: Benedict Jacka
: Der Retter von London Roman
: Blanvalet
: 9783641290757
: Alex Verus
: 1
: CHF 8.90
:
: Fantasy
: German
: 512
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Wie lange wird das Bündnis zwischen Schwarz- und Weißmagiern halten? Das spektakuläre Finale der Alex-Verus-Serie.
Vor langer Zeit führten Magier und Djinn Krieg. Letztere unterlagen und wurden von den Siegern in einfache Gegenstände wie Lampen oder Ringe eingekerkert. Doch sie sinnen seitdem auf Rache. Nun ist es einem Djinn-Fürsten gelungen, eine Magierin in Besitz zu nehmen. Schwarz- und Weißmagier müssen sich eiligst verbünden. Doch Hellseher Alex Verus ahnt, dass dieser Pakt nicht lange halten wird. Buchstäblich jeder hat seine eigenen Ziele - auch Alex. Denn die besessene Magierin ist seine Freundin Anne, und während alle anderen sie und den Djinn vernichten wollen, muss er sie retten!


Die SPIEGEL-Bestsellerserie von Benedict Jacka! Steigen Sie ein in die Urban Fantasy mit 'Das Labyrinth von London' und folgen Sie der packenden Story des Hellsehers Alex Verus.

Benedict Jacka (geboren 1980) ist halb Australier und halb Armenier, wuchs aber in London auf. Er war 18 Jahre alt, als er an einem regnerischen Tag im November in der Schulbibliothek saß und anstatt Hausaufgaben zu machen, Notizen für seinen ersten Roman in sein Schulheft schrieb. Wenig später studierte er in Cambridge Philosophie und arbeitete anschließend als Lehrer, Türsteher und Angestellter im öffentlichen Dienst. Das Schreiben gab er dabei nie auf, doch bis zu seiner ersten Veröffentlichung vergingen noch sieben Jahre. Er betreibt Kampfsport und ist ein guter Tänzer. In seiner Freizeit fährt er außerdem gerne Skateboard und spielt Brettspiele.


1


Die Burg würde fallen.

Mauern und Zinnen aus gelbem Stein erstreckten sich in die Ferne und verschmolzen mit dem Dunst der Mittagssonne. Ich stand auf dem höchsten Turm des Ostflügels und beobachtete die unter mir tobende Schlacht. Zwei schwarze Armeen kämpften in dem Dunst gegeneinander, prallten auf Stegen und in Innenhöfen aufeinander. Sie vermischten sich zu einem Meer der Gewalt, winzige Gestalten, die einander niederschlugen, Leichen, die ins Leere stürzten und zu nichts zerfielen.

Die angreifende Armee bestand aus Dschann, schlanken Humanoiden, wie aus lebendiger Dunkelheit geformt. Sie bewegten sich mit einer fließenden Eleganz, mörderisch und schnell. Die Verteidiger waren Schattenkonstrukte, rauchige Gestalten mit glühend weißen Augen. Sie waren langsamer und ungeschickter als die Dschann, aber sie starben nicht: Wurden ihre Körper zerstört, erstanden sie einfach neu am Ort ihrer Erschaffung. In einem steten Schwarm flogen sie von der Gruft heran, flatterten mit schweren Flügelschlägen am Himmel und stürzten sich erneut in den Kampf.

Doch Dschann und Schatten waren nur Bauernopfer, entscheiden würden den Kampf die Magier. Es waren wenige, und sie versteckten sich hinter Dächern und Festungswällen, waren anhand ihrer Macht jedoch leicht aufzuspüren. Ein Schwarm Dschann verschwand in einem Gebäude, kam aber nicht mehr heraus. Weiter im Süden ging eine Schattenschar in einem Hof nieder; Licht flackerte kurz an den Wänden, und ein paar Minuten später tauchte eine neue Wolke schwarzer Funken aus der fernen Gruft auf.

Die Burg gehörte dem Schwarzmagier namens Sagash. Besser gesagt, siehatte ihm gehört; ich sah jetzt seit zwanzig Minuten zu, und es wurde deutlich, dass Sagashs Truppen verloren. Die Kathedrale, die den Südquadranten überragte, hatte lange standgehalten, Blitze hatten jeden Dschann niedergeschlagen, der sich ihr genähert hatte, aber vor zehn Minuten war Kampfmagie aufgeflammt, und danach hatten die Blitze aufgehört. Bei meinem letzten Besuch in dieser Burg hatte ich gegen einen von Sagashs Lehrlingen gekämpft, einen Blitzmagier namens Sam. Ich hatte das Gefühl, ihn in dieser Kathedrale gespürt zu haben. Und ich hatte auch das Gefühl, zu wissen, wer ihn zum Schweigen gebracht hatte.

Ich bemerkte, dass sich ein Ausläufer der Schlacht in meine Richtung bewegte, Schattenkonstrukte rangen in einem Laufgefecht mit einem sie verfolgenden Trupp Dschann. Beide Seiten erlitten Verluste, aber die Dschann erhielten Verstärkung und die Konstrukte nicht. Ihren Bewegungen nach zu urteilen, schienen sie etwas zu schützen, aber ich konnte nicht sehen, was.

Ich ging die Zukünfte durch, suchte nach Informationen. In einer, noch neunzig Sekunden entfernt, erblickte ich flüchtig eine Gestalt auf einem Dach, die allein gegen einen Schwarm Dschann kämpfte. Ihr Gesicht konnte ich nicht erkennen, doch ich konnte erraten, wer es war.

Kurz dachte ich nach, dann machte ich einen Schritt über den Rand des Turms und ließ mich fallen.

Bis ich ankam, waren sämtliche Schatten zerstört, die letzten beiden lösten sich gerade in Rauch auf, als ich auf den gelben Stein trat. Der Kampf hatte sich in die Höhe ausgedehnt, und nun standen wir auf einem Flachdach mit eisernen Geländern voller Dornen und niedrigen Brüstungen an drei von vier Seiten, die einen vor dem Sturz bewahrten. Breite Klüfte trennten das Dach von gewaltigen Gebäud