: Sara Strömberg
: Im Unterholz Kriminalroman - Der Platz-1-Bestseller aus Schweden – preisgekrönt, tiefgründig und hochspannend
: Blanvalet Verlag
: 9783641312657
: Ein Fall für Vera Bergström
: 1
: CHF 11.70
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 432
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
In den Wäldern des Nordens gibt es Bären, Wölfe – und einen Mörder! Der Platz-1-Bestseller aus Schweden!

Als in den endlosen Wäldern Schwedens die Elchjagd beginnt, sucht die ehemalige Journalistin Vera Bergström den Schauplatz eines Mordes auf: Unter einem Hochsitz wurde die Leiche einer Frau aufgefunden, die grausam ihr Leben verlor. Während die Polizei auf der Stelle tritt, soll Vera ihrem früheren Zeitungschef die Hintergrundstory zur Tat zu liefern. Doch die Geschichte, die Vera zuerst noch widerwillig aufdeckt, ist weit dunkler als erwartet – und die Vergangenheit des Opfers enger mit Veras Mitmenschen verwoben als ihnen allen lieb ist.

Ein tiefgründiger Krimi mit einer ungewöhnlichen Protagonistin! Verpassen Sie nicht den Auftakt der Bestsellerreihe – von der schwedischen Krimiakademie als »bestes Debüt« sowie »bester Kriminalroman« ausgezeichnet!

Die Schwedin Sara Strömberg avancierte in ihrem Heimatland zum Bestseller-Phänomen. Ihr erster Roman ›Im Unterholz‹ erschien 2021 und wurde von der Schwedischen Krimiakademie zum besten Debüt des Jahres gekürt. 2022 folgte der zweite Band der Serie über die Journalistin Vera Bergström, der von der Schwedischen Krimiakademie als bester Kriminalroman des Jahres ausgezeichnet wurde. Seitdem feiert die Serie überwältigende Erfolge bei Leser*innen und Kritiker*innen; zahlreiche weitere Nominierungen folgten, unter anderem für den Glasnyckeln 2023 – den wichtigsten skandinavischen Krimipreis. Strömbergs Romane wurden alle zu Platz-1-Bestsellern in Schweden; sie werden in zahlreiche Sprachen übersetzt und von den Produzenten der »Millenium«-Reihe verfilmt.

In Åre hielt ich, um zu tanken. Mountainbiker rasten den Åreskutan herunter. Ich drehte mich weg, wollte sie nicht sehen. Nicht mehr lange, dann würden dort andere vorbeikeuchen, Skifahrer mit Pelz über den Ohren. Aber auch die wollte ich nicht sehen, diese wippenden Ärsche, die tagsüber tiefe Rillen in das Fjäll kerbten und nachts eigene Pisten zwischen den teuren Lokalen zogen.

Vor fünfundzwanzig Jahren hatte man hier zumindest noch den Sommer und Herbst für sich gehabt. Sobald alle – Touristen und Saisonkräfte – gegen Ende April abgereist waren, hatte es sich angefühlt, als hätte ein Sturm sich gelegt. Verwundert angesichts der unverhofften Ruhe, waren wir von Storlien nach Åre gefahren, hatten uns ins düstere Torvtaket gesetzt – das einzige Restaurant, das dann noch geöffnet war – und hatten Pizza bestellt. Die Pizza hatte nie so gut geschmeckt wie in diesem Moment. Inzwischen hielt der Trubel das ganze Jahr über an, rund um die Uhr, und fürs Durchatmen blieb keine Zeit mehr. Natürlich kam das der Wirtschaft zugute, zumindest redeten sich das alle ein, sobald auch nur der geringste Zweifel aufkam – oder wenn Zlatan hier oben vorbeischaute. Allerdings hielt mittlerweile der Boden nicht mehr stand: Kaum dass es regnete, traten sämtliche Flüsse und Bäche über die Ufer. Sümpfe und Fjällwälder, die früher das Wasser absorbiert hatten, waren zugunsten von Bauland geopfert worden. Die Fische wanderten nicht mehr ihre angestammten Flüsse hinauf und trauerten, genau wie wir Alteingesessenen auch.

Ich betrat die Tankstelle und kaufte mir eine Cola und ein Snickers, obwohl ich genau wusste, dass ich es bleiben lassen sollte. Als ich gerade wieder ins Auto gestiegen war, klingelte mein Handy auf dem Beifahrersitz.

»Na, Bergström, wie läuft’s als Wallraff des schwedischen Schulsystems?«

Die laute Stimme von Nils Strömqvist, genannt »Strömmen« oder auch »Schande«.

»Ganz okay. Inzwischen schreibe ich nur noch für Leute, die nichts lesen wollen, und lese Texte von Leuten, die nicht schreiben wollen.«

»Ach du Schande, ist es wirklich so schlimm?«

Er ächzte laut und sank unter Garantie tiefer in seinen riesigen Bürostuhl. Ich konnte regelrecht vor mir sehen, wie er den Stift in seiner rechten Hand kreisen ließ. Wie er die Füße auf den Tisch gelegt hatte – samt seinen schwarzen Holzschuhen. In denselben Holzschuhen war er mal von einem Bären verfolgt worden, davon schwadronierte er in der Kaffeeküche bis heute. Chefredakteure wie er waren mittlerweile eine vom Aussterben bedrohte Art. Jemand, der von einem Verlangen nach Rache angetrieben war, die sich auf alles und jeden im Leben richten konnte. Das Schlimmste, was er sich vorstellen konnte, waren Leute in Führungspositionen, die ihre Privilegien nutzten, um sich über die Wahrheit zu erheben. Denen solle man Reißnägel auf ihre Chefsessel legen, sagte er immer. Sein Blick – sein professioneller Blick – kam immer leicht von der Seite und war gleichermaßen skeptisch und energisch, ganz gleich, wie müde er als Mensch gerade war.

»Ja, es ist wirklich so schlimm.«

»Ach, Schande. Da kannst du doch nicht bleiben!«

»Tja, du hast die Redaktion in Järpen doch selbst dichtgemacht.«

»Wenn’s so gewesen wäre, hätte sich das schon tags darauf für mich gerächt. Das weißt du.«

»Ja, ja, ich weiß.«

Als junger, aufstrebender Chefredakteur hatte Strömmen mich unter seine Fittiche genommen. Wir hatten irgendwann beide zum Inventar derJämtlandsposten gehört, bis ich schließlich in der Tonne gelandet war. Wir lagen neun Jahre auseinander. Im kommenden Jahr würde Strömmen in Re