: Jana Schikorra
: Hibiskusträume in der Bretagne Ein Roman voller Liebe und sommerlichem Blumenduft in einer kleinen Gärtnerei
: Verlagsgruppe Lübbe GmbH& Co. KG
: 9783751743129
: Die schönsten Romane für den Sommer und Urlaub
: 1
: CHF 1.80
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 336
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Alicia König reist durchs sommerliche Frankreich, immer auf der Suche nach Menschen und Orten mit besonderen Geschichten. Nach einer Autopanne strandet sie allerdings in einem Dorf in der Bretagne. Doch das kleine Rochefort-en-Terre, mit all den verwunschenen Gassen und den mit Blumen bewachsenen Steinhäusern, übt seinen ganz eigenen Zauber auf Alicia aus. Sie lernt die Dorfbewohner kennen und ist begeistert von deren einzigartigen Geschichten.
Dabei sticht vor allem Théo heraus, der Besitzer der Gärtnerei »Amitié«, Freundschaft. Diese hat ein ganz besonderes Konzept: Blumensamen können im Laden gekauft und im Hinterhof gepflanzt werden. Wer anderen Trost schenken oder eine Freude machen will, kann sich eine gediehene Pflanze aussuchen und mitnehmen. Alicia ist fasziniert von dem attraktiven Franzosen und hilft sogar im Laden aus - der steht aber kurz vor dem finanziellen Ruin, wie sie bald feststellt. Doch sie hat eine Idee, wie sie die Gärtnerei noch retten kann. Allerdings ahnt sie nicht, dass sie mit ihrer Aktion Erinnerungen in Théo wachruft, die er lieber verdrängen wollte ...

Alle Geschichten dieser Reihe zaubern dir den Sommer ins Herz und bringen dir den Urlaub nach Hause. Die Romane sind in sich abgeschlossen und können unabhängig voneinander gelesen werden.

eB oks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.



<p>Jana Schikorra, 1993 in Lübeck geboren, studierte Germanistik und Soziologie an der Universität Hamburg. Zurzeit lebt sie mit ihrer Familie in der Nähe ihrer alten Heimat, doch am lautesten schlägt ihr Herz für die Berge. Die Liebe zum Schreiben entdeckte sie bereits in Kindertagen und arbeitet seither an ihrem großen Traum, Schriftstellerin zu werden. Auf Instagram bloggt sie unter dem Nutzernamen »janas_wortwelten« über den Autorinnenalltag.</p>

Kapitel 1
   


Wenn Freiheit eine Farbe hätte, dachte Alicia, dann wäre sie ganz sicher von demselben Blau, in dem sich auch der Himmel über der Route Nationale heute präsentierte.

Keine einzige Wolke trübte die Schönheit seines sommerlichen Gewands, und die im Zenit stehende Sonne verlieh ihm ein hellgoldenes Glühen.

Sie griff nach der Dose in ihrem Getränkehalter, nahm einen großzügigen Schluck des inzwischen lauwarmen Eistees und leckte sich anschließend den süßen Pfirsich-Geschmack von den Lippen.

Die Klimaanlage ihres Mietwagens funktionierte mehr schlecht als recht, doch davon ließ sie sich nicht stören. Alicia genoss den Fahrtwind, der ihr die langen blonden Haare um den Kopf pustete und den einzigartigen Geruch nach heißem Asphalt, Salz und Abenteuern durch das heruntergelassene Fenster hereintrug.

Hier war sie richtig. Genau hier, genau jetzt, auf diesem abgewetzten Stoffsitz und mit der verschrammten Sonnenbrille auf der Nase.

Alicia grinste sich im Rückspiegel zu. Die durch den defekten Bügel in Schieflage geratenen getönten Gläser verliehen ihr das Aussehen einer verrückten Fliege aus einem Cartoon – oder vielleicht einer Wespe, dachte sie, wenn man ihr neongelbes Kleid berücksichtigte.

In Hamburg hatte sie Outfits wie jenes, in das sie am Morgen ohne nachzudenken geschlüpft war, stets mit einem leichten Zögern angezogen. Obwohl sie die norddeutsche Stadt, in der sie seit ihrer Geburt lebte, durchaus mochte, hatte Alicia immer das Gefühl gehabt, zu bunt für ihre Bewohner zu sein. Zu laut. Zu aufgeregt.

Auf ihren Reisen durch Europa hingegen, die sie durch pulsierende Metropolen und bezaubernde Dörfer geführt hatten, waren ihr derlei Gedanken nie gekommen.

So auch jetzt nicht, auf ihrer wunderbaren Fahrt durch die Bretagne, an deren Ziel ein sicherlich aufregendes Interview und danach ein wohlverdienter Urlaub auf sie warten würde.

Sie hatte lange auf dieses Stück Freiheit hingearbeitet. Auf diese seltene Auszeit, während derer sie das Arbeiten zwar nicht gänzlich einstellen, es aber deutlich ruhiger angehen lassen würde. Und der Preis für dieses Geschenk an sich selbst war hoch: Über ein Jahr lang hatte sie ohne Unterlass geschuftet, um ihre Ersparnisse aufzustocken. Nicht nur einmal hatte sie dabei das Gefühl gehabt, sich restlos übernommen zu haben, doch nun machten sich ihre Mühen – und die parallel dazu heruntergeschraubten Standards des alltäglichen Lebens – im wahrsten Sinne des Wortes bezahlt.

Alicia lächelte