: Siegfried Essen
: Selbstliebe als Lebenskunst Ein systemisch-spiritueller Übungsweg
: Carl-Auer Verlag
: 9783849784454
: 5
: CHF 26.20
:
: Angewandte Psychologie
: German
: 232
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Die Liebe zu sich selbst ist die beste Voraussetzung für ein erfülltes Leben. Sie entsteht, wenn das Ich und das Selbst in Balance kommen, wenn ein Gleichgewicht besteht zwischen dem Individuum und seiner Umwelt, zwischen dem sichtbar Körperlichen und dem immateriell Seelischen, zwischen Menschlichem und Spirituellem. Ein Weg, zu dieser heilenden Balance zu finden, stellt die autopoietische Aufstellung dar, die Siegfried Essen in diesem Buch vorstellt. Zu ihren Grundlagen gehört neben systemischen Erkenntnissen und den Regeln der Aufstellungsarbeit der Aspekt der Spiritualität aus einem urchristlichen und buddhistischen Verständnis heraus. In den zahlreichen Fallbeispielen und Übungsanleitungen geht es um unser Wünschen, Wollen, Bitten und Beten, um die Kultivierung von Selbstgesprächen, um den heilenden und stärkenden Umgang mit Ahnenreihen und Stammbäumen, mit Medizinrädern und Chakren zur Entfaltung von Intuition, Kreativität, Herzenskraft, Selbstmächtigkeit, Erotik und Erdung. Weitere Themen sind der Umgang mit Schuld und Schuldgefühlen, Täter-Opfer-Verstrickung sowie die ressourcenorientierte Traumabehandlung im Einzelschicksal und im Kollektiv. Am Ende ist der Leser in der Lage, mithilfe der Anleitungen zu Alltagsritualen, Übungen und Meditationen eigenständig, d. h. ohne Therapeut:in oder Gruppe, Ich-Selbst-Verkörperungen durchführen. Kurzum: Ein Praxisbuch zum Einüben von Selbstliebe mit ihren vielen Facetten der Selbstwahrnehmung, Selbstrespekt, Selbstvergebung und Selbstermächtigung.

Siegfried Essen, Dipl.-Psych., Theologe, Psychotherapeut; ausgebildet in Systemischer Familientherapie, Integrativer Gestalttherapie und Individualpsychologie; leitet Aus- und Weiterbildungen in spirituell-systemischer Aufstellungsarbeit, Selbsterfahrung und Psychotherapie, bietet Coaching und Aufstellung politischer, sozialer und ökologischer Systeme, Bibliodrama und Bühnenarbeit an. Langjähriger Lehrtherapeut für integrative Gestalttherapie und systemische Familientherapie in Deutschland und Österreich. Publikationen u. a.: 'Selbstliebe als Lebenskunst. Ein systemisch-spiritueller Lebensweg' 5. Aufl. 2023).

Einleitung


Wenn man es mit Menschen zu tun hat,
sagte er, sollte man sich nur bemühen,
ihrem Körper etwas zu vermitteln
.

Don Juan

Verkörperung als spiritueller Weg


Ist es möglich, sich im Körper wohlzufühlen, sich in der materiellen Begrenztheit und Sterblichkeit zu lieben? Ich stelle mir vor, wie wir im Moment unserer Geburt mit voller Wucht aus der Verbundenheit gerissen, von der Mutter getrennt und in die Einzelexistenz geworfen werden. Dokumentiert nicht der Schrei des Babys das Entsetzen und die bodenlose Angst der Seele? Wo ist die Verbundenheit geblieben? Oder dokumentiert dieser Schrei die Überraschung darüber, dass alles so anders ist als bisher, so neu? Oder deutet unser erster Umgang mit der Luft und der Stimme (manche Babys schreien nicht) schon eine erste Entscheidung an, wie wir die Welt sehen? Werden wir unser Leben dafür nutzen, in die Verbundenheit zurückzukehren, oder dafür, das Überraschende des Lebens auf der Erde anzunehmen und gleichzeitig zu erkennen, dass wir die Verbundenheit nie verloren haben. In Verbundenheit getrennt sein und in Getrenntheit verbunden sein, das ist Selbstliebe, Selbstachtung, Selbstmächtigkeit.

Dieses Buch ist als Praxisbuch zum Einüben von Selbstliebe mit ihren vielen Facetten gedacht: Selbstwahrnehmung und Selbstvergebung, Selbstrespekt und Selbstermächtigung, um nur einige zu nennen. Es entstand aus der universalen Sehnsucht nach Lebensfreude, nach Liebe, Selbstbewusstsein und Macht. Die Grundhaltung meiner Arbeit ist die Liebe zur Erde. Das heißt die Anerkennung und Würdigung der Dualität. Das ist vielleicht für manche überraschend, die sich unter Spiritualität die Liebe zum Himmel und die Aufhebung der Dualität vorgestellt haben. In dieser anderen Auffassung von Spiritualität wird aber die Nichteinheit nicht als Sündenfall oder als böse betrachtet, sondern als Geschöpflichkeit, Materialität und Kraft der Unterscheidung. Dualität wird als wesentlich zur Einheit gehörend betrachtet. Das Erscheinende, die Form, entspringt aus dem Einen, Leeren, Nichterscheinenden, und umgekehrt! Das Größere, die Leerheit und Einheit, entsteht aus der Bewusstwerdung der Te