: Rolf Arnold
: Wie man frisch beobachtet, um neu wahrzugeben 29 Regeln der Achtsamkeit
: Carl-Auer Verlag
: 9783849784386
: 1
: CHF 26.20
:
: Lebensführung, Persönliche Entwicklung
: German
: 216
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Wer nicht erkennt, wie er erkennt, wird das Neue stets durch die alte Brille betrachten. Damit Neues in Erscheinung treten kann, braucht es 'frisches Denken' - ein Denken, das fragt, was auch sein könnte, und das diese Alternative zur Grundlage des eigenen Handelns macht. Dieses Buch ist eine Einladung zur Selbstveränderung. Es skizziert die Grundlinien dieses frischen Denkens. Dabei wird deutlich, dass es manchmal eher um eine aktive 'Wahrgebung' geht als um passive Wahrnehmung. Rolf Arnold zeigt, wie wir uns in den entscheidenden Fähigkeiten üben können: Eindrücke auf lösungssprachliche Weise beschreiben, Potenziale in den Blick nehmen und die Vielzahl der Möglichkeiten entdecken. Checklisten zur Selbstprüfung und Lösungsalgorithmen helfen, die eigene Veränderungskraft und Lösungskompetenz zu entwickeln. Das Buch wendet sich besonders an Menschen in Veränderungskontexten wie Führen, Lehren, Begleiten und Beraten, die die Wirksamkeit ihres Vorgehens stärken wollen.

Rolf Arnold, Prof. Dr. Dr. h. c., Professor für Pädagogik; Senior Professor an der TU Kaiserslautern; systemischer Berater im nationalen und internationalen Rahmen. Schwerpunkte: Berufs- und Erwachsenenbildung, Systemische Pädagogik, Emotionale Bildung, Führungskräftebildung und Interkulturelle Bildung. Lehrtätigkeiten an den Universitäten Bern, Heidelberg und Klagenfurt sowie an der Pädagogischen Hochschule Luzern. Veröffentlichungen u. a.: Ich lerne, also bin ich (3. Auflage 2018), Seit wann haben Sie das? (3. Auflage 2019), Wie man ein Kind erzieht, ohne es zu tyrannisieren - 29 Regeln für eine kluge Erziehung (2. Auflage 2014), Wie man führt, ohne zu dominieren (4. Aufl. 2019), Wie man liebt, ohne (sich) zu verlieren (2. Auflage 2016).

Einleitung – Frisches Denken und Entgrenzung


»Das Verführerische der kausalen Betrachtungsweise ist, dass sie einen dazu führt, zu sagen: ›Natürlich, – so musste es geschehen.‹ Während man denken sollte: so und auf viele andere Weise, kann es geschehen sein.«

(Wittgenstein 1984, S. 501)

Wissenschaftliches Denken geht mit möglichst präzisen Definitionen zu Werke, es ist also um begriffliche Grenzziehung (lat.definire) bemüht. Entgrenzungen hingegen drohen, die gewonnene Präzision infrage zu stellen und die Begriffe selbst aufzuweichen. Mit »Entgrenzung« kommt ein Begriff ins Spiel, der paradoxerweise alle die Erscheinungen einzugrenzen versucht, welche sich der gewohnten Grenzziehung zu entziehen scheinen. Versucht man, diesem Wechselspiel zwischen Grenzziehung und Entgrenzung im Denken nachzuspüren, so kommt man an sprachphilosophischen und erkenntnistheoretischen Reflexionen nicht vorbei. Solche Reflexionen standen im Zentrum des »linguistic turn« der Bildungs- und Sozialforschung, dem die Vorstellung zugrunde lag, dass z. B. die pädagogischen Sachverhalte, mit denen sich die Erziehungswissenschaften befassen, »sprachlich konstruiert« (Tröhler u. Fox 2019, S. 1) seie