Die Frauen und Kinder standen vor den Zelten und sahen ihm hinterher. Die Männer begleiteten ihn ein Stück zu Fuß und verabschiedeten ihn am Bachlauf hinter den Äckern. Dort blickten auch sie ihm hinterher.
Nach und nach verschwamm die Silhouette von Reiter und Kamel mit dem Wald.
»Wohin reitet Utna‘pischti?«, fragte einer der Halbwüchsigen.
»Zum Strom«, antwortete die älteste Frau des Kamelreiters.
»Ganz allein?«
»Ganz allein und mit einem einzigen Kamel wollte er aufbrechen.« Die Frauen schüttelten den Kopf, die Halbwüchsigen und Kinder sahen einander verwundert an. Aber gut, so war er; so war Utna‘pischti, der Lehrer, der Patriarch, der wunderliche Mann.
»Warum tut er das?«, fragte jemand. »Es ist doch gefährlich.«
»Ein Gott hat zu ihm gesprochen«, sagte Utna‘pischtis älteste Frau. »Heute Nacht im Traum. Einer wie er muss aufbrechen, wenn göttliches Traumgesicht ihn ruft.«
Die anderen nickten langsam, einige seufzten, seine jüngste Frau verhüllte ihr Gesicht mit dem Schleier.
Der, von dem die Rede war, ritt in den Eichenwald hinein. Wenn er im Kamelsattel schlief, würde er das Ufer des westlichen Stroms in spätestens zwei Tagen erreichen. Das Tier würde den Weg von allein finden. Es kannte ihn gut.
Bis Sonnenuntergang folgte Utna‘pischtis Kamel den ausgetretenen Pfaden der Handelskarawanen durch den wilden Wald und entlang von Sümpfen und kleinen Seen und Bachläufen. Als das letzte Licht des Tages verblasste und zwischen den Baumwipfeln der Abendstern aufging, dachte er an den Traum, der ihn auf diese Reise geschickt hatte.
Im Traum hatte er einen Mann in einem Boot gesehen.
Der Mann saß am Bug und hielt ein langes geflochtenes Seil aus Leder in den Händen. Das andere Ende des Seils war an der