: Ruth Kvarnström-Jones
: Stockholm - Die fabelhaften Frauen des Grand Hôtel Roman
: Blanvalet
: 9783641314682
: Die Stockholm-Saga
: 1
: CHF 8.90
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 576
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Stockholms imposantestes Hotel und eine Gruppe mutiger Frauen, die es in eine neue, glanzvolle Ära führen ...
+++Jetzt zum Einführungspreis sichern! (Befristete Preisaktion des Verlages)+++

1902: An der Uferpromenade gegenüber des Königlichen Schlosses steht das prunkvolle Grand Hôtel, das in finanzielle Nöte geraten ist. Hilfe erhofft sich der Vorstand von der angesehenen Hotelbesitzerin Wilhelmina Skogh. Als erste Frau in der Geschichte des Hauses soll sie die Geschäftsleitung übernehmen. Wilhelmina schart ein Team aus jungen Mitarbeiterinnen um sich, die fest entschlossen sind, den Stürmen einer männerdominierten Welt zu trotzen. Und dabei eins nie aufgeben: den Traum von einer leuchtenden Zukunft ...

'Ein mitreißender historischer Wohlfühlroman über Stockholm um die Jahrhundertwende!'B nnier Book Clubs

Ruth Kvarnström-Jones ist im Vereinigten Königreich geboren und aufgewachsen, lebt aber seit vierzig Jahren in Stockholm. Die Stadt und ihre berühmten Gebäude faszinieren sie bereits seit ihrer Jugend. Viele Jahre später, nachdem sie als eine von nur fünfzehn Student*innen für den renommierten Schreibkurs von Curtis Brown Creative ausgewählt wurde, war die Zeit reif für eine Romanreihe. Nach 'Stockholm - Die fabelhaften Frauen des Grand Hôtel' ist 'Stockholm - Freundinnen im Kaufhaus der Träume' ihr zweiter Roman bei Blanvalet.

Kapitel 2


Januar 1902

Wilhelmina Skogh schmiegte sich in die Armbeuge ihres schlafenden Mannes. Draußen vor dem Schlafzimmerfenster des Hauses Styrmansgatan 1 war der frühe Morgen noch dunkel und der Januarwind heulte. Die Wintersonne ging erst in drei Stunden auf, wenn sie schon längst auf der langen Rückreise nach Storvik sein würde. Doch im Moment hatte sie die Zeit und einen seltenen Moment der Ruhe, um ungestört nachzudenken.

Wilhelmina zog die Bettdecke höher ans Kinn. Sosehr sie das Gefühl von Seide auf der Haut und das Gleiten von Satin über ihre Strümpfe liebte, würde tröstend weiche Wolle wohl für immer ihre wahre Liebe bleiben. Ein kleines Stück Zuhause: Fårö, eine von Schafen bevölkerte Insel vor dem nördlichen Gotland. In den letzten vierzig Jahren hatte sie es weit gebracht. Die Lehrerstochter von einem winzigen Fleckchen Erde in der Ostsee hatte es bis nach Stockholm geschafft. Von dort aus war es weitergegangen nach Gävle, dann nach Storvik, nach Rättvik, nach Bollnäs … die Landschaften glitten vor ihrem geistigen Auge vorbei. Und nun sollte es wieder Stockholm sein? Das Grand Hôtel?

Das Grand Hôtel, das beste Haus in ganz Nordeuropa und ein Juwel in der Krone Stockholms. Das konnte sie aus persönlicher Erfahrung bestätigen, denn schließlich hatte sie nach der Eröffnung 1874 selbst ein Jahr dort gearbeitet. Wilhelmina lächelte in die Dunkelheit hinein. Régis Cadier hatte sich nicht lumpen lassen. Die Pracht spiegelte sich in jeder polierten Marmorfläche und in jedem Parkettboden, hing kristallen von sämtlichen Stuckdecken und lag, zu appetitlicher Perfektion arrangiert, auf jedem Teller aus zartem Knochenporzellan. Selbst die beiden ausgestopften Bären, die die Gäste mit ausgestreckten Tatzen begrüßten, entsprachen zwar zugegebenermaßen nicht jedermanns Geschmack, hatten aber eindeutig eine spektakuläre Note. Alles hier strotzte nur so von Wohlstand und Pracht und die Bedienung ließ nichts zu wünschen übrig. Jedenfalls damals. Wilhelmina runzelte die Stirn. Das Personal war für Stockholmer Verhältnisse gut bezahlt worden. Weshalb also legten sich die Leute nicht mehr ins Zeug, um ihre Stellung zu behalten?

»Mina?« Per Skoghs Stimme riss sie aus ihren Gedanken. »Kannst du nicht schlafen?« Er streckte den Arm aus, um die Nachttischlampe anzuknipsen. Sofort war die Fensterseite des Raums, wo Vorhänge aus weinrotem Samt die Dunkelheit aussperrten, in einen rosigen Schein getaucht.

Dann drehte er sich zu ihr um. Wilhelmina kuschelte sich enger an ihn. »Ich glaube, mein Körper ist ans Frühaufstehen gewöhnt. Und wenn ich erst mal ins Grübeln komme …« Sie tätschelte seinen Arm. »Du weißt ja, wie es ist.«

»Das Grand Hôtel.« Das war eine Feststellung, keine Frage.

»Ja. Es ist mir rätselhaft, wie so ein luxuriöses Hotel in unbestritten bester Stockholmer Lage Verlust machen kann. Dieser Widerspruch hält mich wach, seit ich Börtzells Brief bekommen habe.«

»Und bist du zu irgendwelchen Schlussfolgerungen gelangt?«

»Das bin ich tatsächlich.« Sie setzte sich auf und schob sich ein Kissen zwischen Rücken und Kopfbrett. Wichtige Themen konnte man nun mal nicht auf dem Rücken liegend erör