Februar 2020 – das Virus kommt nach Europa
Nach unserer Rückkehr aus dem Urlaub nahm das Leben zu Hause seinen normalen Lauf. Wir gingen wieder zur Arbeit, das Wetter war weiterhin mild. Wir hörten von immer mehr Corona-Ansteckungen in China, inzwischen im ganzen Land. Firmen wurden geschlossen, darunter auch unser Werk in China. Wir erfuhren, dass Mitarbeiter unserer Firma noch im Januar bei unserer Niederlassung waren, und da spukte schon der Gedanke im Kopf herum, was, wenn sich da einer angesteckt hat?
Während dieser Zeit unternahmen mein Mann und ich Mitte Februar noch eine Wochenendreise nach Schweden. Unser Traum war es schon seit einiger Zeit, uns ein Haus in Schweden zu kaufen und uns dort einen Zweitwohnsitz einzurichten. Und nun war es soweit, wir hatten auf einem Immobilienportal unser Traumhaus in Schweden gefunden, genau in dem Ort, wo wir schon oft unseren Urlaub verbracht hatten und wo wir uns richtig zu Hause fühlten, ein typisches Schwedenhaus, gestrichen inFalunrot, dem typischen Schwedenrot. Was tun? Unsere Hauptgedanken kreisten nun in diesen Tagen um dieses Haus, um die Corona-Nachrichten kümmerten wir uns nicht weiter. Wir telefonierten mit Freunden in Stockholm, fragten nach deren Meinung und baten um Unterstützung. Mein Schwedisch ist zwar ganz gut, aber wir nahmen die Hilfe unserer Freunde gerne in Anspruch, um mit dem Makler diverse Dinge zu klären.
Wir würden immer denken, wir hätten eine Chance verpasst, wenn wir dieses Haus nicht zumindest mal angesehen hätten, und so beschlossen wir, schon am darauffolgenden Wochenende nach Stockholm zu fliegen. Corona war erst einmal vergessen. Wir verbrachten den Freitagabend mit unseren Freunden in Stockholm, um alles zu besprechen und fuhren dann gemeinsam am Samstag zur Besichtigung. Das Haus war zweistöckig, geräumig, hatte eine riesige Terrasse und vor allem eine traumhafte Aussicht auf den Siljansee. Aber es gab einiges zu reparieren und zu renovieren, immerhin stammte es aus dem Jahr 1941. U