: Anne Sanders
: Liebe und all das Theater Roman | Englandroman der Spiegel-Bestsellerautorin von »Sommer in St. Ives« | Liebesroman in Brighton | amüsante und witzige Frauenunterhaltung
: HarperCollins
: 9783749907311
: Chestnut Road
: 1
: CHF 8.90
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 288
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Die große Liebe hat immer eine Zugabe verdient!

Die Theaterszene in Brighton steht Kopf: Viktor de Ruiter gibt sein Comeback auf einer der renommiertesten Bühnen in seiner Heimatstadt. Schon bei der ersten Pressekonferenz trifft er auf die Journalistin Hannah, die ihn am liebsten nie wieder begegnen würde, denn die beiden verbindet eine nicht gerade glückliche Vergangenheit. Obwohl es Jahre zurückliegt, hat Hannah nichts vergessen. Und jetzt soll sie die Proben für das Kulturereignis des Jahres begleiten - eigentlich die Karriere-Chance, auf die sie hingefiebert hat. Je mehr Zeit sie mit Viktor verbringt, desto stärker fühlt sie sich wieder zu ihm hingezogen. Ob es für die beiden doch noch ein Happy End gibt?



<p>Anne Sanders arbeitete als Journalistin unter anderem für die<em>Süddeutsche Zeitung</em>, bevor sie sich 2014 voll und ganz für die Schriftstellerei entschied. Ihre Liebe zu den britischen Inseln zieht sich durch so gut wie all ihre Romane - auch durch die Jugendbücher, die sie unter anderem Namen verfasst. Die Bestsellerautorin lebt mit Mann und Katzen im Großraum München.</p>

2
Viktor


»Erklär mir noch mal, weshalb ich das hier tue.«

»Weil du genug hast von Sonntagabend-Schmonzetten? Weil du es als Schauspieler endlich wissen willst? Weil dich George-freaking-Branston höchstpersönlich angerufen hat, um dir die Rolle in seiner Theater-Schmonzette anzubieten? Warte mal – von einer Schmonzette in die nächste? Wenn du mich so fragst, de Ruiter, habe ich keine Ahnung, weshalb du das hier tust.«

Ich schnaube, während ich das Smartphone ans andere Ohr halte, um mir mit der rechten Hand den steifen Nacken zu massieren. Leider gehöre ich zu den Menschen, die Druck sehr körperlich spüren, gerne im Nacken, wahlweise in der Magengegend. Im Augenblick ist es beides. Ich fühle mich, als säße ein Sumoringer auf meinen Schultern, während zur gleichen Zeit meine Innereien Karussell fahren. Als Schauspieler bin ich es gewöhnt, in der Öffentlichkeit zu stehen, es gehört zum Job. Es mag nicht der beste Teil davon sein, aber er ist zu überwinden. Was mich hier, in Brighton, erwartet, ist eine ganz andere Nummer. Das, was hier vor mir liegt, ist neu und aufregend und gleichzeitig das Angsteinflößendste, das ich je getan habe.

»Okay, Vik, ich muss los. Du machst das schon, ja?«

»Klar.« Ich nicke. »Danke für deine aufmunternden Worte.«

Diesmal ist Matt derjenige, der schnaubt. »Ich weiß ganz genau, dass dir gerade sowieso nichts weiterhilft, egal, was ich sage. Du bist ein brillanter Schauspieler, weshalb du auch durch diese Pressekonferenz kommen wirst. Stell dir einfach vor, sie sei Teil des Stücks.«

»Das macht es nicht gerade leichter.«

»Was auch immer sie dir entgegenschleudern, du wickelst sie mit links um deinen kleinen Finger, wie du es immer tust. Ich kenne keinen anderen Schauspieler, der seine Mitmenschen quasi killen kann mit seinem Charme.«

»Ja, genau«, spotte ich. »Neben all dem anderen Unsinn, der in diesem Satz steckt, kennst du ja auch wahnsinnig viele Schauspieler, richtig?« Matt ist Mathelehrer an einem Londoner College. Als wir uns kennenlernten, kurz, nachdem ich von Brighton in die Hauptstadt zog, hatte er keine Ahnung, wer ich war – was sich ziemlich positiv auf unsere Freundschaft auswirkte, elementar sogar. Der gehypte Kinderstar und der einsame Nerd, der seine Zeit lieber über einem Programmierbuch als vor dem Fernseher verbrachte. Zwei Außenseiter, die Freunde wurden, aus der puren Notwendigkeit heraus, und es bis heute geblieben sind. Weshalb er weiß, wie sich die bevorstehende Pressekonferenz auf meinen Gemütszustand auswirkt. Er weiß das besser als jeder andere, weil er der einzige Mensch ist, dem ich nichts vorzumachen brauche, niemals.

»Danke für deinen Anruf«, sage ich schließlich. »Ich weiß, dass du es gut mei