Spiritualität im Alltag leben
„Spirituell zu wachsen bedeutet, dir bewusst zu sein, dass alles bei dir selbst beginnt. Sobald du dich mit deinem tiefsten Inneren verbindest und deine ureigene Kraft entdeckst, erwacht deine lichtvolle Essenz. Mit klaren Entscheidungen und einem neuen Bewusstsein können wir vieles in Bewegung bringen und Wundervolles erschaffen.“
Diese Zeilen reihten sich nach und nach aneinander und wollten als Beschreibung auf unseren Ratgeber. Denn genau das ist es, worum es beim spirituellen Wachstum geht – nach innen zu schauen, unserer Seele zu lauschen, den Herzensimpulsen zu folgen und unsere Erfüllung nicht mehr im Außen zu suchen, sondern in uns selbst zu finden.
Auch ich durfte mir dessen erst bewusst werden, was nicht von heute auf morgen geschah. Es war ein langwieriger Prozess über Jahre hinweg. „Prozess“ stammt von dem Wort „procedere“ ab und bedeutet „voranschreiten“. Und genau das habe ich getan – Schritt für Schritt – raus aus der Dunkelheit, meinen schweren Depressionen, hinein ins Licht. Währenddessen hatte ich offenbar zahlreiche himmlische Helfer an meiner Seite, die mich auf dieser Transformationsreise unterstützten.
Deine Seele kennt den Weg.
Sobald wir innerlich zur Ruhe kommen und nicht nur im Außen agieren, fällt es uns leichter, die Impulse unserer Seele wahrzunehmen und ihnen auch zu folgen.
Den Großteil meines Lebens lief ich vor mir selbst davon. Ich passte mich ständig meinem Umfeld an, um zu gefallen, um akzeptiert, geliebt und wertgeschätzt zu werden. Doch genau dies machte mich auf Dauer krank und so versank ich in einem tiefen Tal der Traurigkeit, ohne zu wissen warum. Letztlich war es meine Seele, die um Hilfe schrie. Irgendwann fühlte ich mich innerlich so leer und kaputt, dass ich nicht mehr sein wollte.
Als ich an einen Punkt angelangte, wo es mir derart schlecht ging, dass ich es kaum noch ertragen konnte, traf ich eine alles verändernde Entscheidung. 2002 kündete ich meinen Job als Management-Assistentin in Luxemburg (zu der Zeit wohnte ich in Rheinland-Pfalz und pendelte täglich zur Arbeit) und begann eine zweijährige Ausbildung zur Fitness Managerin in Hamburg – trotz oder gerade aufgrund meiner Depressionen. Obwohl mir mein Job Spaß machte, ich einen super Chef und sympathische Kollegen hatte sowie einen Partner an meiner Seite, war ich dennoch nicht glücklich. Zuvor hatte ich neben meiner Tätigkeit im Büro bereits Kurse als Aerobic Trainerin gegeben, nachdem ich „von oben“ geführt worden war, die entsprechende einwöchige Ausbildung und Lizenzprüfung zu absolvieren.
So ließ ich alles hinter mir (sowohl Arbeitsstelle und Wohnort als auch Freunde und meinen Partner) und startete nochmal komplett neu. Auch dieser Weg war geprägt von Höhen und Tiefen, doch gab ich niemals auf und irgendetwas in mir (oder auch außerhalb von mir) trieb mich stets voran. Im Nachhinein betrachtet waren es immer wieder bestimmte Ereignisse und Menschen – schicksalhafte Begegnungen – die mich prägten und mir den Weg ebneten. Ich verwandelte mich sozusagen von der Raupe in den Schmetterling, wurde immer selbstbewusster und kam endlich bei mir an – mit etwa Mitte 30. Zuvor war ich ständig am Kämpfen – um Liebe, Anerkennung und Wertschätzung, denn meine Kindheit und Jugend hatte mich entsprechend geprägt.
Während meiner Ausbildungszeit fand ich schließlich auch zum Yoga und war erstaunt, was dies in mir bewegte. Zuvor hatte ich mich beim Sport eher ausgepowert und abgelenkt und war auch hier auf eine bestimmte Art und Weise davongelaufen – vor mir selbst und meinen Emotionen, die ich nicht fühlen wollte. Nun begann ich das erste Mal, nach innen zu lauschen