: Maren Vivien Haase
: Songs for the Broken Roman - Die neue New-Adult-Reihe der SPIEGEL-Bestsellerautorin
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641318260
: Rise-and-Fall-Duett
: 1
: CHF 8.90
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: German
: 416
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Manchmal kann ein einziger Song dein Leben zerstören …

Presley Wren ist eine der erfolgreichsten Pop-Sängerinnen, die Amerika zu bieten hat. Bis ein Shitstorm ihrer skandalträchtigen Karriere ein Ende setzt und sich das Label von ihr trennt. Presley ist gewillt, alles für ein großes Comeback zu tun – sie ist sogar bereit, sich auf eine Publicity-Beziehung mit dem gefeierten Football-Star Kane Crawford einzulassen, wie es ihr neuer Produzent von ihr verlangt. Doch der Musik-Mogul stellt noch weitaus härtere Bedingungen. Und Presley muss sich bald fragen, ob sie wirklich bereit ist, den hohen Preis für Ruhm zu bezahlen …

Mit Playlist im Buch!

Große Gefühle treffen auf dunkle Geheimnisse – für alle Fans der Tropes Good Guy x Bad Girl, He-Falls-First und Opposites Attract!

Maren Vivien Haase wurde 1992 in Freiburg im Breisgau geboren und absolvierte dort ihr Germanistikstudium. Schon als Kind stand für sie fest, dass sie all die Geschichten zu Papier bringen muss, die ihr im Kopf herumspuken. Sport wie auch das Hip-Hop-Tanzen gehören genauso zu ihr wie stundenlange Serien- und Filme-Abende. Ihre New-Adult-Romane eroberten auf Anhieb die Spitzenplätze der SPIEGEL-Bestsellerliste – die »Belladaire Academy of Athletes«-Trilogie sogar Rang 1 – und begeisterten zahlreiche Leser*innen. Auf Instagram und TikTok nimmt die Autorin ihre Follower*innen täglich mit hinter die Kulissen ihres Schreiballtags.

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Presley

Mein kurzes blausilbernes Paillettenkleid funkelte mit dem Glitzer-Make-up und dem Schmuck in meinem rosa Haar um die Wette, doch innerlich waren jeglicher Funke und das einstige Feuer schon lange erloschen. Noch vor einem Jahr hatte mich ein Auftritt wie der heutige vor einem Publikum von über 60 000 Menschen im Stadion und etlichen Hunderttausenden vor den Fernsehbildschirmen beflügelt. Mein Herz hatte schneller geschlagen. Meine Knie hatten gezittert, und das Adrenalin hatte meinen Körper in Beschlag genommen. Doch hier und jetzt fühlte ich nichts. Nichts außer einer endlosen Leere, von der ich glaubte, sie nie wieder mit etwas füllen zu können, selbst wenn ich es mir mehr wünschte als alles andere in meinem Leben.

Ich vermisste es.

Ich vermisstemich.

»Immer schön lächeln«, riss mich meine Assistentin Raquel aus meinen Gedanken und stieß mir leicht ihren Ellenbogen in die Seite. Ihre karamellfarbenen Wellen umrahmten lose ihre feinen Gesichtszüge.

»Noch sind wir nicht auf der Bühne«, murmelte ich, während wir durch die Katakomben des SoFi Stadium marschierten. Meine silbernen High Heels drückten, das Kleid saß zu eng und quetschte mir die Brüste bis unters Kinn. Am liebsten hätte ich es mir vom Körper gerissen, mich in meine Jogginghose und ein Shirt geschwungen und wäre in meinem Bett abgetaucht, wie ich es die letzten Monate getan hatte. Doch dieser Auftritt, das war mir bewusst, war viel zu wichtig, um ihn abzublasen. Ich musste mich jetzt zusammenreißen.

Meine Absätze klackerten über den glatten Boden des langen Flurs, als ich an Mitarbeitenden des Stadions vorbeilief, die sich hinter den Kulissen um alles kümmerten. Gehetzt steuerte eine junge Frau mit Headset durch den Gang und eine der Türen, die seitlich abgingen, während wir weiter den Spielertunnel ansteuerten, durch den eben schon die Jungs des Footballteams der Los Angeles Thunderstorms aufs Feld gesprintet waren.

»Achtung, Kameras.« Raquel warf mir einen mahnenden Blick zu, woraufhin ich mein breitestes Lächeln aufsetzte. »Sehr gut, Presley. Zeig ihnen, dass du zurück bist.« Ihre rehbraunen Augen strahlten.

Das hier sollte mein erster Auftritt nach langer Zeit sein. Ein Jahr lang hatte man mich musikalisch nicht mehr zu Gesicht bekommen. Ich hatte nur hinter den Mauern meines Eispalasts, in meiner Villa in den Hills, gesungen, nachdem jeden Tag neue Negativschlagzeilen über mich verbreitet worden waren, die teilweise stimmten, teilweise aber auch erstunken und erlogen waren, nur um meinen Namen aufs Neue in den Dreck zu ziehen.

Presley Wren kokst mit Frontmann der Cosmic Outlaws und landet nach Überdosis im Krankenhaus! – falsch. James hatte die Überdosis, nicht ich.

Pop-Prinzessin am Boden: Presley Wren wurde von den Vibrant Vortex Studios fallen gelassen – okay, das stimmte. Irgendwie.

Presley Wren eskaliert im Nachtclub und wird in Handschellen abgeführt – jap, das auch.

Sex-Tape geleakt: Presley Wren lässt Hüllen fallen – das war glatt gelogen. Obwohl es mich nicht gewundert hätte, wenn einer der Kerle tatsächlich etwas von uns aufgezeichnet hätte.

Diva Wren verprügelt Fotografen mit Mikrofonständer – und das stimmte definitiv nicht. Verfickte Presse.

Was jedoch niemand wusste, war, wie es in mir drin aussah. Dass nicht nur meine Karriere, sondern auch mein Innerstes in etliche Scherben zersprungen war. Es war nicht von heute auf morgen geschehen, sondern über Jahre hinweg. Immer wieder hatte diese Branche mit ihren Erwartungen und Bemerkungen, ihren Vorwürfen und unangebrachten Handlungen auf meine Fassade der Perfektion eingehämmert, bis sie kleine Risse bekomm