1. KAPITEL
Sie werden mich töten! Bald! Ich fühle es. Vielleicht schon heute Abend! Nach Sonnenuntergang! Sie exekutieren immer nach Sonnenuntergang!
Dann werde ich das Tageslicht nicht mehr sehen.
Unter einem fahlen dämmrigen Winterhimmel werde ich vor meine Henker treten, werde mich verzweifelt an ein vages inneres Wissen klammern, das mir suggeriert, mit diesem schrecklichen Geschehen nur die Vision einer längst vergangenen Realität zu durchleben.
Einer Realität, die irgendwann aus einem fatalen Grund meine Wahrnehmung verwirrt und mein Ich in ein tödliches Schicksal verstrickt hat. Und in die sich immer noch Szenen aus einem anderen, nicht weniger aufwühlenden, aber offenbar noch lange nicht zu Ende gelebten Erdendasein drängen.
Halt, Mädchen! Sieh dich um! Du sitzt im Todesbunker! Es ist zu Ende! Das Urteil ist gefällt! Es gibt kein Zurück! Und du weißt es! Also zwinge dich ein letztes Mal, diesen Ansturm halb verschütteter, halb erträumter Bilder und Emotionen ab