Im Sommer hege ich des Öfteren den Verdacht, dass ich ein Schafskäse bin. Zumindest vom Aszendenten her. Entweder man legt mich für drei Monate in Salzlake ein, bevorzugt in die Ägäis, und nur drei Monate später werde ich von der Öffentlichkeit als genießbar, bisweilen sogar als köstlich empfunden, oder ich hocke im eigenen Saft in der stickigen Bude herum und strahle Entsorgungsbedarf aus. Aber Bücher müssen dort geschrieben werden, wo das Elektrogerät nicht ins Wasser fallen kann. Am Abend des Tages, als ich dieses Buch fertig geschrieben hatte, fühlte ich mich nach ausgelassenem Feiern in vertrauter Gesellschaft. Also lud ich meinen Freund zum Essen ein, mediterran, damit wir beide noch einmal den Unterschied zwischen mir und echtem Schafskäse festhalten konnten. Eselsbrücke: Ich komme auch ganz gern im Fleischmantel daher, passe aber nicht auf handelsübliche Teller.
Wir saßen im Außenbereich des Restaurants, am Nebentisch überhörte ich das Gespräch, was sich zwischen einer dreiköpfigen Speisegruppe entspann. Anlass zur Erregung gab offenbar di