: Thomas Neumeier
: Das Geheimnis von Falkenstein
: dp Verlag
: 9783987786303
: 2
: CHF 5.40
:
: Erzählende Literatur
: German

Auf diesem Landsitz lauern Mysterien, Romantik und unvorhersehbaren Enthüllungen… br />Der spannende Liebesroman für Fans von Familiensagas und Familiengeheimnissen

< >Ein ungelöstes Rätsel in ihrer Familiengeschichte verschlägt die junge Journalistin Juliana auf den abgelegenen Landsitz des faszinierenden Pferdezüchters Valentin Falkenstein. Inkognito und mit ihrer geheimen Mission ausgestattet, schlüpft Juliana in die Rolle einer wohlhabenden Adeligen. So kann sie in Ruhe dem Schicksal ihrer vor Jahrzehnten verschwundenen Großtante Gabriela nachspüren. Doch auch das Falkenstein Gestüt in den Karpaten wird von allerlei Geheimnissen umweht, genau wie dessen Besitzer Valentin selbst. Obwohl Juliana das Gefühl hat, ihm nicht trauen zu können, knistert es zwischen den beiden gewaltig. Als sie kurz davor ist, die Geheimnisse auf Falkenstein aufzudecken, gerät sie selbst in Gefahr und muss sich die Frage stellen, ob die Wahrheit diejenigen schützen wird, die sie liebt…

Erste Leser:innenstimmen
„Kann mit spannenden Wendungen undüberraschenden Geheimnissenüberzeugen.& dquo;
„Ein großartiger Familiengeheimnis-Roman!&ldqu ;
„Liebe, Spannung, Intrigen– hier ist alles geboten.“
„Ich war von Seite 1 an gefesselt und wollte schnell erfahren, was Juliana alles herausfinden wird, super packend geschrieben!“
„Was fürs Herz und trotzdem spannend– Krimi und Liebe sind hier perfekt verwoben.“



Thomas Neumeier hatte schon als Kind eine Affinität zum Schreiben und Erzählen. Ein Abendstudium hat ihn auf den Literaturbetrieb losgelassen. Sein bevorzugtes Metier sind gefühlsbetonte Spannungsromane.

Kapitel 1


Falken flink zu Ross


Ein Schlagloch rumpelte den Wagen ordentlich durch. Juliana stieß mit ihrer Stirn gegen die Seitenscheibe.

„Au! Himmel, war das nötig?“

Sie war zunehmend zermürbt; von der unbeständigen Straße, den vielen Kurven und der schon viel zu lang andauernden Fahrt.

„Habe ich nicht gesehen“, raunte Alexander kaum besser gelaunt auf dem Fahrersitz.

Juliana rollte die Augen. „Nicht gesehen? Das Loch muss so groß wie unser Konferenztisch gewesen sein.“

Alexander brummelte in sich hinein, so wie er es auch in der Redaktion immer tat, wenn er sich weitere Kritik verbat. „Kannst ja gern selbst das Steuer übernehmen.“

Juliana seufzte. „Danke, ich verzichte und verzeihe.“

Sie lehnte sich wieder zurück und schaute hinaus. Riesenhafte Bäume und meterhohes Gestrüpp zogen vorbei, unaufhörlich, immerfort. Seit bestimmt dreißig Minuten hatte sie nichts anderes mehr gesehen. Eine eigenartige Erfahrung für jemanden, den Job und Leben bislang nie allzu weit aus Städten hinausgeführt hatten. Doch Juliana wusste den Anblick auch zu schätzen. Die Farben von Gras, Blumen, Blättern und Nadeln wirkten hier viel satter als in Bukarest. Wahrscheinlich sorgte das allgegenwärtige Wechselspiel von Licht und Schatten für diese zauberhafte Illusion. Die hohen Baumkronen filterten den Sonnenschein vielfach und ließen ihn nur fein dosiert das Gespinst durchleuchten. Einige Bäume formten Zweige und Auswüchse wie Klauen, ihre Wurzeln von hohem Riedgras umgarnt und vom Sonnenschein sträflich vernachlässigt. Manchmal bewegten sie ihre Glieder, so als wollten sie wie Wachtposten nach jedem greifen, der ohne ihre Erlaubnis diese Straße entlangfuhr. Doch das war nur der Wind, der so weit oben zuweilen sehr heftig wehte.

„Da vorne“, knurrte Alexander. „Na endlich. Das muss das Dorf sein. Es sei denn, wir sind bei diesem Steilhang vorhin falsch abgebogen.“

Juliana folgte seinem Blick. Voraus tat sich der Wald auf und gab eine überschaubare Ansammlung von Häusern und Scheunen preis, umrahmt von einer märchenhaft wirkenden Landschaft aus steilen, von Moos überwucherten Felsen, gekrönt von spitzen Nadelhölzern. Darüber wölbte sich der wolkenlose Himmel. Die Straße hatte sie weit hinauf gelotst.

„Also gut, gehen wir alles noch mal durch“, sagte Alexander geschäftig und fischte in der Hosentasche nach seinem Smartphone. „Kein Netz, wie ich mir schon gedacht habe“, raunzte er nach einem prüfenden Blick. „Verflucht noch eins. Das macht die Sache komplizierter.“

Juliana kam zu derselben Schlussfolgerung, geriet deswegen aber nicht in Panik.

Alexander ging vom Gas, ließ den Wagen ausrollen und warf argwöhnische Blicke nach draußen. „Siehst du irgendwo ein Ortsschild? Egal. Das muss das Dorf sein. Der Karte nach ist es von hier nicht mehr weit bis zum Landsitz. Vierzig Minuten zu Fuß, schätze ich. Ich werde in der Nähe sein, aber glaub bloß nicht, dass ich für dich im Wald übernachte. Ruf in meinem Wirtshaus an, wenn du Probleme hast. Und zwar ohne zu zögern, verstanden? Die Nummer hast du dir notiert, hoffe ich.“

„Die wird mir wenig nützen, wenn die mich in ein dunkles Verlies stecken“, rieb ihm Juliana unter die Nase.

Alexander stoppte den Wagen und taxierte sie finster. Mit seinen buschigen Augenbrauen über den kleinen dunklen Äuglein und dem krausen Bartflaum, der weite Teile seines Gesichts vereinnahmte, sah er aus wie ein zu groß geratener Teddybär – ein äußerst griesgrämiger Teddybär im Moment. Er war von Anfang an gegen dieses Vorhaben gewesen, hielt es für eine Schnapsidee. Aber noch weniger hätte er es über sich gebracht, Juliana allein fahren zu lassen. Dazu war sein kollegialer Beschützerinstinkt zu ausgeprägt. In ihren Anfangsjahren als Journalistin war sie dafür sehr dankbar gewesen. Bei dieser Angelegenheit wäre sie hingegen lieber allein. Immerhin ging es um ihre eigene Familiengeschichte; noch dazu um ein sehr düsteres Kapitel davon.

„Ich deichsle das schon, keine Angst“, versuchte sie ihn mit einem Schmunzeln zu beschwichtigen und tätschelte ihm zutraulich d