: Sophie Oliver
: Grandhotel Schwarzenberg - Alle drei Romane in einem eBook Die Bad-Reichenhall-Saga
: Verlagsgruppe Lübbe GmbH& Co. KG
: 9783751775335
: 1
: CHF 18.00
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German

Du liebst Familienromane? Geschichten von Liebe und Vertrauen, aber auch von Verrat und Missgunst? Dramatische Lebensgeschichten voller schicksalshafter Wendungen? Dann ist dieses 3in1-eBook-Sammelband rund um die Ereignisse des Grandhotel Schwarzenberg in Bad Reichenhall genau das passende Buch für dich.

Alle drei Bände der bewegenden Familiensaga vor der wunderbaren Kulisse der Alpen in einem Band.

BAND 1: DER WEG DES SCHICKSALS

Bad Reichenhall, 1905. In dem exklusiven Kurort in den bayerischen Alpen verliebt sich die junge Anna Gmeiner in den Salzsieder Michael. Beide wünschen sich ein besseres Leben. Michael beschließt, sein Glück in der Ferne zu suchen und Anna nachzuholen. Doch dann geschieht ein schreckliches Verbrechen und Anna ist gezwungen, einen anderen Mann zu heiraten. Zwischen Salzbaronen, Hoteliers und reichen Kurgästen aus aller Welt muss sie sich ihren Platz im mondänen Bad Reichenhall erkämpfen.

BAND 2: RÜCKKEHR NACH BAD REICHENHALL

Bad Reichenhall, 1911. Michael Schwarzenberg kehrt als reicher Mann nach Bad Reichenhall zurück. Mit Entsetzen muss er feststellen, dass seine große Liebe Anna inzwischen verheiratet und Mutter ist. Doch er spürt, dass auch sie ihn immer noch liebt und beschließt, um sie zu kämpfen. Anna steht vor einer schwierigen Entscheidung: Geht sie zu Michael zurück, könnte sie ihren Sohn Karl verlieren. Aber ist sie bereit, eine Lüge zu leben, obwohl sie die Liebe ihres Lebens täglich sieht? Der Kampf der Anna Gmeiner geht also weiter: um den Mann, den sie wirklich liebt, um ihren Sohn und um ihre Zukunft - denn schon bald droht ein Krieg auszubrechen

BAND 3: DER BEGINN EINER NEUEN ZEIT

Bad Reichenhall, 1928. Die goldenen Zwanziger halten Einzug in dem mondänen Kurort und die Schwarzenbergs gehören mittlerweile zu den angesehensten Hoteliers-Familien der Stadt. Karl verwirklicht seinen Traum und eröffnet ein eigenes kleines Berghotel. Und auch ein weiterer Traum geht in Erfüllung: Er findet endlich seine große Liebe. Doch die Wahl seiner Verlobten stellt Anna auf eine harte Probe. Ist Karl blind vor Liebe? Und nicht nur innerhalb der Familie gibt es Probleme: Der Krieg wirft seine Schatten voraus. Die Nationalsozialisten bestimmen mehr und mehr das öffentliche Leben. Werden die Schwarzenbergs diese schicksalhafte Zeit überstehen?

eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.



<p>Geboren und aufgewachsen in Bayern, verließ Sophie Oliver nach dem Abitur ihre Heimat, um zu studieren und die Welt zu erkunden. Mittlerweile ist sie zu ihren Wurzeln zurückgekehrt und lebt mit Familie und Hund auf dem Land. Sophie liebt die bunte Vielfalt, Schräges genauso wie Schönes sowie »all things British«. Ihre Lebensneugierde drückt sie in ihren Romanen und Kurzgeschichten aus, wobei sie sich darüber freut, in verschiedenen Genres schreiben zu dürfen.<br /></p>

1


Der viel zu rasche Beginn des Frühlings brachte nicht nur den Kreislauf mancher Bürger des Königlich Bayerischen Staatsbads Reichenhall durcheinander, sondern auch die Natur. Alles befand sich im Umbruch. Warme Winde ließen den Schnee flugs dahinschmelzen, sogar an den Schattenhängen der Berge, wo er sich sonst oft bis nach Ostern hielt. Palmkätzchen übertupften die Weidenbäume mit ihren flauschigen Knospen und lockten Bienen und Hummeln mit der Verheißung von frischer Nahrung an. Ein weiß-blauer Bilderbuchhimmel spannte sich über Wiesen und Felder, für den Johann Gmeiner in diesem Moment kein Auge hatte.

