1. Kapitel
Wie ich das, was ich erfahren habe, lösen soll, weiß ich noch nicht. Es darf nicht weitergegeben werden. Alles in meinem Leben hängt davon ab, dass die Personen, die es wissen, schweigen werden. Alles, was ich mir aufgebaut habe, ist gefährdet. Sie müssen beseitigt werden.
Dass es nur wenige sind, weiß ich jetzt. Vor allem ist zu überlegen, wen ich zuerst beseitigen muss. Es gibt keine andere Lösung, als die Wissenden zum Schweigen zu bringen.
Wahrscheinlich ist ihnen gar nicht klar, was für Konsequenzen die Weitergabe der Mitteilung für mich hat. Sie werden gar nicht verstehen, warum sie nicht darüber sprechen dürfen.
Ich muss genau planen. Bei der Durchführung darf nicht der Hauch eines Verdachts auf mich fallen.
Ich muss alles allein machen und Komplikationen im Voraus bedenken.
Es wird nicht einfach sein, und mir selbst graut es vor dem, was ich tun muss.
Staatsanwältin Anne Hofer setzt sich mit einer Tasse Kaffee auf ihre sonnige Terrasse. Ihre Katze hat es sich auf ihrem Schoß bequem gemacht und schnurrt genüsslich.
Das Telefon klingelt, Anne hebt ab. »Guten Morgen, Frau Schneider. Ja, ich habe an diesem Wochenende frei. Warum soll ich zu einem Leichenfund kommen? Sie können Hauptkommissar Born anrufen. So, er ist schon da, und hat Sie gebeten, mich anzurufen? Es ist jemand, den ich kenne, sagt er? Gut