: Sina Fuchs
: Die kleine Ginbrennerei im Schwarzwald Ein warmherziger Feel-Good-Liebesroman mit viel Bergliebe und Gefühlschaos
: beHEARTBEAT
: 9783751748780
: Die schönsten Romane für den Sommer und Urlaub
: 1
: CHF 4.50
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: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 299
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Zwischen Schwarzwaldhöhen und dem glitzernden Feldsee

Als Fiona den heruntergekommenen Hof ihres Onkels am Fuße des Feldberges erbt, wird ihr Leben völlig auf den Kopf gestellt. Fest entschlossen das Erbe zu verkaufen, reist sie an den Ort ihrer Kindheit zurück. Sie wird nicht von allen freundlich aufgenommen, und so ein verlassenes Haus birgt mehr Herausforderungen als zunächst geahnt - unerwünschte tierische Bewohner, fehlende Internetverbindung und der unfreundliche Nachbar Jakob, der ein besonderes Interesse an dem Hof zu haben scheint. Als sie dann die vergessene Brennerei in der Scheune entdeckt und alte Flammen plötzlich wieder auftauchen, steht ihr Herz vor einer wichtigen Entscheidung ...

Ein bezaubernder Wohlfühlroman über das Finden neuer Liebe und das Erfüllen großer Träume.

eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.


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<p>Sina Fuchs ist das Pseudonym der Freiburger Autorin Sina Müller. Seit 2014 taucht sie in jeder freien Minute in ihre Liebesgeschichten für junge und junggebliebeneLeserinnen und Leserab und begeistert dabei besonders durch ihre einfühlsame Art des Schreibens.Auch heute noch lebt die Autorin gemeinsam mit ihrem Partner, Sohn und zwei Katzen in der wunderschönen Schwarzwald-Metropole und möchtemit ihren Feel-Good-Romances in die atemberaubende Landschaft Süddeutschlands entführen. Herzklopfen - undHappy End- garantiert.</p>

Kapitel 2


Fiona

»I can’t get no … satisfaction!«, trällerte ich den Stones-Klassiker, der aus dem Autoradio schallte, mit voller Inbrunst mit, als ich auf der Bundesstraße durch einen winzigen Ort namens Himmelreich fuhr. Die Straße schlängelte sich durch ein schmales Tal, rechts und links ragten bereits die ersten Anhöhen des Schwarzwalds auf. Spätestens hier wurde mir klar, dass es in Deutschland noch Orte gab, in denen die Zeit stehen geblieben schien. Die Häuser sahen aus, als wären sie direkt dem Filmset vonDie Fallers entsprungen. Hier war alles so saftig grün, allein die Farben lösten Vorfreude auf meine Tage am Feldsee aus. Ob in den Höhenlagen Ende Juni die Blumen blühten? Ich hatte keine Ahnung von der Vegetation und dem Rhythmus der Pflanzen und war gespannt, wie es dort aussehen würde, wo Friedrich gelebt hatte. Ob ich mich noch an etwas erinnern konnte?

Friedrich. Meine Erinnerungen an den ältesten Bruder meines Vaters waren verblasst. Früher hatten sich die beiden gut verstanden, und wir waren öfter zu Besuch gewesen. So oft, dass ich es mir zugetraut hatte, meine Ferien allein bei dem alten Kauz zu verbringen. Ich wusste noch, er hatte nie viel gesprochen. Und das Schweigen mit ihm war nie unangenehm gewesen.

Die Bundesstraße schlängelte sich an Felsen vorbei, auf der linken Seite kämpfte sich eine Eisenbahn den Berg nach oben. Immer wieder verschwand die Lok in einem Tunnel und tauchte nach wenigen Metern wieder neben mir auf. Dann trennten sich unsere Wege, und der Zug fuhr über ein altes Viadukt aus meinem Blickfeld.

Auf einer Anhöhe angekommen, lotste mich das Navi auf eine Straße, die Richtung Basel führte, und ich fragte mich, ob das stimmen konnte. Basel, das lag doch in der Schweiz! Vielleicht hätte ich mich doch besser vorbereiten und die Landkarte studieren sollen, statt mich blind auf die Technik zu verlassen.

Schon bald konnte ich auf der rechten Seite einen See sehen. Der Titisee, wie mir ein Schild verriet. Auch ich war schon dort gewesen. Bilder von Läden mit unzähligen Kuckucksuhren schossen mir durch den Kopf. Von Geschäften mit unzähligen Mützen mit Tierköpfen aus Plüsch und Nachahmungen des typischen Schwarzwälder Bollenhutes. Schemenhaft kam es mir so vor, als hätte ich als Kind einen dieser Strohhüte mit roten Wollkugeln drauf selbst haben wollen. Aber vielleicht bildete ich mir das auch nur ein, weil diese Bollenhüte und der Schwarzwald so eng miteinander verknüpft waren.

Ich fuhr oberhalb des Sees auf einer von dichten Bäumen gesäumten Straße. Immer wieder wechselte der dunkle Schatten der Bäume mit ein paar Blitzlichtern, die die Sonne auf die Straße schleuderte. Hier musste es erst vor Kurzem geregnet haben, denn die Fahrbahn war nass und spiegelte im Licht. Ich griff nach meiner Tasche, die auf dem Beifahrersitz lag, und kramte darin mit meiner rechten Hand nach der Sonnenbrille.

Keith Urbans Gitarrenriffs dröhnten aus den Lautsprechern, und kurz überkam mich der Wunsch, dieses Intro selbst spielen zu können. Es war Jahre her, dass ich ein Instrument zur Hand genommen hatte, dabei war das Gitarrenspielen mein Geheimtipp gewesen, um mich zu entspannen. In den letzten Jahren war die Musik immer weiter in den Hintergrund gerückt. Warum? Vielleicht hatte ja Friedrich eine alte Klampfe in seinem Nachlass, dann würde ich wieder einmal spielen können.

Ich ließ mich von Karin, wie ich die Stimme meines Navigationsgeräts getauft hatte, durch den Hochschwarzwald leiten. Als ich in das kleine Dorf Bärental kam, schaute ich mich neugierig um. Der Gromerhof, wie Friedrichs Anwesen genannt wurde, konnte nicht mehr weit sein.

Ich kam an einer kleinen Hütte vorbei, an deren Fassade ein Automat angebracht war, an dem es Honig zu kaufen gab.Honigschränkle. Der Anblick entlockte mir ein Schmunzeln. Wie anders es hier doch war als in der Stadt. Dort hatte ich so etwas noch nie gesehen.

Jetzt, wo ich auf der schmalen Straße deutlich langsamer fuhr, dröhnte die Musik viel zu laut im Innern des Wagens. Ich reduzierte die Lautstärke und öffnete das Fenster. Als Erstes nahm ich den Geruch wahr. F