Ehrfürchtig hatten Arnim und zwei weitere Anwärter zum Soldaten im Thronsaal gekniet und ihren Eid geschworen. Laut und ohne Aussetzer sprachen sie ihre Worte und behielten dabei das Schwert des Königs im Blick.
„Ich kämpfe für mein Land, für die Menschen, die dort leben, und die Freiheit! Niemals will ich aufgeben und auch nur der Tod kann mich aufhalten! Für die Freiheit!“
„So erhebt euch!“, forderte Ragnar, ihr König, der an diesem Tag zu dieser feierlichen Stunde sein Schwert nicht selbst halten konnte. Seine Hände waren noch immer schwer verwundet und verborgen unter dicken Verbänden. Darum hielt auch Nelda, seine Gemahlin und Königin, die wertvolle Waffe.
Mit stolzgeschwellter Brust erhoben sich die jungen Männer und nahmen strahlend die Glückwünsche ihres Königs entgegen. Auch die Königin und alle ranghohen Soldaten schüttelten ihnen die Hand, drückten ihnen die Schulter oder umarmten sie freundschaftlich.
Hinterher saßen sie noch beisammen und die Alten erzählten bei Speis und Trank den Jungen lebhaft Geschichten aus deren Alltag. Dabei gesellte sich Ragnar zu Arnim.
Sie redeten über die Feierlichkeiten, als der König meinte: „Ich habe dir nie verraten, warum ich dir damals in dem dunklen Loch den Namen Arnim gab!“
„Nein, das hast du nicht!“, antwortete der junge Soldat und die entstandene Neugier war nicht zu überhören.
„Arnim bedeutet kleiner Adler. Du hast damals wie ein zerzauster, ängstlicher Jungvogel auf mich gewirkt. Ein kleiner Adler, der aus Angst vor großen Gefahren lieber sein Nest noch nicht verlassen wollte!“, erklärte ihm sein König.
Auch wenn der ihm vergeben hatte, so war das einer dieser Momente, in denen ihn seine Erinnerungen überschwemmten. Schlimmes hatte er getan, wofür er sich auch ausnahmslos schämte und ihm keine Vergebung verdient war. Doch man hatte ihm verziehen und an diesem Tag hatte er es zum ersten Mal gespürt. Er gehörte nicht nur zu ihnen, sondern war von heute an ein Mann des Königs.
„Ich bin froh und dankbar, dass du mir einen Namen geschenkt hast ... der mir dann auch noch gerecht ist!“
Ragnar lächelte, nahm umständlich seinen Krug in die verbundenen Hände und trank einen Schluck Bier. Arnim grinste zurück und tat es seinem K