: Anett Diell
: Der Duft der Mandelblüte
: dp Verlag
: 9783986378400
: 1
: CHF 4.50
:
: Erzählende Literatur
: German

Zwe verfeindete Familien, eine verbotene Liebe und ein Haus voller Geheimnisse…
Das fesselnde Familiengeheimnis vor der schönen Kulisse Süditaliens

It lien im Jahr 1955: Schweren Herzens gibt Anatolia Lavoratori ihre Träume von einem Kunststudium in Neapel auf, um ihren Eltern unter die Arme zu greifen. Denn um deren Pizzeria im wunderschönen Casa Principessa steht es seit dem Schlaganfall ihrer Mutter schlecht. Im Handumdrehen gelingt es der kreativen Anatolia das Geschäft zum Blühen zu bringen. Als sie jedoch den jungen Tynano kennenlernt und sich Halsüber Kopf in ihn verliebt, tritt dieses plötzlich in den Hintergrund. Was sie nicht ahnt: er gehört der Familie Di Nero an, die seit Jahrzehnten mit der ihren eine verbitterte Feindschaft führt. Wird ihre Liebe an dieser Fehde zerbrechen?

Deutschland fünfzig Jahre später: Die junge Konditorin Liza steht kurz vor der Erfüllung ihres Lebenstraums: Eine eigene Konditorei zu eröffnen. Als jedoch ihre Mutter unerwartet verstirbt,ändern sich ihre Pläne schlagartig. Liza reist nach Italien, um dem letzten Wunsch ihrer Mutter gerecht zu werden, und deren Asche in ihre Heimatstadt Venosa zu bringen. Dort angekommen, erkennt Liza schnell, dass in den Straßen Venosas ein Geheimnis lauert, das seinen Ursprung in einer Zeit lange vor ihrer Geburt nimmt. Auf der Suche nach Antworten findet sich Liza schon bald in einer Welt aus Zwietracht und Hass verstrickt, in der die Liebeüber allem schwebt…

Erst Leser:innenstimmen
„Fesselnde Familiensaga, dramatische Liebesgeschichte und charmantes, italienisches Setting.“
„Diese Star-Crossed-Lovers-Geschicht hat mich tief berührt.“
„Ein Familiengeheimnis-Roman genau nach meinem Geschmack: geheimnisvoll, romantisch, atmosphärisch.“„Für Fans von Romeo und Julia und mysteriösen Familiengeheimnissen eine klare Lese-Empfehlung!“

Anett Diell lebt mit ihrem Partner im Süden Deutschlands, umgeben von Natur und Kreativität. Bereits in der Grundschule entwickelte sie eine besondere Faszination für das geschriebene und gesprochene Wort, und drückte es in Geschichten und Darstellung aus. Ihre Werke veröffentlicht sie seit 2021 unter ihrem Pseudonym und wird durch die Agentur Ashera vertreten. Alle ihre Projekte vereinen die Idee von Held:innen, die noch solche werden müssen.

Prolog


Freiburg, Mai 2005

»Es gibt diese Momente im Leben, in denen du glaubst, alles im Griff zu haben und dir vielleicht sogar einredest, zufrieden zu sein. Vertrau mir, du kannst dich darauf verlassen, dass sie schneller rum sind, als du gucken kannst.«

Das Licht flackerte in den Neonröhren an der Decke, surrte leise und sorgte für ein permanentes Ohrgeräusch, während Liza Blüm durch den Flur der Volkshochschule eilte, die Worte ihrer Mutter im Kopf. Im Grunde passte dieser Ausspruch nicht zu ihr. Anatolia Blüm war keine übertrieben pessimistische Frau. Was sie anpackte, gelang ihr, weil sie mit Entschlossenheit und Eifer dahinter war, und diesen Wesenszug hatte sie an Liza weitergegeben. Ihr Lachen hallte in jeder Erinnerung mit, begleitete Lizas Leben. Nichtsdestotrotz verklang jener Hall schnell. Ohne es je angesprochen zu haben, wusste Liza, dass ihre Mutter etwas in sich trug, das dunkel war, ihre Laune ab und an verschleierte. In den vergangenen Monaten seit ihrem siebzigsten Geburtstag hatten diese Tendenzen zugenommen. Sie begrüßte Liza nur noch selten mit einem Lachen und gleichzeitig strahlten ihre Augen eine schwermütige Note aus.

