: Barbara Imgrund
: Räuberleiter Eine Stadt sucht ein Kind
: Ulrike Helmer Verlag
: 9783897419117
: 1
: CHF 11.70
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 254
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ein kleiner Junge verschwindet vor aller Augen. Niemand weiß, wo er ist. Niemand weiß, wer er ist. Die ganze Stadt könnte wegschauen, wie immer. Doch diesmal tut sie es nicht ... Freitagmorgen, in einer Spedition klingelt das Telefon. Am anderen Ende der Leitung: ein Kind namens Robbie. Irgendwo im Hasenberg, einem Brennpunktviertel, hält er sich allein und hilflos in einer Wohnung auf. Das Gespräch reißt ab, Rückruf unmöglich, Adresse unbekannt. Kriminalhauptkommissarin Floralie Buchta, berüchtigt für ihre hemdsärmeligen Ermittlungsmethoden, nimmt die Sache ernst und fahndet fieberhaft nach dem Jungen. Doch neben der Polizei und der halben Stadt machen sich auch Menschen mit ganz anderen, kriminellen Absichten auf den Weg - und ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt an diesem irrsinnig heißen Sommertag.

Barbara Imgrund ist im niederbayerischen Landshut geboren und in Kaufbeuren/Allgäu aufgewachsen, studierte Germanistik in München (M. A.). Anschließend arbeitete sie als Lektorin in verschiedenen renommierten Verlagen. Seit 1998 ist sie selbstständig als Lektorin, Literaturübersetzerin und Schriftstellerin und lebt seit 2000 in Heidelberg. Inspiriert von ihren ehrenamtlichen Einsätzen im Hospizdienst und im Tierschutz, beschäftigen sich ihre Texte immer wieder mit der Frage, wie Menschen in den Stürmen des Lebens bestehen und was ihnen am Ende des Tages wirklich wichtig ist. Imgrund ist Mitglied der GEDOK Heidelberg und des Netzwerks Lyrik.

 

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Die Langeweile trug Blau. Es war nicht irgendein Blau, beileibe nicht, sondern eines von der satten, stahlharten Sorte, das kein Wölkchen duldete und sich selbst zu genügen schien. Dieser Tag wirkte schon jetzt, kaum da er begonnen hatte, makellos und perfekt. Für einen Freitag, den Dreizehnten, zu makellos und perfekt, dachte sie flüchtig.

InderTatstelltesichderHochsommersehrfrüheinindiesemJahr.EswarerstMitteJuni,dochschonjetzt,umzehnUhrmorgens,flirrtedieLuft,genauwiegesternunddieTagezuvor.DieSonnelocktenachdraußen,verführtezumNichtstun.Allesschiensoleichtundschmetterlingszart,undwasschlimmoderbösewar,sahunterdemBrennglasdiesesLichtsnurnochhalbsoschlimmaus.Halbsoböse.

BirteBachmaierschütteltedenKopf,umdiesonderbarenGedankenzuvertreiben,diesienochimmerwieausdemNichtsanfielen.IhrBlickkehrteaufdenBildschirmzurück.AnalldenRechnungsbeträgen,KontoverbindungenundVereinbarungenkonntemansichfesthalten.Siewarenverlässlich,unumstößlich