Rylee empfand eine Mischung aus Kummer und Erleichterung, als sich das Portal hinter ihrer Tochter schloss. Das Haus würde jetzt, wo auch Ivy das Internat auf dem Planeten Olundara besuchen würde, stiller sein. Der einzige Grund, dass sowohl sie als auch Vlad sich dazu hatten durchringen können, war, dass Rylees Eltern diese Schule gegründet hatten und leiteten. Der Plan war aus der Idee eines Augenblicks entstanden, als Rylee und Vlad darüber diskutierten, wie die Ausbildung ihrer gemeinsamen Kinder ablaufen sollte. Rylee hätte sie gerne auf eine ganz normale Schule geschickt, zumindest für einige Jahre. Immerhin war sie selbst auch so erzogen worden. Die nächste befand sich allerdings im etliche Kilometer entfernten nächstgrößeren Ort, und Vlad hatte den Gedanken, dass seine Kinder sich mehrere Stunden täglich ohne jede Bewachung unter Menschen aufhielten, für absurd erklärt. Auch hatte er argumentiert, dass der Stoff, den sie als Hüter-Kinder lernen mussten, ein gänzlich anderer war, als das, was anderen Kindern in ihren ersten Schuljahren beigebracht wurde. Und die Gefahr, dass sie ihre wahre Herkunft enthüllen würden, war groß.
„Du wusstest damals nicht, dass du eine Hüterin mit magischen Kräften bist“, hatte er ihr ungeduldig dargelegt. „Aber glaubst du wirklich, ein Sechsjähriger wäre in der Lage, was er sagt und tut, zu kontrollieren?“
Rylee hatte ihm recht geben müssen, konnte sich jedoch nicht mit der Alternative, die Kinder zu Hause zu unterrichten, anfreunden.
„Sie brauchen soziale Kontakte“, hatte sie vorgebracht. „Freundinnen und Freunde. Es ist ungesund, wenn sie nur einander haben!“
„Du führst eine magische Herberge“, hatte Vlad gekontert. „Sie haben mehr als genug Gesellschaft.“
„Und wie oft sind Kinder darunter?“, hatte Rylee ärgerlich geantwortet. „Außerdem bleibt kaum jemand länger als ein paar Tage. Wie soll sich da eine Freundschaft entwickeln?“
„Ich hatte auch keine Freunde“, hatte der große Vampir geknurrt.
„Und sieh, was aus dir geworden ist!“, hatte Rylee nur halb im Scherz geantwortet. „Vlad, der Pfähler. Vielleicht werden unsere Kinder einmal Hüter und leiten ebenfalls magis