: Maike Voß
: Sirens – Das Rauschen der Macht Roman
: Heyne Verlag
: 9783641316235
: Sirens-Reihe
: 1
: CHF 8.90
:
: Fantasy
: German
: 400
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Kaum haben Penn und Regan zueinandergefunden, erfährt Regan ein schreckliches Familiengeheimnis – und plötzlich ist ihre große Liebe ihr größter Feind

Regans Welt steht Kopf. Nach Jahren, in denen sie stets auf der Flucht vor den Nox war, dachte sie, bei den Artaga endlich ein Zuhause und in Prinz Penn ihre große Liebe gefunden zu haben. Doch nach dem Ritual, dass die Macht der sieben Weltmeere für weitere elf Jahre in einem magischen Siegel gebannt hat, erfährt Regan die schreckliche Wahrheit über ihre Eltern – und von einem Moment auf den anderen sind Penn und ihre neu gefundene Familie ihre größten Feinde. Doch als Penn von den Nox entführt wird, setzt Regan alles daran, ihn zu befreien. Selbst wenn das bedeutet, dass sie sich im Rausch der Macht verliert …

Maike Voß wurde 1995 in Hamburg geboren und hat dort an der Technischen Kunsthochschule studiert. Sie besitzt eine Dauerkarte des SV Werder Bremen und ist bei jedem Heimspiel dabei. Sie liebt Literatur und das Reisen, wobei es sie immer wieder in ihre Wahlheimat London zieht. Dort begann sie auch, ihren Debütroman »So sieht es also aus, wenn ein Glühwürmchen stirbt« zu schreiben. Mit »Sirens – Das Glühen der Magie« hat sie ihren ersten fantastischen Roman vorgelegt.

Prolog  
Kane


Ich entzündete das Streichholz. Einen Moment lang spürte ich die Wärme des Flämmchens auf meinem Gesicht. Dann ließ ich es in die kleine Schale in meinem Schoß fallen. Sofort fingen Algen und Meersalz an zu brennen und feiner Rauch stieg auf. Sanft pustete ich ihn in den Wasserstrahl.

Die letzten Wochen hatte ich es immer wieder versucht. Auf diesem Hocker zu sitzen, den Hahn aufzudrehen und zu warten, war das Einzige, was meine Gedanken in Schach hielt. Auch wenn ich bisher keinen Erfolg gehabt hatte.

Grace war weg, und es fühlte sich an, als hätte man mir das Herz herausgerissen. Zurück war bloß eine Wunde geblieben, die sich nicht schließen wollte. Ununterbrochen hörte ich ihre Worte in meinem Kopf. Sie wäre schwanger.Er wäre der Vater. Sie würden gemeinsam fortgehen und bräuchten meine Hilfe. Als Wächter-Anwärter wäre es meine Pflicht gewesen, meinen Ausbilder zu informieren. Das hätte ich schon tun sollen, als ich erfuhr, dass Grace den Nox nach dem Angriff nicht getötet, sondern heimlich gesund gepflegt hatte. Doch ich hatte es nicht getan.

Ich liebte Grace. Ihre einfühlsame Art, ihre Stärke, ihr Lachen und den grenzenlosen Mut, mit dem sie allem und jedem gegenübertrat. Fast drei Jahre waren wir ein Paar gewesen. Dann hatte sie Schluss gemacht.

Seinetwegen.

Es wäre leichter, hätte ich sie dafür hassen können, aber das war unmöglich. Neven war ein Nox, eine jener Sirenen, die drohten, die Welt in Schutt und Asche zu legen, sollten sie je wieder an die Macht der sieben Weltmeere gelangen. Er war derFeind. Aber Grace zuliebe hatte ich die Klappe gehalten und ihr geholfen, den Schwarm zu verlassen. Trotz meiner Pflicht. Trotz des Rituals, das nun ohne sie stattfinden würde. Trotz der Konsequenzen, die ihre Flucht nach sich ziehen würde.

Sie werden Regan töten, wenn sie erfahren, was sie ist. Aber sie ist meine Tochter,Kane. Ich muss sie beschützen. Hilf mir.

Ich zerbröselte noch ein paar Algen über der kleiner werdenden Flamme, gab Salz dazu und pustete den Rauch ins Wasser.

Regan.

Ich bekam eine Gänsehaut, wenn ich daran dachte, wie Grace ihren Bauch gestreichelt hatte. Die Wölbung war kaum zu erkennen gewesen und das Baby erst wenige Wochen alt, doch sie wusste schon, dass es ein Mädchen war und wie es heißen sollte. Vielleicht würde es ihre blonden Locken erben und den Mut, für die zu kämpfen, die sie liebte. Aber nicht die blauen Augen. Weil sie nur eine halbe Artaga war.

Ich griff ein drittes Mal nach Algen und Salz und fütterte die Flamme. Ein letzter Versuch, bevor ich Schale und Fläschchen zusammenpacken würde. Bloß um es am nächsten Tag erneut zu versuchen.

Als nur noch wenig Rauch emporstieg, stellte ich das Wasser ab. Meine Hand verharrte auf dem kühlen Griff. Ich ließ die Schultern sinken und atmete gegen den Druck an, der sich hinter meinen Augen aufbaute. Erst als ich sicher war, mich un