: Emma Rosenblum
: Bad Summer People Ihr Leben ist perfekt, ihre Lügen sind es auch. - Roman. Ein Roman wie der heißeste neue Sommercocktail – frisch, sexy, unwiderstehlich
: C.Bertelsmann Verlag
: 9783641305567
: 1
: CHF 8.90
:
: Erzählende Literatur
: German
: 384
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Der perfekte Sommer. Die perfekte Ehe. Das perfekte Geheimnis? Der SPIEGEL-Bestseller jetzt im Taschenbuch!

Jeden Sommer lassen Jen Weinstein und ihre Freundin Lauren Parker ihr privilegiertes Leben in New York hinter sich, um die schönsten Wochen des Jahres auf Fire Island zu verbringen, einer idyllischen Düneninsel, gleich neben Long Island. Hier residiert „altes Geld“, man kennt sich seit Jahren und vertreibt sich die Zeit mit Tennis, kühlen Cocktails im Clubhaus und Beach-Picknicks. Die Ehemänner checken die Börsenkurse, bei Jen und ihren Freundinnen hat längst das Rennen auf den neuen attraktiven Tennislehrer begonnen – es scheint, ein ganz normaler Sommer zu werden. Bis nach einem Sturm eine Leiche in einer Böschung gefunden wird …

Und während die Tage länger und heißer werden, zeigen sich immer mehr Risse im scheinbar perfekten Leben von Jen und ihren Freunden: Wer schläft mit wem? Wem ist das Geld ausgegangen? Und: Wer hat mit wem noch eine Rechnung offen …?

„Sagen Sie alle Verabredungen ab – ich habe dieses Buch innerhalb eines Wochenendes inhaliert und konnte einfach nicht die Finger davon lassen!“ Lucy Foley

Emma Rosenblum begann ihre Karriere beim New York Magazine. Nach Stationen bei Bloomberg Businessweek und Glamour wurde sie schließlich Chefredakteurin bei ELLE. Für eine große New Yorker Digitalmedien-Gruppe entwickelt sie heute Content-Strategien. Mit ihrem Mann und den beiden gemeinsamen Söhnen lebt Emma Rosenblum in New York City. Ihr erster Roman »Bad Summer People« wurde auf Anhieb ein internationaler Bestseller und schaffte es in die Top Ten der SPIEGEL-Bestsellerliste. Nach »Very Bad Company« legt sie mit »Mean Moms« die nächste Sommerlektüre vor. Ihre Romane spielen immer in der Welt der Schönen und Reichen und machen süchtig wie ein sommerlicher Cocktail, von dem man nicht genug bekommen kann.

1


Lauren Parker

Lauren Parker hatte einen tollen Sommer bitter nötig. Der Winter war furchtbar gewesen. Erstens war es seit Dezember eiskalt, und Lauren hasste Kälte. Wenn sie nach Miami ziehen könnte, würde sie es ohne zu zögern tun – genau wie offenbar alle anderen, die sie kannte. Aber Jasons Firma war in New York, und er musste sich immer mal wieder im Büro blicken lassen. Schließlich war er der Chef. (»Aber warum kannst du als Chef nicht einfach dieAnsage machen: ›Ich ziehe nach Florida‹?«, fragte Lauren immer mal wieder. »Im Sommer gehst du doch sowieso nie hin!« Die Antwort darauf bekam sie nie.)

Noch dazu war die Schule ihrer Kinder an der Upper East Side, die Braeburn Academy, in einen Skandal verwickelt, und seit Monaten gab es im Umkreis von zwanzig Blocks kein anderes Gesprächsthema.

