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Als wir am Montag im nachmittäglichen Sonnenschein ins Dorf spazierten, wimmelte es in der Hecke am Wegesrand von Vögeln in allen nur erdenklichen Formen und Farben. Sie ignorierten geringschätzig die getigerte Katze, die hoffnungsvoll vor uns den Weg entlangschlich. Sie zuckte mit dem Schwanz, während die kleineren Vögel über ihr herumschwirrten, und kauerte sich einmal in eine tiefe Lauerstellung, als eine Amsel lässig auf dem Weg landete, um irgendetwas unter der Hecke aufzupicken.
Schließlich setzte die Katze zum Sprung an, und ich hätte schwören können, dass die Amsel mit den Augen rollte, bevor sie träge davonflatterte. Ich stellte mir gern vor, dass es sich dabei um denselben Vogel handelte, der uns kurz zuvor in unserem Garten besucht hatte. Er kannte uns und wusste, dass wir seine schlechte Meinung über diesen unfähigen Räuber teilen würden. Die Katze war unterdessen ihrer Wege gegangen, als ob sie ohnehin nie daran interessiert gewesen wäre, irgendeinen Vogel zu fangen.
»Ist das die Katze des Doktors?«, fragte Lady Hardcastle, als wir sie durch eine Lücke in der Hecke springen sahen.
»Sieht so aus«, erwiderte ich. »Sie hat jedenfalls auch ein Schmetterlingsmuster auf den Schultern.«
»Ich habe das immer als Unendlichkeitssymbol gesehen.«
»Ach ja? Tatsächlich?«
»Du bist einfach eine Poetin.«
»Das ist meine walisische Seite. Wussten Sie, dass Schmetterling auf Walisischglöyn byw heißt? Wörtlich bedeutet das lebendige Glut. Wie könnte ich mit dieser Sprache aufgewachsen und keine Poetin sein?«
Wir überquerten die Straße zum Dorfanger. Ein paar junge Männer, die von einer Schar gaffender Kinder beobachtet wurden, bauten mit Eifer die Bühne wieder ab, die erst gestern eilig neben dem Kricketpavillon für die Dorfschau aufgebaut worden war.
Obwohl die Lunchzeit längst vorbei war, saßen an den Tischen vor demDog and Duck noch immer viele der Knechte, die es an den wenigen verbleibenden Tagen, bevor es dann richtig mit der Ernte losging, gemächlich angehen ließen. Denn dann würde es für sie keine Freizeit mehr geben.
Meine Freundin Daisy, die unermüdliche Kellnerin des Pubs, winkte uns fröhlich zu.
»Guten Tag, Flo. Guten Tag, Lady Hardcastle. Ich habe leider keine Zeit – hier draußen ist die Hölle los. Kommt ihr heute Abend?«
»Vielleicht«, erwiderte ich. »Wahrscheinlich ziehen wir ein ruhiges Dinner zu Hause vor, aber mal sehen.«
»Dann vielleicht bis später.«
Mit einem Tablett voll leerer Gläser eilte sie zum Tresen zurück.
Wir gingen weiter zu der kleinen Ladenzeile und durch die offene Tür in den Krämerladen, in dem Mrs. Pantry, die Ladenbesitzerin, auf einem Schemel hinter der Theke saß und an einer Tasse Tee nippte. Als sie unsere Schritte auf dem Dielenboden hörte, blickte sie auf. Trotz der drückenden Hitze hatte sie sich wie immer ihren schweren Wollschal umgelegt und ihr Haar fest mit einem dicken Baumwolltuch zusammengebunden.
»Guten Tag, Mrs. Pantry«, begrüßte Lady Hardcastle sie fröhlich. »Wie geht es Ihnen denn an diesem schönen Tag?«
»Mir ist heiß«, antwortete die Krämerin.
»Es ist schon ziemlich warm, nicht wahr? Hat das irgendwelche Auswirkungen auf Ihre Waren?«
Mrs. Pantry war eine griesgrämige Frau, deren abschätzige Meinung über die Oberklasse jedes Mal in Konflikt mit ihrem Wunsch geriet, ihren Kunden mögl