: Patrick van Odijk
: Der falsche Vermeer Roman
: Pendragon Verlag
: 9783865328755
: 1
: CHF 18.00
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 520
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ein unbekanntes Gemälde Vermeers und eine junge Reporterin auf der Jagd nach der Story ihres Lebens Nach der Befreiung der Niederlande 1945 herrscht ein Klima des Aufbruchs. Jetzt sind neue Stimmen gefragt: So wie die der Reporterin Meg van Hettema, die ihren Mut schon im Untergrund unter Beweis gestellt hat und sich jetzt keineswegs mit dem Schreiben von harmlosen Alltagsgeschichten zufrieden geben will. Bei Recherchen stößt sie auf den brisanten Fall des Malers Jan van Aelst, dem vorgeworfen wird, niederländische Kunst an Nazis verkauft zu haben. Doch van Aelst besteht darauf, die Nazis in Wahrheit raffiniert ausgetrickst zu haben. Um sich in diesem Labyrinth aus Geheimnissen zurechtzufinden, braucht es einen unbestechlichen Blick, Hartnäckigkeit und keine Scheu vor Autoritäten - genau die  Qualitäten, für die Meg steht. Basierend auf einer wahren Begebenheit erzählt Patrick van Odijk nicht nur von einem der größten Kunstskandale der Nachkriegszeit, sondern vermittelt auch einen Einblick in die faszinierende Welt der Malerei, Fälscherwerkstätten und Zeitungsredaktionen. »In seinem Debütroman vermischt Patrick van Odijk äußerst klug und spannend Fakten und Fiktion über den Meisterfälscher Han van Meegeren, der kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in einem viel beachteten Prozess gestand, mehrere ?Vermeers? gemalt zu haben.« Jan Pieter Ekker | Het Parool Amsterdam (über die niederländische Ausgabe)

Patrick van Odijk ist als Niederländer in Deutschland zweisprachig aufgewachsen. Er studierte Politikwissenschaften, Geschichte und Germanistik an der Universität Konstanz. Anschließend arbeitete er als Radioreporter, Redakteur und Moderator für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland.

1. Jan van Aelst


Jan van Aelst hatte sich Schuhe und Socken ausgezogen. Seine Füße juckten. Sie brannten. Als ob er durch einen Ameisenhaufen gelaufen wäre. Manchmal kribbelten auch die Handgelenke oder die Wirbelsäule. Dann wieder die gesamte Kopfhaut oder ein Ellbogen. Gerade eben hatte er sich bei einem Schweißausbruch Jacke, Pullover und Hose vom Leib gerissen, obwohl es kalt und feucht in der Zelle war. Kaum saß er aber nur noch in Hemd und Unterhose auf der Pritsche, begann er zu frieren. Also zog er sich langsam wieder an. Er wusste nicht, wie lange er es noch aushalten würde. Ohne Zigaretten, Schnaps und Morphium war jeder Tag die Hölle. Aber er musste durchhalten. Sie konnten ihm nichts beweisen. Als er wieder in die Jacke schlüpfte, entdeckte er ein Loch in der rechten Tasche. Er bohrte mit einem Finger darin herum und entdeckte einen Bleistiftstummel. Schnell kramte er ihn hervor. Jetzt müsste er nur noch Papier auftreiben. Aber das war aussichtslos. Sie würden ihm keines geben. Van Aelsts kurze Freude verwandelte sich wieder in Tr