: Mickaël Brun-Arnaud
: Erinnerungen des Waldes Auf den Spuren von Ferdinand Maulwurf
: Woow Books
: 9783039670079
: 1
: CHF 12.60
:
: Kinderbücher bis 11 Jahre
: German
: 256
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Warm, witzig, wunderbar, weise und waldig - einfach WooW In einer großen, alten Eiche, mitten im Dorfwald von Schönrinde, führt Archibald Fuchs seine eigene Buchhandlung. Er liebt sein ruhiges Leben, die geordneten Regale und die unterhaltsamen Gespräche mit seinen Kunden. Eines Tages jedoch bringt sein Freund und Stammkunde Ferdinand Maulwurf die Ordnung völlig durcheinander. Ferdinand wird zunehmend zerstreuter und vergesslicher und kann seine Frau nicht mehr finden. Nun hofft er in seiner Autobiografie Antworten zu finden. Diese hat Archibald jedoch vor einigen Tagen verkauft. Kurzerhand erklärt sich der Fuchs bereit, seinem Freund zu helfen. Die beiden machen sich auf den Weg quer durch den Wald, und ein großes Abenteuer beginnt - werden die beiden Ferdinands Frau finden?

Mickaël Brun-Arnaud arbeitete, nach einem Studium der Psychologie, zehn Jahre lang in Krankenhäusern, wo er Menschen mit Alzheimer und neuroevolutiven Erkrankungen betreute. 2018 eröffnete er seine eigene Buchhandlung in Paris und widmet sich seitdem außerdem dem Schreiben.

Ferdinands Geschichte


Archibald Fuchs war ziemlich in Verlegenheit geraten: Da wusste nun einmal jemand genau, was er suchte, und er selbst war nicht in der Lage, seinen Kunden zufriedenzustellen! Wie hatte er übersehen können, dassErinnerungen aus Unter-Erde in seinen Regalen gestanden hatte?

»Es tut mir leid, Ferdinand … Ich habe in meiner Aufgabe als Waldbuchhändler versagt, als ich vergessen habe, den Käufer zu notieren«, entschuldigte sich der Fuchs verdattert.

»Uuuuhuuuu, wie soll ich es denn jetzt schaffen, mein Freund? Wie?«

Erschüttert hatte der Maulwurf ein zweites kariertes Taschentuch in der Größe einer Decke aus seiner Tasche gezogen und schnäuzte sich nun kräftig mit lauten Trompetengeräuschen: Tüüü! Tüüü! Jedes Mal, wenn er in den Stoff prustete, klingelten die kleinen Figürchen, die in manchen Regalen standen, wie Glöckchen und drohten auf dem Boden zu zerschellen. Archibald war auf der Hut und bereit, wenn nötig alles aufzufangen. Während Ferdinand immer noch weinte und weinte, löste er die Knoten der Bänder, mit denen die halbe Walnussschale auf seinem Rücken befestigt war. In ihr verstaute er die Bücher, wenn er welche kaufte, aber auch eine ganze Menge anderen Kram. Bisweilen war es daher nicht angenehm, wenn man seine Nase oder Schnauze in die Nähe der Walnussschale brachte – vor allem, wenn Ferdinand sein Butterbrot darin für ein paar Tage vergaß oder das Glas mit den Pflaumen nicht richtig verschloss … Diesmal zog er einen vergilbten Umschlag daraus hervor, und einen kleinen Zettel. Und, zum dankbaren Apfel aber auch!, nichts von dem, was er hervorzog, roch oder klebte vom vergorenen Pflaumensaft!

»Mein liebster Freund, ich muss Ihnen etwas gestehen, etwas sehr Wichtiges. Aber ich habe Angst vor Ihrer Reaktion …«

»Aber Ferdinand, Sie wissen doch, dass Sie mir alles sagen können. Ich werde Sie nie verurteilen«, antwortete Archibald und ergriff Ferdinands Pfote.

»Also gut, mein Freund, schauen Sie, mir ist kürzlich bewusst geworden, dass bei mir irgendetwas nicht stimmte … Mir ist bewusst geworden, dass … mir ist bewusst geworden …«

Er verstummte, sah wie weggetreten aus.

»Ferdinand?«

»Ja, Herr Fuchs?«

»›Mir ist bewusst geworden, dass …‹ Und wie weiter?«, fragte Archibald.

»Das weiß ich nicht, Herr Fuchs, mein Freund, was ist Ihnen denn bewusst geworden?«, wollte der Maulwurf wissen.

»Doch nicht mir, Ferdinand, sondern Ihnen!«, entgegnete Archibald etwas gereizt.

»Mir? Ach ja? Ich …«

Da sah er den Zettel, den er noch in seiner Pfote hielt.

»Ach ja! Mir ist bewusst geworden, dass bei mir irgendetwas nicht stimmte … Mir ist bewusst geworden, dass …«

»Dass …?«

Die Augen des Fuchses wurden größer.

»Dass ich mein Gedächtnis verliere, mein Freund! Es ist wie ein Schweizer Käse, eine Schaumkelle, ein richtiges Sieb! Das ist jetzt sicher ein Schock für Sie, aber ich leide an wiederkehrenden Gedächtnislücken&n