: Shuyang Su
: Ein Land namens China
: Herzsprung-Verlag
: 9783960746980
: 1
: CHF 8.90
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: Politische Wissenschaft und Politische Bildung
: German
: 200
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Der berühmte chinesische Dramatiker, Schriftsteller und Dichter Shuyang Su (1938-2019) hat mit der Gewissenhaftigkeit eines Historikers, dem Vorstellungsvermögen eines Schriftstellers und der Schilderungsweise eines Essayisten in dem Buch 'Ein Land namens China' die chinesische Zivilisation und deren Geschichte in lebendigen Farben geschildert. In diesem Buch lädt Shuyang Su den Leser zu einer Zeitreise ein, bei der zwölf Schichten durchwandert werden: die Entstehung der Bezeichnung China, Geographie, Völker, Geschichte, Schriftzeichen, Ethik, Erfindungen, Kunst, Militär, Wirtschaft, Lebensweise und Zukunftsperspektive. Diese zwölf einzelnen Kapitel bilden wiederum eine in sich geschlossene Einheit mit rotem Faden, wobei die Schlussfolgerung lautet: China verfügt über eine lange Geschichte und eine glänzende Zivilisation. Tauchen Sie ein in Erzählungen, die gleichsam historische Fakten bieten und mitreißend erzählt sind. Erfahren Sie, was Sie schon immer über China wissen wollten.

Shuyang Su (1938-2019) war ein berühmter chinesischer Dramatiker, Schriftsteller und Dichter.

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4.1 Der historische Entwicklungsprozess


Die Xia-Dynastie existierte von etwa 2070 v. Chr. bis 1600 v. Chr., bis sie schließlich von einem anderen der frühen Staaten, der Shang-Dynastie, abgelöst wurde. Die Shang-Dynastie dauerte von ca. 1600 v. Chr. bis 1046 v. Chr. und wurde anschließend durch die Zhou-Dynastie ersetzt. Die Zhou wird in zwei Perioden, nämlich eine Westliche und eine Östliche Dynastie, unterteilt. Die erste Periode dauerte von 1046 v. Chr. bis 771 v. Chr. Die Östliche Zhou lässt sich wiederum in zwei Perioden unterteilen: die Zeit der Frühlings- und Herbstannalen sowie die Zeit der Streitenden Reiche.

Der Gründer der Xia-Dynastie war der bekannte Yu der Große. Seine legendäre Bändigung der Gewässer ist für immer in die Geschichte eingegangen. Sein Familienname war Si und da sein Lehen in Xia war, nannte man ihn auch Xiayu. Yu der Große ist einfach eine respektvolle Anrede.

Vor der Zeit von Yu dem Großen waren die Anführer der Stammesbündnisse entweder durch Empfehlung oder durch Abdanken und Überlassen des Throns entstanden. Nach dem Tod von Shun wurde Yu zum Anführer auserwählt. Yu erklärte sich zum „König von Xia“ und gründete so die Xia-Dynastie. Nach Yus Tod setzte sich sein Sohn Qi als zweiter König der Xia durch. Er kehrte sich vom alten Empfehlungssystem ab und installierte eine Erbmonarchie. Die Thronfolge war in dieser Erbmonarchie streng erbrechtlich geregelt, d. h., die Herrschaft wurde vom Vater auf den Sohn, oder vom älteren auf den jüngeren Bruder übertragen. Dieses erbliche System verwandelte das Königreich in das Privateigentum der königlichen Familie. Dies bedeutete eine erhebliche Veränderung in der chinesischen Geschichte und markierte den Übergang von einer primitiven Stammesgesellschaft zu einem frühen Staat.

Die Xia-Dynastie erfand Beamtentitel wie Verwalter des Viehs, Verwalter der Köche sowie Verwalter der Handwerker, unterteilte das Land in neun Provinzen, erließ Gesetze und stellte eine Armee und Gefängnisse auf.

Die Xia-Dynastie existierte mehr als 400 Jahre lang, insgesamt sind Namen von 17 Königen aus 14 Generationen überliefert. Der letzte König namens Jie gilt in der chinesischen Geschichte seit jeher als notorischer Gewaltherrscher. Der Anführer Tang des Stammes Shang stürzte mit seiner Armee die Xia-Dynastie und gründete am Anfang des 17. Jahrhunderts v. Chr. die Shang-Dynastie.

Überliefert sind von den Shang die Namen von insgesamt 31 Königen aus 17 Generationen. Ab König Tang existierte die Shang-Dynastie noch mehr als 500 Jahre lang. Da sich die Hauptstadt der Shang in seinen letzten 270 Jahren in Yin (der heutigen Stadt Anyang in der Provinz Henan) befand, nennt man Shang auch „Yin-Dynastie“ oder sogar kombinierend „Yinshang“ bzw. „Shangyin“. Der zwanzigste Shang-König hieß Pan Geng und war ein Enkelsohn der neunten Generation von König Tang. Pan Geng war es dann auch, der die Hauptstadt nach Yin verlegte.

Die Shang-Herrscher verlagerten ihre Hauptstadt mehrmals. Damit zeigen sie Merkmale der Viehhaltung, da diese Tiere von Wasser und Gras lebten. Di