: Peter Josef Dickers
: Neue Engel braucht das Land Sorgen machen wir uns später
: Vindobona Verlag
: 9783903574090
: 1
: CHF 17.90
:
: Erzählende Literatur
: German
: 170
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Wenn 'Markt und Straßen verlassen stehen', wie Joseph von Eichendorff beschrieb, wenn Menschen einander fremd geworden sind, helfen niemandem utopische Versprechungen. Wege, die nicht gangbar erschienen, müssen gegangen werden. 'Wir tun, was nötig ist, solange es nötig ist.' Das verspricht ein Werbe-Slogan. Gefragt sind Menschen, die keine Rezepte für alle Lebenslagen zur Hand haben, aber Wege zeigen, die weiterführen könnten. Neue Engel braucht das Land. Nicht Engel, die aus den Weihnachtstagen übrig geblieben sind. Weihnachtsengel haben nach den Feiertagen Dienstschluss. Jeder kann Engel werden. Worauf also warten wir noch?

Nicht alles gelingt

Ein Baum guter Vorsätze

„Ab morgen spare ich.“ Wollte ich damit nicht im vergangenen Jahr beginnen? Der Philosoph Konfuzius hätte mich daran erinnert: „Am Baum der guten Vorsätze gibt es viele Blüten, aber bei der Ernte wenige Früchte.“ Lassen sich selbst alltägliche Vorsätze selten verwirklichen oder gehören ins Reich der Phantasie? Gleichen sie Wahlversprechen, die nach der Wahl nicht mehr interessieren? Zähle ich zu denen, die sich nicht daran erinnern, was sie sich vorgenommen hatten? Bin ich zu Neubeginn bereit, obwohl ich weitermachen will wie bisher? Soll ich mir daher keine Gedanken machen und mich mit dem begnügen, was ich erreicht habe?

Wer nichts wagt, hat nichts zu hoffen, schrieb Friedrich Schiller. Wollte er mich ermutigen, trotz aller Skepsis optimistisch zu bleiben und Pläne zu schmieden, auch wenn ein Ergebnis länger auf sich warten lässt als gedacht? „Menschen glauben an das, was sie sich vornehmen.“ Julius Cäsar war dieser Überzeugung.Perfekt oder perfekter wie nichts vorher muss nichts werden. Nicht alles entwickelt sich wie gewünscht. Ichkann gewinnen, aber auch verlieren.

Wenn mir nicht genügt, was ich erreicht habe, genügt mir auch nicht, was ich mir vornahm, gabBerthold Auerbach zu bedenken. In der Regel müssen das Unscheinbare und das Vorläufige ausreichen.

Der Baum der guten Vorsätze trägt vielleicht reichere Früchte, wenn ich ihn wachsen lasse. Nicht immer kommen alle Früchte zur Reife. Ähnlich verhält es sich mit Plänen und Erwartungen. Einige entwickeln sich wie erhofft. Andere brauchen mehr Zeit. Oder es stellt sich heraus, dass sie nicht so wichtig sind, wie es den Anschein hatte. Nicht auf jede Chance müssen Taten folgen.

„Wir haben nicht zu wenig Zeit, sondern verschwenden zu viel davon.“ Seneca mahnte das an vor mehr als zweitausend Jahren.

Must have. Muss ich das haben?

Es wird Nachhaltigkeit gefordert. Modewort geworden. Was man darunter versteht, wird vorausgesetzt. „Mehr denn je investieren wir in Nachhaltigkeit.“ Sie bringt voran. Ein Unternehmen stellt eine Nachhaltigkeits-Chefin ein. „Mit Erfolg nachhaltig sein und nachhaltig Erfolg haben.“ Landwirte als nachhaltige Klimafarmer. Alles muss nachhaltig das Klima, den Planeten, die Welt retten. Friedhöfe werden nicht ausgeklammert. Urnen und Särge aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern und heimischen Hölzern, Sargausstattungen aus biologisch abbaubaren Stoffen mit ökologischem Fußabdruck. Die Trend-Variante: Der Leichnam auf einem Bett aus pflanzlichen Ma