: Nina Keller
: Wilde Ecken für jeden Garten Natürlich gärtnern und wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen schaffen
: GRÄFE UND UNZER
: 9783833893803
: GU Gartengestaltung
: 1
: CHF 18.00
:
: Garten
: German
: 192
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ausgezeichnet mit dem Gartenbuchpreis 2025 der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft Kleine Ecke - große Wirkung Die eigene lebendige Oase in Ihrem Garten schaffen: das gelingt jetzt ganz einfach mit Wilde Ecken für jeden Garten von der Biologin und Wildblumen-Retterin Nina Keller. Dieses Buch bietet einen leichten Einstieg in das natürliche Gärtnern und zeigt, wie man auch mit kleinen wilden Ecken die Artenvielfalt fördern und einen Teil des eigenen Gartens in ein wahres Paradies für die heimische Tier- und Pflanzenwelt verwandeln kann. Wir erfahren, was wilde Ecken sind und warum sie nützlich für jeden Garten sind, wie wir mit wenig Aufwand solche Ecken in den eigenen Garten integrieren können und was es für eine große Bandbreite an Möglichkeiten gibt: Von der (Wild-)Blumenwiese über naturnahe Kräuter- und Gemüsebeete, Trockenmauern, Hecken und Sträuchern, Wasserhabitaten bis hin zu Nisthilfen oder Futterplätzen. Durch die detailreichen Anleitungen und Pläne ist das Buch auch für Einsteiger geeignet. Außerdem kann jeder selbst entscheiden, wie viel Platz er für die wilden Ecken hergeben und wie viel Aufwand er bei Anlage und Pflege betreiben möchte.  - Einfacher Einstieg in das naturnahe Gärtnern: Gelingt auch mit wenig Vorerfahrung, Platz und Zeit - Vielfältige Ideen für jeden Garten: Wilde Ecken von der (Wild-)Blumenwiese über naturnahe Kräuter- und Gemüsebeete bis zu Wasserhabitaten - Expertenwissen: Mit der Wildpflanzen-Expertin Nin Keller, die sich für Wildblumen und Artenvielfalt einsetzt Aus der Jurybegründung zum DGG-Gartenpreis: Mit Humor und treffender Logik schreibt die Autorin, dass ein tierfreundlicher Garten nur von alleine entstehen kann, da man im Gegensatz zu Pflanzen Wildtiere nicht kaufen kann. Erst durch die richtigen Pflanzungen stellen sich folglich auch die Wildtiere ein und das Beet wird zu einem Biotop. Mit ihrer Expertise gibt Nina Keller Tipps zum Nachmachen [...] und schließlich Pflegehilfen für die vorgestellten Beete und Anlagen. 

Die Biologin Nina Keller betreibt zusammen mit ihrem Mann Jonas Gruber im schönen Oderbruch einen Wildblumenhof. Sie renovierten Stück für Stück einen 3-Seiten-Hof, pflegen einen großen Natur- mit integriertem Nutzgarten und betreiben den landwirtschaftlichen Betrieb 'Die Wildblume'. Auf den Äckern vermehren sie einheimische Wildpflanzen, von denen sie das Saatgut ernten, um es dann in artenreichen Wildblumenmischungen zu verkaufen. Diese Mischungen werden sowohl zur Renaturierung im großen Stil als auch für landwirtschaftliche Blühstreifen verwendet. Außerdem bieten sie in ihrem Wildblumenshop 'YoSana' eine Vielfalt an Saatgutmischungen für Garten und Balkon an.

Nützlich für jeden Garten


Die modernen Gärten unserer Zeit sind oft von klarem Design, akkurat geschnittenem Rasen und ordentlich geformten Hecken geprägt. Es wird aber auch immer deutlicher, dass Natur im Garten viele Vorteile hat.

Nicht nur die Artenvielfalt wird durch wilde Ecken in unseren Gärten gestärkt, auch Sie als Gärtnerinnen und Gärtner können direkt von der natürlichen Gartengestaltung profitieren. Wenn Sie die Natur mit den heimischen Pflanzen, den Insekten, Vögeln und Kleinsäugern in den Garten einladen, wird das positive Effekte nach sich ziehen. Auch hier gilt: Selbst eine kleine Ecke, in der heimische Pflanzen wachsen dürfen oder die in anderer Weise natürlich gestaltet ist, fördert die Biodiversität in Ihrem Garten und erleichtert Ihnen somit die Arbeit. Natürliche Gärten können auf verschiedene Weise gestaltet werden, je nach den individuellen Präferenzen und den örtlichen Bedingungen. Dennoch gibt es einige grundlegende Aspekte, die in jedem natürlichen Garten nützlich sind, da sie dazu beitragen, die Biodiversität zu fördern, die negativen Umweltauswirkungen zu reduzieren und den Garten ökologisch nachhaltiger zu gestalten.

