KapitelI
Der Pendelverkehr webt sein Netz
Als durch den Pendelverkehr zunächst langsam und schwerfällig ein Netz von Ufer zu Ufer gewebt worden war, wusste niemand, dass es von der großen Hand des Schicksals gehalten und geführt wurde. Das Schicksal allein verstand die Bedeutung des Netzes, das es webte, seine ganze Macht und seine Stellung in der Weltgeschichte. Die Menschen hielten wenig von dem Netz und dem Weben, das da stattfand, und benannten beides mit anderen, weniger bedeutsamen Namen; noch waren sie sich nicht bewusst, welche Stärke der Faden hatte, der über den schäumenden, wogenden, bald grauen, bald blauen Ozean geworfen wurde.
Das Schicksal und das Leben planten das Weben, und es schien allein den Zeitumständen geschuldet, dass der Pendelverkehr sich zwischen zwei Welten hin und her bewegte, die von einer Kluft getrennt wurden, die breiter und tiefer war als Tausende von Kilometern salzig tosender See: die Kluft eines bitteren Streits, der von Hass und dem Blutvergießen zweier Brüdervölker vertieft worden war. Zwischen den beiden Welten im Osten und im Westen gab es kein Bedürfnis, sich anzunähern. Beide blieben für sich. Diejenigen, die gegen das rebelliert hatten, was ihr Innerstes Tyrannei nannte, die verzweifelt gekämpft und Blut vergossen hatten, um sich zu befreien, wandten ihren unbesiegten Feinden strikt den Rücken zu, brachen mit allen Fesseln, die sie an die Vergangenheit ketteten, verwarfen das Band des gemeinsamen Namens, ihrer Verwandtschaft und ihres Ranges und begannen mit Todesverachtung ein neues Leben.
Diejenigen, gegen die man rebelliert hatte, fanden die Revolutionäre zu leidenschaftlich in ihrer Entschlossenheit und zu unerbittlich in der Verteidigung ihrer Festungen, so dass sie einfach nicht zu besiegen waren. Naserümpfend segelten sie davon, zurück in ihre Welt, die doch so sehr die größere Macht zu sein schien. Sie stürzten sich in neue Schlachten, sie fügten neue Eroberungen und neuen Glanz zu den alten hinzu und schauten mit so etwas wie Verachtung auf den halbwilden Westen, den sie zurückgelassen hatten, damit er seine eigene Zivilisation aufbaute, und das ohne andere Hilfe als die Stärke seiner eigenen Hände und seiner kraftvollen unkultivierten Köpfe.
Aber während die beiden Welten sich fern voneinander hielten, webte der Pendelverkehr langsam durch die große Hand des Schicksals eine Verbindung, zog sie zueinander hin und hielt sie fest, ohne dass sie es merkten, und was zunächst wie Spinnfäden dünn gewesen war, formte bald ein Netz, dessen Stärke sie nicht hätten berechnen können und das sich schwerlich ohne Tragödien und schlimme Katastrophen hätte durchtrennen lassen.
Die Webarbeit war erst in ihren Anfängen und wuchs noch langsam, als unsere Geschichte begann. Dampfschiffe überquerten den Atlantik hin und her in beide Richtungen, aber sie machten ihre Reisen gemächlich, wenn auch mit heftigem Schlingern und all den Unbequemlichkeiten, die kleine Schiffe sich nun einmal leisten. Ihre Suiten und Decks waren noch nicht besetzt mit Leuten, für die die Reise ein Ereignis von vielen war – vielleicht sogar eines, das sie jedes Jahr erlebten. »Eine Überfahrt« war in jenen Tagen noch eine bedeutende Begebenheit, sie wurde akribisch geplant, lange vorher durchdacht, man sprach ausführlich darüber – und das nicht nur einmal – mit den verschiedenen Mitgliedern der Familie, zu der der Reisende gehörte. Man nahm an, dass einem Individuum, das New York, Philadelphia, Boston und dergleichen Städten den Rücken zuwandte und seinen Blick gen »Europa« richtete, eine gewisse Kühnheit anha