: Miriam Rademacher
: Harrowmore Diary (Band 2): Tibby und die Saat des Blutes
: Sternensand Verlag
: 9783038963127
: Harrowmore Diary
: 1
: CHF 6.20
:
: Science Fiction, Fantasy
: German
: 256
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Blut fließt in Malmö - und das fast jede Nacht. Immer mehr Menschen werden Opfer von Vampiren und nur wenige überleben das. Während die Angst in der schwedischen Küstenstadt um sich greift, kann Tibby es kaum glauben, dass ausgerechnet ihm die Aufgabe zufällt, das Versteck der Blutsauger aufzuspüren. Doch schon bald findet er eine Spur und diese führt ihn geradewegs in eine Schule ...

Miriam Rademacher wuchs auf einem kleinen Barockschloss im Emsland auf und begann früh mit dem Schreiben. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Osnabrück, wo sie an ihren Büchern arbeitet und Tanz unterrichtet. Sie mag Regen, wenn es nach Herbst riecht, wenn es früh dunkel wird und die Printen beim Lesen wieder schmecken. In den letzten Jahren hat sie zahlreiche Kurzgeschichten, Fantasyromane, Krimis, Jugendbücher und ein Bilderbuch für Kinder veröffentlicht.

Kapitel 2


 

DasMamma Leonelag nahe dem Lilla Torg, dem kleinen Marktplatz von Malmö, einem Touristenmagnet inmitten der Altstadt. Rund um den Platz schmiegten sich Fachwerkhäuser dicht an dicht, und die meisten von ihnen beherbergten Gastronomiebetriebe. Hierher kamen Einheimische wie Touristen, um den Tag bei einem Glas Bier oder Wein ausklingen zu lassen. Doch es waren wenige, und Tibby überlegte, ob das mit der Jahreszeit oder den jüngsten Morden zu tun hatte.

Waren die Malmöer und ihre Gäste bereits vorsichtig geworden?

Während Tibby sich umsah, wünschte er sich, er hätte diesen Ort als ganz normaler Tourist erkunden dürfen. Stattdessen war er nun ein Vampirjäger auf der Suche nach seinem Verbündeten. Einem Doktor Hambling, dem er vermutlich noch nie zuvor begegnet war. Und doch kam ihm der Name noch immer seltsam vertraut und fremd zugleich vor.

Als er durch die weit offen stehende, schwarzlackierte Eingangstür desMamma Leonetrat, fragte er sich, wie er jemanden, von dem er nicht wusste, wie er aussah, in diesem Gedränge finden sollte. An den rustikalen Tischen und auf den dazugehörigen Bänken drängten sich dicht an dicht Menschen aus aller Welt.

Falls in dieser Stadt die Angst umging, hatte sie das Mamma Leone ausgespart. Es war laut, stickig und der Qualm vieler Zigaretten hing in der Luft, als er sich seinen Weg bis zur Theke bahnte, wo er einem glatzköpfigen Schwergewicht mit kariertem Spültuch über der Schulter zaghaft auf die Schulter tippte.

»Doktor Hambling?«, versuchte er sein Glück und beobachtete erstaunt, wie ein warmer, fast zärtlicher Ausdruck über das Gesicht des Mannes glitt.

Nachdem der Wirt desMamma Leoneeifrig genickt und Tibby eine seiner Pranken auf die Schulter gelegt hatte, wurde dieser in den hinteren Teil der Pizzeria geschoben, wo ein nur schwach beleuchteter Gang seinen Anfang nahm, der an einer dunklen, verschlossenen Tür endete.

»Dort?« Tibby deutete nach vorn, erntete ein wildes Nicken und ging ein wenig zögerlich den Flur entlang, während der riesige Kerl hinter ihm zurückblieb.

Dann klopfte er an, glaubte so etwas wie ein dumpfes »Herein« zu hören und drückte die Klinke herunter.

Das Erste, das Tibby in dem dahinterliegenden Raum erblickte, war der schneeweiße Kater, der ihm entgegengelaufen kam und ihm auf vertraute Weise um die Beine strich.

»Deakon?« Fassungslos sah Tibby auf den Geisterkater hinab, den er das letzte Mal gesehen hatte, als der Vierbeiner sich anschickte, an der Seite seiner durch und durch menschlichen Tochter in eine ungewisse Zukunft zu marschieren.

»Tibby, da bist du ja endlich.«

Jemand flog ihm entgegen, umarmte ihn und erstickte ihn fast in einem Wust schwarzer Haare, der in seinem Mund landete, als er ungläubig fragte: »Winnie? Bist du etwa Doktor Hambling?«

»Da staunst du, was?« Sie ließ von ihm ab und hielt ihn auf Armeslänge von sich, sodass si