Das Leben mit der Krise, schulmedizinisch betrachtet
Crashland – Bruchlandung – Diagnose
Es ist ein Bilderbuchmorgen im August. Die Sonne scheint, der Himmel ist tiefblau, ein lauer Wind weht durch die Büsche in unserem wunderschönen Garten. Von der angrenzenden Straße höre ich das Brummen der Autos. Das Amselpärchen, welches im Lorbeerbusch direkt neben der Eingangstüre nistet, beschenkt mich mit einer Melodie, welche von der Leichtigkeit des Lebens erzählt. Mein Mann Martin hat insgesamt vierzig Schwalbenhäuschen an unseren beiden Häusern angebracht, alle sind bewohnt und die Schwalben tanzen auch an diesem Morgen ihren allerschönsten Tanz. Ich beobachte sie und staune, wie sie nie müde werden bei der Futterbeschaffung für ihre Jungen. Ein Spektakel, welches sich Tag für Tag wiederholt, egal ob es regnet, die Sonne scheint oder ob es stürmt. Unter dem Nest, welches oberhalb des weißen Garagentores befestigt ist, liegen aufgebrochene Eierschalen und sie lassen mich erahnen, was für eine Freude sich darin eingenistet hat. Ich rieche den Duft von frisch geschnittenem Gras, höre das fröhliche Zirpen der Grillen und ganz leise das Rauschen des Dorfbaches, welcher sich anmutig hinter unserem Haus vorbeischlängelt. Ich nippe an meinem heißen Kaffee, welchen ich mir soeben aus der Maschine im Sitzplatz gebrüht habe. Er riecht unglaublich gut, ein unbeschreiblich komplexer Duft nach Blumen, gepaart mit tropischen Früchten. Ich bin erfüllt mit tiefer Dankbarkeit für diesen wunderschönen Wochenstart, für meine Familie, unseren idyllischen Garten, unser schönes Zuhause und fürs Leben. Meine Erinnerungen schwelgen zurück zum Samstagabend, wir feierten hier eine Gartenparty zum Dank für unsere zehn Angestellten, inklusive ihrer Familien. Mein Mann betreibt einen Obst- und Gemüsehandel und fährt dreimal in der Woche auf den Wochenmarkt in Winterthur. Mir ist bewusst, dass wir den Erfolg dieses Geschäfts dem unermüdlichen Einsatz von Martin, dem Teamgeist und der Wertschätzung für alles, was ist, zu verdanken haben. Ich liebe es, Gäste zu verwöhnen, ein Ambiente zu zaubern, welches einlädt zu verweilen und ein Gefühl des Willkommenseins vermittelt. So war ich auch die ganze letzte Woche damit beschäftigt, diesen Abend perfekt vorzubereiten.
Alles geputzt, Tische aufgestellt, zusätzliche »Aperitiftische« eingerichtet. Getränke eingekauft, Eiswürfel vorbereitet, Geschirr besorgt, Dekomaterial passend zu Geschirr und Tischtuch ausgesucht und gekauft, Lebensmittel besorgt und den Spießchengrill angemietet. Salat sowie Dessertbuffet vorbereitet, natürlich auch noch Coiffeur und Kosmetikbesuch eingeplant, damit ja alles perfekt ist. Mit unserer Tochter Jasmin, sie befindet sich in der Ausbildung zur Floristin, die passende Blumendekoration angefertigt und letztendlich alles in Vorfreude auf das Eintreffen der Gäste liebevoll arrangiert.
Um sechszehn Uhr ist geplant, dass der Grill eingefeuert wird. Das haben wir uns definitiv einfacher vorgestellt, die Kohle will einfach nicht brennen. Lei