: Jeffery Deaver
: Rachejäger Ein Colter-Shaw-Thriller
: Blanvalet
: 9783641316358
: Die Colter-Shaw-Reihe
: 1
: CHF 9.90
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 512
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Eine Frau auf der Flucht. Sie bangt um ihr Leben. Denn ihr vor Wut rasender Ex-Mann sinnt auf Rache - der hoch spannende 4. Band der erfolgreichen Thrillerreihe um Colter Shaw
Allison Parker ist mit ihrer Tochter Hannah auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Ex-Mann. Die brillante Ingenieurin, die revolutionäre Technologien entwickelt, nutzt all ihre Fähigkeiten, um nicht entdeckt zu werden. Colter Shaw, Experte im Aufspüren vermisster Personen, wird von ihrem Chef engagiert, um sie ausfindig zu machen und zu retten. Seine Suche führt ihn vom trostlosen Rust Belt in die abgelegene Wildnis des Mittleren Westens. Als er Allison schließlich in einer Hütte fern jeglicher Zivilisation findet, ist plötzlich alles anders, als es scheint, und er wird selbst zum Gejagten ...

Verpassen Sie nicht die anderen eigenständig lesbaren Colter-Shaw-Fälle 'Vatermörder', 'Der böse Hirte' und 'Der Todesspieler'.

Kenne Sie auch die Lincoln-Rhyme-Thriller? Ein Muss für alle Fans knallharter Spannung!

Jeffery Deaver gilt als einer der weltweit besten Autoren intelligenter psychologischer Thriller. Seit seinem ersten großen Erfolg als Schriftsteller hat Jeffery Deaver sich aus seinem Beruf als Rechtsanwalt zurückgezogen und lebt nun abwechselnd in Virginia und Kalifornien. Seine Bücher, die in 25 Sprachen übersetzt werden und in 150 Ländern erscheinen, haben ihm zahlreiche renommierte Auszeichnungen eingebracht. Nach der weltweit erfolgreichen Kinoverfilmung begeisterte auch die TV-Serie um das faszinierende Ermittler- und Liebespaar Lincoln Rhyme und Amelia Sachs die Zuschauer. Neben Lincoln Rhyme hat Deaver mit Colter Shaw einen weiteren außergewöhnlichen Serienhelden geschaffen.

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Jon Merritt hatte seinen Arzttermin wahrgenommen und verließ das Gebäude der Trevor County Medical Services.

Ein nichtssagendes Haus in einem nichtssagenden Teil von Ferrington. Das dringend eine Renovierung und einen neuen Anstrich vertragen konnte. Es wirkte wie der minimal besser gestellte Cousin der Haftanstalt, nur dass es hier keinen Klingendraht auf der Umzäunung gab.

In dem Zentrum arbeiteten ungefähr vierzig Ärzte mit vielen verschiedenen Fachgebieten. Die Behandlungen hier umfassten alle möglichen Leiden, von Sehstörungen über Bauchschmerzen und Knochenbrüche bis hin zu Falten, sofern man die als Krankheit betrachtete.

Merritt stand vor der Liste der Praxen und bemerkte eines der größeren Schilder.

Psychiatrische Klinik Ferrington

Er dachte an einen Mediziner, mit dem er in letzter Zeit häufiger zu tun gehabt hatte, speziell an ihr erstes Zusammentreffen.

Der bieder aussehende Arzt von etwa vierzig Jahren trägt einen braunen Anzug. Keine Krawatte. Das steht bestimmt in irgendeinem Handbuch. Wegen des Strangulationsrisikos. Seine Schuhe sind Slipper, ohne Schnürsenkel. Sein Haar ähnelt dem seines Patienten – soll heißen, es ist irgendwie blond und nicht allzu üppig, höflich ausgedrückt.

Er riecht komisch. Merritt kann nicht genau sagen, wonach. Nun beugt Dr. Evans sich auf seinem Stuhl vor, genau gegenüber von Merritt. Er hat zuvor erklärt, er werde stets außerhalb von Merritts »persönlicher Distanzzone« bleiben.

Das ist wohl so eine Art Psychotrick, um zu demonstrieren, dass der Arzt dem Patienten zwar seine Aufmerksamkeit widmet, ihn aber nicht bedrängt.

Persönliche Distanzzone …

Merritt hätte einfach von »Freiraum« gesprochen, aber er hatte ja auch nicht Medizin studiert.

Der Abstand zwischen den beiden ist außerdem eine Sicherheitsmaßnahme, wenn man berücksichtigt, weswegen viele von Dr. Evans’ Patienten hier sind.

Mord.

Versuchter Mord.

Schwere Körperverletzung …

Der Raum hat wenig Ähnlichkeit mit einer herkömmlichen Therapeutenpraxis. Keine Couch, kein Lehnsessel, keine Box mit Taschentüchern, keine Diplome, keine gerahmten Fotos oder Poster, die gezielt dafür ausgewählt worden waren, den Patienten kein Unbehagen zu verursachen.

Der Arzt hält seine Notizen auf einem Tabletcomputer fest, er hat weder Kugelschreiber noch Bleistift dabei. Offenbar gab es vor ein paar Jahren einen Zwischenfall – wenngleich der Chirurg in der Notaufnahme ein Stück den Gang entlang es damals zum Glück geschafft hat, ein Auge des Psychiaters zu retten.

Neben Dr. Evans liegt ein drahtloser Alarmknopf auf dem Tisch. Allerdings kein roter. Merritt hat sich gefragt, wie viele Dämonen sich wohl auf ihn stürzen werden, falls der Doc draufdrückt.

Ist das schon jemals passiert?

»Lassen Sie uns einfach ein wenig plaudern, Jon, ja?« Der Mann ist nur halb anwesend. Abgelenkt.

Und was ist das für ein Geruch?

Merritt lächelt und ist kooperativ.»Klar, wieso nicht? Worüber denn?«

»Über alles Mögliche. Zum Beispiel darüber, wie Sie sich dabei fühlen, heute hier zu sein.«

Allen Ernstes?

Doch er lächelt weiter.

»Oder über Ihre Kindheit.«

»Oh, sicher.«

Merritt will es nur möglichst schnell hinter sich bringen