Beliebte Singvögel wie die Amsel sind für die Aufzucht der Jungen auf Sträucher und Hecken angewiesen.

Heimische Arten


Wildblumen sind erst einmal Pflanzen, die in der freien Natur vorkommen und nicht züchterisch verändert wurden. Dazu gehören auch Wildblumen aus anderen Teilen der Welt, die teilweise in unseren Gärten weit verbreitet sind. Viele Arten, die im Präriegarten zum Einsatz kommen, stammen beispielsweise aus den Präriegebieten in Nordamerika, wie Sonnenhut, Indianernessel und Mädchenauge. Als bei uns heimische Arten werden definitionsgemäß all diejenigen bezeichnet, die vor der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus bei uns vorkamen, die sogenannten Archäophyten.

Ich empfehle Ihnen, in Ihrem Garten möglichst viele heimische Wildpflanzen zu verwenden, damit meine ich diejenigen Arten, die im Großraum Österreich, Deutschland und der Schweiz vorkommen. Selbstverständlich können Sie auch noch kleinräumiger arbeiten und regional vorkommende Wildpflanzen in den Garten holen. Greifen Sie dann auf zertifiziertes Wildpflanzen-Saatgut oder -Pflanzgut zurück. (Lesen Sie dazu die Informationen im Kasten über Regiosaatgut auf>.)

Für die Förderung der heimischen Insektenwelt ist es unerlässlich, auch heimische Pflanzen zu verwenden. Es gibt nämlich viele spezialisierte Insektenarten, die abhängig von ganz bestimmten Pflanzen sind. Sie benötigen diese Futterpflanzen für sich oder noch häufiger für ihren Nachwuchs. So sammelt beispielsweise die Natternkopf-Mauerbiene ausschließlich am Natternkopf den Pollen für ihre Larven. Dieses Zusammenspiel ist das Ergebnis einer langen Evolution und daher passen heutzutage die in einer Region vorkommenden Insekten haargenau zu den dort beheimateten Pflanzen. Möchten Sie also den Insekten in Ihrem Garten helfen, verwenden Sie heimische Wildpflanzen.

Ungefüllte Blüten

Pflanzen mit ungefüllten Blüten sind für natürliche Gärten besonders wertvoll und eine einfache Möglichkeit, heimische Insekten in den Garten zu locken. Die Tiere werden es Ihnen danken, denn gefüllte Blumen sind häufig steril und bieten keinen Pollen oder Nektar. Sie sind somit wertlos für die Insekten und tragen nichts zur Artenvielfalt in Ihrem Garten bei. Ungefüllte Blüten, egal ob heimisch oder nicht, bieten zumindest für die weniger spezialisierten summenden Gartenbesucher Nahrung und somit einen hohen Mehrwert gegenüber den gefüllten Sorten. Viele beliebte Gartenblumen gibt es auch als ungefüllte Formen, z. B. Dahlien.

Biologisch und nachhaltig gärtnern


Der Verzicht auf Pestizide beziehungsweise synthetische Chemikalien im Garten ist ein zentraler Aspekt für die Förderung einer natürlichen Umgebung und den Schutz der Umwelt. Pflanzenschutzmittel und synthetische Dünger bleiben bei einer übermäßigen Anwendung im Boden und können in das Grundwasser gelangen. Außerdem sind viele Mittel nicht nur für Schädlinge, sondern auch für Nützlinge ungünstig.

Auch bei Menschen kann es bei der Verwendung von synthetischen Pflanzenschutzmitteln und Düngern zu Gesundheitsproblemen kommen. (Mehr zu einem nachhaltigen Umgang mit Pflanzenschutzmitteln sowie Tipps und Tricks zur natürlichen Gartenpflege finden Sie im zweiten Kapitel ab>.)

Artenvielfalt fördern


Um für mehr Biodiversität im Garten zu sorgen, lohnt es sich, möglichst viele unterschiedliche Pflanzen und Strukturen zu integrieren. Die verschiedenen Pflanzenarten bieten unterschiedlichen Vögeln, Insekten und Kleinsäugern