Es hatte im Februar damit angefangen, dass der Vorstand der Schule eine anonyme E-Mail über Mr. Whitney bekommen hatte, seit zwanzig Jahren hochgeschätzter Schulleiter. Mr. Whitney war eine Institution an der Braeburn – ein Engländer, Ende sechzig, mit einem Hang zu Fliegen und Füllfederhaltern, der die Schule im Rating von den hinteren Rängen ganz weit nach vorne gebracht hatte. Braeburn war nun erste Wahl für die anspruchsvollsten Eltern in New York City, einschließlich der Parkers, die vor all ihren Freunden damit prahlten, dass Mr. Whitney dem sich allseits vollziehenden sozialen Wandel trotzte.

Deshalb schlug die E-Mail mit den Anschuldigungen auch wie eine Bombe an der Ninety-third Street Ecke Madison ein: Mr. Whitney war nicht der, für den er sich ausgab. Laut des vielfach weitergeleiteten Schreibens war er ein Hochstapler, ein Schulabbrecher sogar, der seine Vita vor zwanzig Jahren gefälscht und die Verwaltung der Braeburn mithilfe dieser Trickserei dazu gebracht hatte, ihn einzustellen. Sie waren also alle einem Betrüger aufgesessen, einem Kerl aus New Jersey, der sich als Engländer ausgab und eine Figur geschaffen hatte, die speziell und auf clevere Weise die Statusversessenheit der übertölpelten Eltern an der Upper East Side ausgenutzt hatte.

Die Geschichte sickerte sogar bis zumNew YorkMagazine durch, das daraufhin mit der Story »Wie Francis Whitney New Yorks Oberschicht täuschte« titelte. Lauren und ihre befreundeten Mütter wären am liebsten im Erdboden versunken. Sie alle hatten große Anstrengungen unternommen, um ihren Kindern einen Platz an der Braeburn zu sichern, und pro Kind fünfzigtausend Dollar für dieses Privileg berappt. Dass sich all das nun als Betrug entpuppt hatte, wie der Rest der Privatschulwelt schadenfroh schmunzelte, war ein echter Tiefschlag.

»Ich fass es noch immer nicht, dassuns das passiert ist«, hatte Laurens Freundin Mimi kürzlich geseufzt. Sie hatten sich bei Felice an der Eighty-third Street auf ein Glas Wein getroffen. Mimi war gerade von einer Botox-Auffrischung gekommen, die Stirn übersät von roten Nadeleinstichen. »Ich für meinen Teil möchte keine Sekunde länger darüber reden. Gut, dass wir schon nächste Woche in die Hamptons verschwinden. Wann brecht ihr nach Fire Island auf?«

»Kommenden Samstag«, sagte Lauren. »Jason hatte mit der Firma so viel um die Ohren, dass wir es dieses Jahr nicht früher geschafft haben.«

»Wie läuft es denn bei euch beiden?«, erkundigte sich Mimi und schaute Lauren dabei mit einem Blick an, der, wie sie annahm, wohl »besorgt« wirken sollte, was das Botox jedoch vereitelte. Lauren hatte leichtsinnigerweise einmal bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung nach drei Gläsern Wein auf nüchternen Magen erwähnt, dass Jason sie überhaupt nicht mehr beachtete. Seitdem nervte Mimi sie damit.

Lauren hielt den Blick auf ihr Glas Chardonnay gesenkt. Sie war stets bemüht, das perfekte Bild von stilvoller Ungezwungenheit abzugeben; sich Probleme oder Verletzlichkeiten anmerken zu lassen, war für sie eine Schwäche, die es tunlichst zu meiden galt. Aber dieses Jahr hatte ihr übel mitgespielt, und zum ersten Mal in ihrem Leben fiel es ihr schwer, die Fassade aufrechtzuerhalten. »Gut, gut. Alles super«, erwiderte sie deshalb und wechselte dann schnell das Thema – mit Mimi konnte man zwar viel Spaß haben, aber sie traute ihr keine Handbreit über den Weg. »Ich will dieses Jahr am liebsten einfach abhaken«, fuhr sie fort. »Jetzt will ich nur noch am Strand sitzen, ein Buch lesen und das Wort ›Betrüger‹ nie wieder hören.«

Sie und Jason hatten überl