: Corinna Weber
: Das Rätsel von Föhr Kommissar Hansen und die Frauen
: Books on Demand
: 9783759772718
: Das Rätsel von
: 1
: CHF 8.80
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 240
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Eigentlich war es ja eher ruhig in und um das beschauliche Inselstädtchen Wyk auf Föhr. Das man einen Toten mit geöffnetem Brustkorb am Südstrand findet geschah von daher äußerst selten. Genaugenommen eigentlich noch nie. Kommissar Hansen und sein Team stehen nun vor der schwierigen Aufgabe, herauszufinden wer der Mann war, was er hier auf der Insel wollte, wer ein Motiv hatte, ihn zu töten und wer ihn schlussendlich auf so bestialische Art und Weise ermordet hat. Mit zunächst ungewollter Unterstützung vom Festland, viel Geduld und hin und wieder ein Stück Friesentorte gelingt es Knut Hansen am Ende ein gut gehütetes Geheimnis zu lüften und eine schreckliche Wahrheit ans Licht zu bringen. Man fühlt sich beim Lesen auf die Insel, die kleinen Gässchen und den Strand versetzt, kann den Tee und die Friesentorte schmecken und spürt den frischen Nordseewind in den Haaren!

Ich bin eine 48jährige verheiratete Frau und Mutter von drei wundervollen Töchtern. Und seit 24 Jahren mit ein und demselben Mann verheiratet. Wir wohnen in einem schönen Eigenheim in Wald-Michelbach an der Bergstraße. Unsere große Tochter wird im Mai 24 Jahre alt, unsere mittlere auch im Mai 12 Jahre. Sie ist ein Extremfrühchen und von Geburt an körperlich schwerstbehindert. Ich pflege sie und bin in Folge dessen Zuhause. Unsere jüngste Tochter Ronja wurde im September 2019 elf Tage vor ihrem zweiten Geburtstag von einem Auto überfahren. Ich bin also eine liebende und trauernde Mutter gleichermaßen. An manchen Tagen reißt mir die Trauer den Boden unter den Füßen weg, an anderen Tagen kann ich einigermaßen gut damit umgehen. Ich selbst habe seit Dezember 2002 Multiple Sklerose, bin aber körperlich, trotz einiger massiver Schübe, noch ziemlich fit. Ich bin zwar weder sportlich noch wirklich ausdauernd, erledige aber noch konsequent alle Arbeiten in Haus und Garten, sowie es meine tagesaktuelle körperliche (und vor allem emotionale) Verfassung zulässt. Meine großen Hobbys sind das Backen, kochen und singen (ich habe zwei Jahre lang Gesang studiert und sogar schon ein eigenes Lied geschrieben und veröffentlicht. Löwenbaby, auf YouTube zu finden.) Außerdem werkele ich gerne im Garten und dekoriere für mein Leben gern. Wobei ich mich da eher für die maritime Richtung, im speziellen Anker, entschieden habe. Und Blumen... Blumen funktionieren immer. Ich bin ein sehr extrovertierter (und größtenteils sehr charmanter) Mensch und gehe meist offen auf die Menschen zu. Man sagt mir eine gute Portion Sarkasmus und Ironie nach, ich liebe guten Humor und feinsinnige, intelligente Menschen. Außerdem bin ich der Optimismus in Person, meine beste Freundin bezeichnet mich gerne als Proton (positiv geladenes Teilchen). Für mich zählt das Motto Das Leben geht IMMER irgendwie weiter und Aufgeben ist KEINE Option. Im wahren Leben bin ich examinierte Krankenschwester, kann aber aufgrund unserer behinderten Tochter (und mittlerweile auch wegen meiner körperlichen Verfassung) nicht mehr in diesem Beruf arbeiten.

Kapitel 1 - Antonia und Paul


Paul sah rüber zu Antonia, die gerade das Frühstücksgeschirr in die. Spülmaschine räumte. „Möchtest du wirklich nicht mitkommen mein Schatz?“

Lächelnd beobachtete er, wie ihre Hand immer wieder, fast wie unbewusst über ihren sich schon ganz leicht rundenden Bauch strich. Sie wussten erst seit Kurzem, dass sie in ungefähr sechs Monaten zum allerersten Mal Eltern werden würden. Und beide waren einfach nur überglücklich. Sie waren seit vier Jahren ein Paar und verliebt wie am ersten Tag. Vor drei Wochen waren sie vom beschaulichen Steindorf in Schwaben ins quirlige Berlin gezogen. Paul hatte als IT-Berater einen sehr gut bezahlten Job in einer großen Firma in Charlottenburg angeboten bekommen und Antonia gebeten, mit ihm nach Berlin zu gehen. Sie wollten in Berlin völlig neu durchstarten. Antonia hatte eine Stelle als Rechtsreferendarin in einer renommierten Kanzlei in Berlin Mitte gefunden. Dort würde sie bis zu ihrem Mutterschutz arbeiten können. Pauls Firma hatte den beiden angeboten, in eines der firmeneigenen Häuser in Charlottenburg zu ziehen. Zurzeit wohnten sie allerdings noch übergangsweise in Friedrichshain, einem lebhaften Stadtteil von Berlin. Antonia fühlte sich dort ziemlich wohl, die Menschen waren offen, herzlich, mit der fast schon berühmt-berüchtigten Berliner Schnauze. Mit Charlottenburg konnte sie sich gedanklich noch nicht so ganz anfreunden, sie war sich nicht ganz sicher, ob es die geeignete Umgebung sein würde, um ein Kind großzuziehen. Paul trat hinter sie und umfasste sie mit seinen Armen.

„Ich werde das Haus genauestens unter die Lupe nehmen, immerhin wird dort unsere kleine Prinzessin aufwachsen.“ Antonia musste lachen.

„Vielleicht wird’s ja auch ein kleiner Prinz, das wissen wir ja beide schließlich noch nicht. Ich bin mal sehr gespannt, was du nachher erzählst. Und ich erwarte natürlich, dass du mir ganz viele Bilder machst.“

Sie drehte sich zu ihm um und schlang die Arme um seinen Hals. „Ich werde später mal einen kleinen Ausflug in die umliegenden Geschäfte machen und gucken, mit was ich uns kulinarisch die nächsten Tage über die Runden bringen werde.“

Dann drückte sie ihm einen Kuss auf die Lippen und schloss den Geschirrspüler. Noch kannten sie sich beide hier in Berlin nicht wirklich gut aus, waren sich aber sicher, dass die Hauptstadt ein neues Zuhause für sie werden könnte. Sie waren noch verhältnismäßig jung und flexibel genug, um sich auf dieses Abenteuer fast unvoreingenommen einzulassen. Antonia war 28 Jahre, Paul 29 Jahre alt. Sie hatten sich in Stuttgart auf einem Konzert kennen gelernt und festgestellt, dass sie gerade einmal 20 Kilometer voneinander entfernt wohnten. Es war die sprichwörtliche Liebe auf den ersten Blick. Antonia hatte sofort Schmetterlinge im Bauch beim Anblick des großen, dunkelhaarigen Mannes, dessen Augen sie so unglaublich sanft ansahen und dessen Stimme ihr eine Gänsehaut verursachte. Beide hatten vom ersten Moment an das Gefühl, in dem jeweils anderen seinen Seelenpartner gefunden zu haben. Sie hatten die gleichen Interessen, mo