»Anna!«, rief er vom Ufer der Saalach in Richtung des kleinen Hauses, in dem er mit Tochter und Sohn lebte. »Sie kommen! Beeil dich, das Wasser fließt schnell heute, sonst sind sie durch!«

Drinnen rannte Anna Gmeiner die Treppe zu ihrer Kammer hinauf und knöpfte dabei ihr Kleid auf. Hastig schob sie es von den Schultern, ließ es zu Boden fallen und griff nach Hose und Hemd. Ein knöchellanger Rock aus Wollstoff würde sie im Fluss hinunterziehen wie Blei. Für das, was sie vorhatte, war es besser, Männerkleidung zu tragen. Barfuß und so schnell sie konnte lief sie über die Wiese zum Ufer und watete hinein ins eisige Wasser. Bei den ersten Schritten hatte sie das Gefühl, ihr Herz würde bersten. Die Kälte zwickte auf ihrer Haut wie tausend Nadelstiche. Lange würde sie das nicht aushalten. Ihr Vater warf ihr eine Holzstange mit einem Eisenhaken zu, und gemeinsam gingen sie in Stellung. Anna sah die ersten Stämme an der Flussbiegung auftauchen. Allesamt maßen sie etwas weniger als einen Meter, mit scharf angespitzten Enden. Sie wartete, bis einer davon in ihre Reichweite kam, wich seiner Spitze im unruhig dahinfließenden Wasser aus, schlug geübt den Haken ins Holz und stemmte sich mit aller Kraft gegen die Strömung. Unter ihren Füßen rutschte der Kies, für einen Moment drohte sie den Halt zu verlieren, aber dann behauptete sie sich und zog mühsam ihre Last ans Ufer, das letzte Stück half ihr Vater. Der erste der Stämme war geborgen. Sofort wateten sie erneut hüfttief ins Wasser und fischten weitere Hölzer aus der Saalach, bis Johann Gmeiner schließlich verkündete: »Das reicht, Anna. Mehr nehmen wir nicht.«

Dankbar nickte sie ihm zu, denn mittlerweile spürte sie ihre Beine kaum noch.

»Du bist ja völlig durchgefroren, Kind«, sagte ihr Vater und strich ihr liebevoll übers Haar. »Deine Lippen sind schon dunkelblau. Geh hinein und setz dich an den Ofen, damit du nicht krank wirst. Ich komme gleich nach.«

Anna warf einen letzten Blick auf die zahlreichen Baumstämme, die wie eine Herde brauner Krokodile den Fluss hinuntertrieben, weiter bis nach Bad Reichenhall, wo die Männer der Saline schon darauf warteten. Im Winter hatten Holzknechte die Stämme in den Wäldern des benachbarten Salzburger Landes geschlagen, und gefährlich wie Krokodile waren sie nun auch zu bergen. Mit ihren scharfen Spitzen und der Wucht, mit der sie heranschossen, konnten sie einen Menschen leicht umreißen und verletzen.

Die Gmeiners hatten es einmal mehr geschafft, sich Brennholz zu sichern. Laut Gesetz stand ihnen das zu. Mit dem Klausschein durften die Anrainer der Saalach sich Holz für den Eigenbedarf abfischen – dieser Schwund war den Salinenbehörden durchaus bekannt und fiel nicht weiter ins Gewicht. Vielmehr kam es den Betreibern der Saline darauf an, dass die Trifter und Holzknechte ihre Arbeit gut verrichteten und beim Einsetzen der Schneeschmelze die Stämme über Klausbäche und Flüsse in Richtung Reichenhall trieben. Die dortigen Sudhäuser, in denen das Salz gewonnen wurde, verschlangen Unmengen Holz, waren gefräßige, nimmersatte Ungeheuer.

»Hier, Vater, ich hab uns einen Tee gekocht, und die Suppe steht schon auf dem Feuer«, sagte Anna, als Johann endlich in die Stube trat. Auch seine Lippen hatten wegen der Kälte eine ungesund dunkle Farbe angenommen, und die nassen Hosen klebten ihm an den Beinen. Anna hatte sich bereits umgezogen und hielt ihrem Vater ein Handtuch hin. Nachdem er sich ebenfalls trockene Kleidung angezogen hatte, setzte er sich auf die hölzerne Bank vor den Kachelofen und rieb sich die Hände. »Ich muss wieder Gefühl in die Finger bekommen, auch wenn ich nicht glaube, dass ich das Holz heut noch weiterverarbeiten kann. Das Eiswasser plagt mich von Jahr zu Jahr ärger.«

Anna reichte ihm eine Tasse mit dampfendem Tee. »Jetzt wärmst du dich erst mal auf«, bestimmte sie. »Danach helfe ich dir.«

»Was würde ich nur ohne dich machen, Anna?«, seufzte Johann Gmeiner und sah seine Tochter dankbar an. Für ihre siebzehn Jahre war sie groß und kräftig gebaut, was ihr beim Holzfischen zugutekam. Ihr dunkelblondes Haar, das, wenn die Sonne darauf fiel, wie Wal