: Ryan Love
: Arthur and Teddy are Coming out - Es ist nie zu spät, du selbst zu sein! Roman - Happy Pride! Ein bezaubernder Feelgood-Roman über einen mutigen Opa und seinen Enkel.
: Blanvalet Verlag
: 9783641317355
: 1
: CHF 2.70
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 448
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Opa Arthur und Enkel Teddy trennen fast 60 Jahre Altersunterschied – doch als sie zur gleichen Zeit ihr Outing anstreben, merken die beiden, dass sie viel voneinander lernen können ...

Der 79-jährige Arthur lässt beim Abendessen eine Bombe platzen: Er ist schwul und möchte das nicht länger verstecken. Seine Familienmitglieder reagieren unterschiedlich und vor allem sein Enkel Teddy denkt viel darüber nach: Der 21-Jährige liebt ebenfalls Männer, er kommt gerade seinem Kollegen Ben immer näher ... Doch Teddy fühlt sich noch nicht bereit dafür, sich vor der Welt zu outen. Opa und Enkel standen sich schon immer nah, deshalb vertraut Teddy sich schließlich Arthur an. Die beiden Männer merken, dass sie viel voneinander lernen können. Schaffen sie – und schafft ihre Familie es – zu akzeptieren, wer sie wirklich sind?

Ein bezaubernder Feelgood-Roman über Familie, Liebe und darüber, dass es nie zu spät ist, man selbst zu sein!

Ryan Love ist in Nordirland geboren und aufgewachsen, lebt heute aber im englischen Buckimhamshire. Er hat als Redakteur und Journalist gearbeitet und in dieser Funktion bereits für den »Independent«, den »Telegraph« und die »Radio Times« geschrieben. Das Thema mentale Gesundheit ist dem Autor wichtig und nah, weshalb er seine eigenen Erfahrungen in seine Texte einfließen lässt. »Arthur And Teddy Are Coming Out« ist sein Debütroman. Wenn er gerade nicht schreibt oder Computerspiele spielt, kuschelt er mit seinem Golden Retriever Buddy.

Kapitel eins
Arthur


Für ihr gemeinsames Familienessen, das vielleicht ihr letztes sein würde, sah alles so perfekt aus wie möglich. Seit Arthur und seine Frau Madeleine letzten Monat ihre goldene Hochzeit gefeiert hatten, waren sie nicht mehr alle zusammen gewesen. Bei einer aufwendigen Party, ausgerichtet von ihren zwei Kindern – Elizabeth und Patrick –, hatten Freunde und Verwandte sie hochleben lassen und auf das »fröhlichste, perfekteste aller Paare« angestoßen.

Heute war Arthur bereits seit sechs Uhr morgens wach und wanderte ruhelos durchs Haus. In der Nacht hatte er wieder unruhig und mit vielen Unterbrechungen geschlafen. Jedes Mal, wenn es ihm gelungen war, die Augen zu schließen, hatte er sich im Kopf ein neues Szenario ausgemalt, worauf er gnadenlos aus seinem leichten Schlaf geschreckt war. Irgendwann hatte er dann alle Versuche aufgegeben, er konnte keine Ruhe in dem jetzt von ihm genutzten Einzelbett finden. Schon seit zwei Wochen schlief er darin, aber er würde sich nicht bei Madeleine beschweren. Sein neues Doppelbett war bestellt; es sollte nicht mehr lange dauern, bis es eintreffen würde. Den Großteil des Tages starrte er in regelmäßigen Abständen wie benommen auf die Uhr, um für sich die Stunden bis zum Abendessen herunterzuzählen.

Madeleine lächelte sanft, als sie an der Türschwelle zwischen Küche und Speisezimmer auftauchte. Sie war immer noch genauso wunderschön wie an dem Tag, an dem Arthur sie zum ersten Mal getroffen hatte. Sein Vater, der damalige Bürgermeister von Northbridge, war außerordentlich aufgeregt gewesen, seinen Sohn Madeleine und ihrem Vater, William Montgomery, vorstellen zu können. Die Familie Montgomery galt in Northbridge praktisch als hoher Adel. Arthur konnte seine Mutter immer noch hören: »Geld zieht Geld an.« Arthur stellte sich vor, wie sein inzwischen verstorbener Vater und sein Schwiegervater darauf reagieren würden, was er gleich tun würde. Nach all den Jahren drehte sich ihm bei dem Gedanken immer noch der Magen um.

»Es ist schon alles fast fertig«, sagte Madeleine. Sie kam herüber und stellte sich neben ihren Ehemann. »Es sieht alles perfekt aus.«

Arthur lächelte. »Ich kann dir gar nicht genug danken. Ohne dich würde ich das nicht schaffen.«

»Mach dir keine Sorgen, wenn der heutige Abend vorbei ist, gibt es einen richtigen Neuanfang für uns.«

Sie packte seine Hand und drückte sie einmal fest, bevor sie in die Küche zurückging. Er wusste, dass sie recht hatte; genau das Gleiche hatte er sich selbst auch schon gesagt. Das war der Moment, auf den er gewartet hatte, jetzt gab es kein Zurück mehr. Er zog den Stuhl heraus, der ihm am nächsten stand, und setzte sich darauf. Er spürte jetzt, wie sein Herz schneller schlug. Arthur schloss die Augen und konzentrierte sich auf seine Atmung.

Ein.

Aus.

Ein.

Aus.

Grelles Scheinwerferlicht erhellte das Speisezimmer, als die Uhr Viertel vor schlug. Arthur hörte eine Autotür zuschlagen. Das Klappern von Elizabeths Absätzen kündigte ihr Eintreffen schon an, bevor sie die Tür des Speisezimmers aufstieß. Es war unmöglich, nicht zu lächeln, wenn Elizabeth einen Raum betrat. Arthur hatte schon immer gewusst, dass sie für Großes bestimmt war. Schon als Kind hatte sie die Leute mit ihrem Selbstvertrauen und ihrer kontaktfreudigen Art verzaubert. Dieses Selbstvertrauen hatte ihr dann bei ihrer erfolgreichen Karriere als Journalistin gute Dienste erwiesen: Inzwischen war sie überall bekannt für ihre Kommentarspalte. Sobald sie alt genug gewesen war, um zu begreifen, dass ihre Mum die Herausgeberin der Lokalzeitung war, hatte sie beschlossen, in ihre Fußstapfen zu treten. Arthur und Madeleine waren