: Julia Kröhn
: Sünde - Der Fluch der Maria Magdalena Historischer Thriller
: beTHRILLED
: 9783751738194
: Historische Thriller von Beststeller-Autorin Julia Kröhn
: 1
: CHF 2.70
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: Historische Kriminalromane
: German

Das Gemälde wird einen Skandal auslösen. Das ist die letzte Nachricht des Restaurators Tano Faresi an die junge Kunsthistorikerin Ricarda. Bevor sie mehr darüber erfahren kann, ist er tot. Steht sein Tod mit dem Gemälde in Verbindung? Und handelt es sich wirklich um CaravaggiosSanta Maria Maddalena? Ricarda begibt sich zusammen mit dem Benediktiner Elias und dem Fotografen Maurizio auf Spurensuche in Rom. Hinweise liefern ihr dabei alte Schriften mit Erinnerungen einer römischen Kurtisane, die Faresi Ricarda kurz vor seinem Tod anvertraut hat. Ihnen wird bald klar, dass Faresi mit seiner Vermutung recht gehabt hat ...

eBooks von beTHRILLED - mörderisch gute Unterhaltung.



<p>Julia Kröhn wurde 1975 in Linz an der Donau geboren. Heute lebt die Fernsehjournalistin und Autorin in Frankfurt am Main. Sie veröffentlicht unter verschiedenen Pseudonymen sehr erfolgreich Kinder-, Fantasy- und Historische Romane. Unter dem Pseudonym Carla Federico erhielt die Bestsellerautorin im Jahr 2010 den internationalen Buchpreis CORINE für ihren Roman<i><strong>I Land der Feuerblume</strong>< i>.</p><p>Besu hen Sie die Autorin unter www.juliakroehn.de im Internet.</p>

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Aus den Lebenserinnerungen der Kurtisane Isis de Luna Emilia Romagna und Rom, 1595

Der Geruch des Todes ist süß, aber sein Anblick so schwarz wie die Pestbeulen, die das Antlitz meiner Schwester Graziosa entstellten. Sie war die Schönere von uns beiden, die Mutigere, die Lebendigere; sie hatte dichtes Haar, honigbraun und voll sonnigem Glanz – doch nun verfaulte sie, und Ratten nagten an ihren bläulichen Zehen. Ich jagte sie fort – entsetzt, dass sie sich an dem verderbenden Leib meiner Schwester vergingen, und erleichtert, dass noch etwas in diesem Raum lebte. Denn außer mir waren alle tot.

Ein fahrender Händler hatte die Pest mit ihren schwarzen Beulen, dem üblen Gestank, den vertrockneten Kehlen, den unmenschlichen Schreien gebracht. »Ihr hättet ihm niemals das Tor öffnen dürfen«, klagte Serafina, meine Amme, ehe sie sich niederlegte, um zu sterben.

»Wer hätte es ahnen können«, gab meine Mutter zurück, weinerlich und verzagt und dennoch selbst in der Todesstunde nicht bereit, von ihrem Recht zu lassen, das Leben bunter und fröhlicher zu färben, als mein Vater es ihr zugestand.

Der Händler hatte Stoffe verkauft – Atlas, Samt und Seide. Mit einem dieser edlen Tücher – von denen er behauptete, sie stammten aus dem fernen Morgenland, meine Amme Serafina aber wusste, dass sie gewiss nicht weit von hier in Umbrien gewebt worden waren – lag meine Mutter zugedeckt, als ich sie fand. Ihr Gesicht war nicht zerfressen