: Melody Rose
: Die Farbe meiner Gedanken
: Bookspot Verlag
: 9783956691775
: 1
: CHF 7.10
:
: Erzählende Literatur
: German
: 323
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
'Ich beschließe, der Stimme in meinem Kopf einen Namen zu geben. Vielleicht wird es leichter, wenn ich die Depression von nun an Saskia rufe.' Isas Welt hat an Farbe verloren. Seit sie das erste Mal von ihrer Depression Saskia besucht worden ist, hat sie sich von allen zurückgezogen. Nur ihrem Tagebuch vertraut sie ihr größtes Geheimnis an. Als dieses plötzlich verschwindet, tritt der junge Obdachlose Phil in Isas Leben. Von ihm fühlt sie sich verstanden und schon bald lässt er Isas Herz höherschlagen und Saskia leiser werden. Doch kann sich Isa Phil jemals komplett öffnen? Und welche Dämonen haben Phil auf die Straße getrieben? Eine berührende Coming-of-Age-Story zweier Jugendlicher, die sich selbst und ihren Platz in der Welt finden müssen.

Die deutschsprachige Autorin Melody Rose hat mit Fanfictions begonnen und nun ihr Zuhause im Verfassen von Romanen gefunden. Die Einundzwanzigjährige schreibt in den Genres Romance, New Adult, hat eine Vorliebe für Rockstars und einige Ideen für Jugendbücher. Mit ihrer »Verliebt in Clarcton«-Reihe startet sie ihren Weg in die Literaturwelt und erzielt mit 3500 Exemplaren (Stand 2/2022) einen großen Erfolg. Bereits erschienene Titel: • Clarctons Cakery - eine Nacht voller Zimtsterne I SBN: 978-3-96817-407 (Verlag: Digital Publishers) • Clarctons Petshop - auf vier Pfoten ins Glück ISBN: 978-3-96817-910-0 (Verlag: Digital Publishers) Es folgen 2022: • Verliebt in Clarcton Teil 3 (Verlag: Digital Publishers) • Projekt #KuNL (Verlag: Digital Publishers) Außerdem werden die ersten zwei Bände der »Verliebt in Clarcton«-Reihe als Hörbuch und Neuauflage veröffentlicht.

1 – Fressen oder gefressen werden


»Es war an einem Morgen, als ich beschloss, der Stimme in meinem Kopf einen Namen zu geben. Vielleicht würde es leichter werden, wenn ich die Depression von nun an Saskia rufen würde. So als wäre sie eine entfernte Freundin, die ab und an zu Besuch kommt und immer Chaos hinterlässt. Es war wieder eine dieser Nächte, in denen ich keine Sekunde die Augen geschlossen halten konnte. Die Zweifel, die dann einen Walzer tanzen, lassen meinen Kopf nicht zur Ruhe kommen. Die Träume, die manchmal für Stille sorgen, haben sich zurückgezogen und mich im Stich gelassen.
Demnach habe ich kaum geschlafen. Saskia lag auf mir drauf und hat versucht, mich so fest zu umarmen, dass es schmerzte. Es war so schlimm, dass ich mir schließlich einfach das Kissen gegen das Gesicht drückte und um mein Leben schrie. Meine Stimme brach irgendwann und ohne dass ich genug Zeit hatte, um all meine Sorgen aus mir herauszuschreien, wurde der Schrei immer leiser. Nach einiger Zeit wurde mein Atem regelmäßiger. Wisst ihr, wie erschöpft man in einer Phase ist, in der Saskia zu Besuch ist? Stellt euch einfach vor, eure nervigste Cousine ist bei euch zu Gast, und als wäre das nicht schlimm genug, reibt sie euch ihren Erfolg unter die Nase. Und das Ganze in tausendmal so schlimm.« 

ICH KLAPPE DAS NOTIZBUCH ZU, von dem ich hoffe, dass es niemals jemand lesen wird. Wenn das passieren würde, wäre ich sofort abgestempelt. In unserer heutigen Zeit einen solchen Stempel aufgedrückt zu bekommen, erinnert eher an ein Brandzeichen, das sich in deine Haut frisst und dortbleibt. Ich rücke meine Brille zurecht und sehe mich um. Es ist noch viel zu früh am Morgen, um mich schon auf mein Fahrrad zu setzen und in die Schule zu fahren. Heute ist der erste Tag nach den Sommerferien und das Abschlussjahr steht vor der Tür. Während es meinen Mitschülern, wie ich der Klassengruppe entnehmen konnte, nicht schnell genug damit gehen kann, die Schule zu beenden, fühle ich mich leer. Die Angst vor der Zukunft baut sich vor mir auf wie der böse Wolf vor Rotkäppchens Oma. Wie soll ich mit 15 Jahren wissen, wie mein weiteres Leben verlaufen soll? Wie kann es sein, dass jetzt schon so eine große Entscheidung von mir verlangt wird, ich allerdings noch nicht einmal das Recht habe, wählen zu gehen? Ich schüttele den Kopf. Die Gedanken müssen aufhören. Ich möchte einen guten Abschluss machen, damit mir alle Türen offenstehen. Meinen Eltern erzähle ich immer, dass ich genau weiß, was ich tun möchte. Doch in mir drin? Nichts als ein schwarzes Loch.

Keine Leidenschaft für irgendeinen Beruf, welcher der Norm entsprechen würde. Ich atme tief ein und fahre mit meinen Händen in meine rotblonden Wellen. Ich muss nachdenken, alle meine Gedanken zu einem Strang verweben und mich vollkommen auf die guten Noten konzentrieren. Alles im Leben dreht sich darum, immer in allem der Beste zu sein. Der beste Verkäufer, die beste Absolventin. Es gibt für alles einen Wettkampf. Mein Vater zum Beispiel erhält bei genügend Abschlüssen im Monat eine Sonderzahlung, auch das ist nichts anderes als die Belohnung für das Streben danach, der Allerbeste zu sein. Doch was ist, wenn es für mich okay ist, gut zu sein, aber nicht überragend? Was wäre, wenn ich zwar gute Noten haben möchte, aber nicht sehr gut sein muss, damit es mir gut geht? Es geht mir mit einer Eins auf dem Zeugnis nicht automatisch besser als mit einer Drei. Doch das wird gesellschaftlich nicht akzeptiert. Bei einem Notendurchschnitt von 1,7 bekommt man einen Preis, es wird im Abschlusszeugnis für immer einen Satz geben, der dich daran erinnert, dass du mit am besten warst. 

Ich bin müde vom ewigen Kämpfen, müde von den Machtspielen, von denen ich weiß, dass ich sie sowieso verlieren werde. Und dann ist da ja auch noch S