: Julia Kröhn
: Die Chronistin Historischer Roman
: Verlagsgruppe Lübbe GmbH& Co. KG
: 9783751737548
: Die schönsten und spannendsten Historischen Romane von Julia Kröhn
: 1
: CHF 4.50
:
: Historische Romane und Erzählungen
: German
: 660
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

M rd im Kloster

Im Jahr 1245 machen die Nonnen des Damenstifts von Corbeil eine grausige Entdeckung: In einem kleinen Raum unterhalb des Altars ihrer Kirche finden sie eine mumifizierte Frauenleiche. Rasch stellt sich heraus, dass es sich um die vier Jahre zuvor verschwundene Schwester Sophia de Guescelin handelt. Das Entsetzen wird noch größer, als klar wird, dass Sophia ermordet wurde. Wer kann so etwas getan haben und warum? Hängt der Mord etwa mit der Chronik zusammen, an der Sophia ständig schrieb, die aber niemand je gelesen hat? Äbtissin Roesia setzt alles daran, die Sache zu klären, aber bald gibt es noch mehr tote Nonnen. Die Opfer sind allesamt eng mit Sophias Lebensweg verknüpft. Wer war die Chronistin wirklich?

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<p>Julia Kröhn, wurde 1975 in Linz an der Donau geboren. Heute lebt die Fernsehjournalistin und Autorin in Frankfurt am Main. Sie veröffentlicht unter verschiedenen Pseudonymen sehr erfolgreich Kinder-, Fantasy- und Historische Romane. Unter dem Pseudonym Carla Federico erhielt die Bestsellerautorin im Jahr 2010 den internationalen Buchpreis CORINE für ihren Roman Im Land der Feuerblume. Besuchen Sie die Autorin unter www.juliakroehn.de im Internet.</p>

II. Kapitel


Anno Domini 1188 bis 1192


Von den Wänden des Skriptoriums hallte Gemurmel. Unfassbar deuchte die Kopistinnen Mechthilds Vorwurf – unfassbar und auch ein wenig furchterregend. Konnte man von dem frechen, vorlauten Mädchen tatsächlich glauben, es stünde mit dem Teufel im Bunde und hätte von jenem eine außergewöhnliche Gabe geschenkt bekommen? War es denn nicht schon früher aufgefallen, weil es alles schneller lernte: das Schreiben und Lesen, das Lateinische und Griechische, die Schriften der heidnischen Philosophen und der Kirchenlehrer?

Bis auf den Tag, da sie beim Mittagessen auswendig aus der Vita des heiligen Eligius zitieren konnte, hatte sich Sophia niemals sonderlich damit hervorgetan. Heute freilich hatte sie sich ganz unbescheiden in den Vordergrund gespielt, das Gebot missachtend, wonach vor allem die Jüngeren unter ihnen nur sprechen durften, wenn sie ausdrücklich gefragt wurden. War das bereits Teufelswerk?

Als der Pater Immediatus die Hand hob, erstarb das Gemurmel, doch die Stille war hungrig wie Mechthild. Fordernd verlangte sie nach einem Wort der Klärung oder der endgültigen Verurteilung.

Sophia dachte gar nicht daran, sich gegen den Vorwurf zu verteidigen, wonach sie mit dem Teufel im Bund stünde. Sie wähnte sich des Schutzes sicher, den ihr der Pater Immediatus gegen die lästernde Zunge einer Neiderin gewiss gewährte. Bekräftigen würde er, dass ihr ein besonderer Platz im Skriptorium zustünde und dass ihr weitläufiger, fruchtbringender Geist nicht nur an dess