schluckauf unter. Vor unserem Reihenhaus bremste mit quietschenden Reifen ein feuerroter Kleinbus.

Lonny schüttelte seine Dreadlocks und bohrte seine dunklen Augen in meine blassblauen. »Brennts bei euch?«

»Noch nicht«, quetschte ich zwischen zwei Hicksern raus, aber die Frage war mehr als berechtigt. Der Bus gehörte meinem Onkel Ignus, und wo er auftauchte, brannte es praktisch immer. Es war nur eine Frage der Zeit. Wer Onkel Ignus ist? Tja, wie soll ich ihn beschreiben? Am besten, man stellt sich einen Ball vor. Keinen prallen, nigelnagelneuen Fußball. Mehr so ’ne alte Gurke von Ball, die schon ordentlich Luft gelassen hat. Daran hängen locker verteilt vier Schläuche. Und oben auf dem Ball ist eine Art Hydrant befestigt. Nicht so lang und dünn wie ein echter Hydrant, aber genauso knallrot. Das ist mein Onkel Ignus, Feuerwehrmann aus der City.

Als er über Ostern bei uns zu Besuch war, hat Mam beim Kochen die Bratpfanne mit der Wäscheschüssel verwechselt. Wenn ihr heiß geliebter Bruder auftaucht, ist sie meist ein bisschen neben der Spur. Ich denke, jeder kann sich vorstellen, wie geschmortes Plastik stinkt. Yep! Und zu Weihnachten haben meine Eltern, Tatsache, echte Kerzen auf den Baum gesteckt, weil ja angeblich nichts passieren kann, wenn ein Feuerwehrmann in der Nähe ist. Dann ist mein Onkel über sein Geschenk gestolpert. Und da hatten wir den Salat! Oder die angekokelte Nordmanntanne.

Damit da kein Missverständnis aufkommt: Ich mag Onkel Ignus. Er ist der einzige Erwachsene in meinem Leben, der nicht dara