Als Liza an diesem Abend aus einem Interview mit der Badischen Zeitung gerissen wurde, weil ihre Mutter vom Lörracher Elisabethen-Krankenhaus aus anrief, fühlten sich ihre Worte so wahr wie nie zuvor an. Bedachte man, dass sich Liza eben noch mit dem Journalisten über ihr regional hochgefeiertes BackbuchVom Weckmann und anderen Genüssen unterhalten hatte und nun um ihre Mutter bangen musste.

Sie ließ sich von der Rezeptionistin das Telefon reichen und trat in den ungelüfteten Gästeraum. Fast wurde ihr dabei übel. Sie brachte ihre feine Nase zum Verstummen – seit sie sich erinnern konnte, war es ihre Nase, die den ersten Eindruck einer neuen Situation bestimmte. Was jetzt unbedeutend war. Jetzt zählte einzig ihre Mutter.

»Mama? Was ist passiert?«

Die Stimme am anderen Ende der Leitung klang so jung und unbeschwert wie immer. Einzig an ihrer gedämpften Lautstärke erkannte Liza, dass ihre Mutter nicht bei voller Kraft war. Sie war gut darin zu verbergen, wenn es ihr schlecht ging. Und sie war noch besser darin, einen tadellosen Schein zu wahren. Ihr Aussehen half ihr dabei. Hätte man sie als Unbekannte gefragt, wie alt sie Anatolia Blüm schätzte, hätte Liza ihr knappe fünfzig Jahre gegeben, fast faltenlos wie sie war und mit lediglich einer Handvoll ergrauten Haaren. Erst als sie nun sprach, hörte Liza plötzlich ihr Alter heraus. »Ich bin gestürzt, Schätzchen.«

»Was?«, fragte Liza und stöhnte. Sie verfluchte sich innerlich dafür, dass sie ihre Mutter nicht schon früher aus dem alten Haus in Haltingen geholt hatte, das viel zu viele Treppen und Stolperfallen barg. Seit dem Tod ihres Vaters lebte ihre Mutter dort allein und behauptete, sie käme zurecht. Nicht, dass Liza ihr widersprechen wollte, sie fand ihre Mutter bemerkenswert eigenständig und bewunderte sie für die vielen Dinge, die sie, jegliche Hilfe ablehnend, immer noch selbst meisterte. Trotzdem war das Haus nicht für das Alter geschaffen, mochte sie noch so gut in Schuss sein.

»Hast du dir etwas gebrochen? Was sagt der Arzt? Hast du …«

»Gemach, Schätzchen, gemach. Das ist es nicht, das mich umbringen wird.«

Liza hielt inne. »Was soll das heißen?«

»Dass ich sterben werde. Da sitzt ein Tumor in meinem Kopf. Seit letztem Herbst.«

Die Welt hörte auf, sich zu drehen, die Zeit stoppte. Liza starrte mit unbeweglicher Miene an die kahle Wand ihr gegenüber, sämtliche Gerüche entzogen sich ihrer Nase, sämtliches Licht verdunkelte sich um sie herum. Ihr war, als überwiege plötzlich nur das Surren der Neonröhren oben an der Decke. Sie wusste nicht, wie viel Zeit vergangen war, bis sie endlich glaubte, sich regen zu können. Sie sollte etwas sagen, aber es wollte nichts kommen. Stattdessen spürte sie das Kitzeln in ihrer Nase, das Ziehen am Gaumen und den Moment nahen, in dem sich ihre Augen mit Tränen füllten. »Nein«, entfuhr es ihr schließlich.

»Doch«, erklärte ihre Mutter, »so ist es.«

Wie konnte sie dabei so gelassen bleiben? »Warum hast du mir nicht längst etwas gesagt?«, fragte sie.

Ihre Mutter lachte. »Was hätte das denn geändert? Du hattest so viel um die Ohren und dich gerade verlobt. Ich wollte lieber die letzte gemeinsame Zeit genießen, statt sie mit etwas zu überschatten, das unaufhaltsam ist. Glaub mir, es ist in Ordnung.«

Wie konnte das in Ordnung sein? Liza erschauderte angesichts der Abgeklärtheit, die ihre Mutter in sich trug. Es ruhte eine Friedlichkeit in ihren Aussagen, die ihr zeitlebens nicht gegeben war. Als hätte sie sich mit allem abgefunden, als erleichterte sie diese Erkenntnis. Liza hingegen konnte und wollte s