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In welchem die Frauen wie immer die Scherben aufsammeln
Chestnut Street Nr. 17, Philadelphia
Wohnsitz von Lord und Lady John Grey
William hatte das Haus wie ein Donnerschlag verlassen, und es sah so aus, als sei vorher der Blitz eingeschlagen. Ich fühlte mich jedenfalls tatsächlich so, als hätte ich ein furchtbares Gewitter überlebt; Haare und Nerven standen mir gleichermaßen zu Berge und bebten vor Aufregung.
Jenny Murray hatte das Haus gleich nach Williams Aufbruch betreten, und auch wenn ihr Anblick kein ganz so großer Schock war wie der Rest, so verschlug er mir doch die Sprache. Ich starrte meine ehemalige Schwägerin mit großen Augen an – wobei sie ja bei Licht betrachtet immer noch meine Schwägerin war, weil Jamie noch lebte.Er lebte.
Es war keine zehn Minuten her, dass er in meinen Armen gelegen hatte, und die Erinnerung an seine Berührung durchzuckte mich flackernd wie elektrische Funken in einer Leidener Flasche. Mir war dumpf bewusst, dass ich lächelte wie eine Idiotin, trotz der Zerstörungen, der erschütternden Szenen, trotz Williams verstörter Reaktion – wenn man eine solche Explosion denn als »Verstörung« bezeichnen konnte –, trotz der Gefahr, in der sich Jamie befand, und trotz der vagen Neugier, was Jenny oder aber auch Mrs Figg, Lord Johns Köchin und Haushälterin, wohl im nächsten Moment sagen würden.
Mrs Figg war glatt, rund und glänzend schwarz, und sie hatte die Angewohnheit, sich lautlos gleitend von hinten anzuschleichen wie eine Stahlkugel.
»Was ist dennhier los?«, knurrte sie, während sie plötzlich hinter Jenny auftauchte.
»Heilige Mutter Gottes!« Jenny wirbelte mit großen Augen herum und fuhr sich mit der Hand an die Brust. »Wer in Gottes Namen seid Ihr?«
»Das ist Mrs Figg«, sagte ich und verspürte ein surreales