: Margaret Weis
: Drachen der Vorsehung Roman - Ein brandneuer Roman der legendären Drachenlanze-Serie – erstmals auf Deutsch
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641260552
: Das Schicksal der Drachenlanze
: 1
: CHF 8.90
:
: Fantasy
: German
: 528
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Wer Drachen liebt, kommt an dieser Saga nicht vorbei! Der 2. Band der beliebten Trilogie »Das Schicksal der Drachenlanze«.

»Das Schicksal der Drachenlanze«, die brandaktuelle Fortsetzung der geliebten Klassiker-Serie, geht weiter. Destina Rosendorn und ihre Freunde werden viel weiter in die Vergangenheit zurückgeschleudert als geplant. Plötzlich befinden sie sich in der Zeit des dritten Drachenkriegs und von Huma, dem größten Helden unter den Drachenrittern. Und so sehr sich die Gefährten freuen, ihr Idol kennen zu lernen, so dürfen sie die Vergangenheit auf keinen Fall verändern. Sonst wird es keine Zukunft geben, in die sie zurückkehren können …


Die Drachenlanze-Saga ist zeitloser Fantasy-Kult: Lesen Sie in der »Chronik der Drachenlanze«, wie alles begann.

Margaret Weis und Tracy Hickman gehören zu den beliebtesten und meistgelesenen Fantasy-Autor*innen der Welt, seit sie Mitte der 80er Jahre mit der unvergessenen »Chronik der Drachenlanze« den Grundstein der vielschichtigen und noch immer wachsenden Drachenlanze-Saga gelegt haben. Zwar haben sie sich gelegentlich – teils gemeinsam, teils allein – auch anderen Projekten zugewandt, doch sie sind immer wieder ins Reich der Drachenlanze zurückgekehrt wie mit ihrer neuen Trilogie »Das Schicksal der Drachenlanze«.

KAPITEL
ZWEI


Destina Rosendorn saß allein unter den schützenden Zweigen einer Eiche und sah zu, wie die Sonne einer fernen Vergangenheit zwischen den Blättern und Ästen flackerte. Betrübt erinnerte sie sich an die Worte ihres Zwergenführers Wolfsstein.

Der Graustein hat Euch erwählt. Er ist jetzt Euer, im Guten und im Schlechten.

Destina legte die Hand über den Stein, der an einer rotgoldenen Kette an ihrem Hals hing. Der Graustein war kalt und zugleich unangenehm warm. Und doch fühlte sie sich genötigt, ihn ständig zu berühren, sich ständig seiner Existenz zu versichern, obwohl sie sich zugleich danach sehnte, die Kette zu zerreißen und den Graustein ins tiefste Meer zu schleudern. Das eine Mal, als sie versucht hatte, sich davon zu befreien, war der Graustein so heiß geworden, dass er ihr die Hand verbrannt hatte und sie gezwungen gewesen war, ihn loszulassen.

Gern hätte sie Chaos bezichtigt, schuld an ihren schlechten Entscheidungen zu sein, aber dafür war sie allein verantwortlich. Der Graustein mochte sie erwählt haben, aber sie hatte entschieden, sich auf diese unglückselige Queste ins Zwergenreich zu begeben, um ihn zu suchen.

Wenn sie doch bloß nicht dorthin gegangen wäre!

Wenn doch bloß nicht … Die traurigsten Worte in jeder Sprache.

Wenn ihr Vater doch bloß nicht in der Schlacht am Turm des Oberklerikers gestorben wäre. Wenn sie sich doch bloß nicht von ihrer Trauer verschlingen lassen und die dumme Entscheidung getroffen hätte, in der Zeit zurück zu reisen, um ihn zu retten. Wenn sie doch bloß nie Ungars Magiewarenladen betreten hätte auf der Suche nach dem Zeitreisegerät. Wenn sie doch nur nie nach dem Graustein gesucht hätte!

Destina spürte, wie der Stein vibrierte, als lachte er sie aus, verhöhnte sie, erinnerte sie daran, dass sie Chaos an einer Kette um den Hals trug. Und jetzt saßen sie und Sturm Feuerklinge, Raistlin Majere und Tolpan Barfuß in der Zeit fest.

»Und das ist alles meine Schuld«, murmelte Destina.

Sie hatte Tolpan mit einem Trick dazu gebracht, ihr zu zeigen, wie man das Zeitreisegerät benutzt, indem sie sich verwandelt und den Körper einer Kenderfrau namens Mari angenommen hatte. Nachdem Tolpan ihr erzählt hatte, dass sie das Zeitreisegerät in der Großen Bibliothek von Palanthas finden könne, hatte Destina Tolpan und den Kenderkörper verlassen und war zur Großen Bibliothek gereist, wo sie versucht hatte, einen Mönch namens Bruder Kairn dazu zu überreden, ihr das Gerät auszuhändigen.

Doch dann war Tolpan auf der Suche nach Mari in der Bibliothek eingetroffen, und Destina hatte sich wieder in die Kenderfrau verwandelt und das Gerät gestohlen. Sie hatte vorgehabt, zum Turm des Oberklerikers zurückzureisen, um ihren Vater zu retten, aber in ihrer panischen Verzweiflung hatte sie das komplexe Gedicht vergessen, das man aufsagen musste, um das Gerät einzusetzen. Sie hatte sich an Tolpan gewandt, damit er ihr half, aber er hatte Mari seinen Freunden vorstellen wollen, und bevor Destina ihn davon hatte abhalten können, hatte er das Gerät aktiviert und sie zum Wirtshaus »Zur letzten Bleibe« gebracht. In letzter Sekunde hatte Bruder Kairn das Gerät gepackt, und der Fluss der Zeit hatte alle drei zum Wirtshaus befördert und zu der Nacht, in der die Gefährten sich nach fünf Jahren auf der Suche nach den wahren Göttern dort hatten wiedertreffen wollen.

Raistlin Majere und Sturm Feuerklinge waren dort, und Destina kam auf die unglückselige Idee, Sturm mit zum Turm des Oberklerikers zurückzunehmen.