Mutter werden
Mit der Geburt wird nicht nur ein Kind geboren, sondern auch eine Mutter – bedenkt man, wie viel sich für die Frau verändert, wenn sie ein Kind zur Welt gebracht hat. Zum einen ist sie körperlich noch geschwächt, zum anderen braucht die Seele Zeit, bis das Muttersein auch bei ihr angekommen ist. Ist es wirklich wahr, dass das eigene Kind aus Fleisch und Blut nun neben ihr im Bettchen liegt? Die Realität ist irgendwie noch nicht richtig greifbar, auch wenn sie das Kind berühren kann. Jede Veränderung braucht ihre Zeit. Und die Entwicklung von der Frau zur Mutter ist mit der Geburt des Kindes noch lange nicht abgeschlossen. Dennoch glauben viele Frauen, alle Erwartungen, die die Gesellschaft an eine Mutter stellt, von Anfang an erfüllen zu müssen. Doch das ist unmöglich – und auch nicht wünschenswert, denn viele Erwartungen sind überzogen oder passen nicht zum eigenen Lebensentwurf.
Auf wackligen Beinen
Die Unsicherheit der jungen Mutter ist groß, und sie wird noch durch die Sorge verstärkt, den neuen und alten Pflichten nicht gebührend nachkommen zu können. Das ist ganz normal, muss doch eine Frau ihren Weg zum Muttersein erst finden. Gehen Sie anfangs kleine Schritte, dann kommen Sie auch nicht so schnell ins Schleudern. Machen Sie nur so viel, wie Sie körperlich verkraften können und was sich mit der Pflege des Kindes vereinbaren lässt. Lassen Sie sich Zeit, Sie müssen nicht alles, was das Kind betrifft, von heute auf morgen perfekt im Griff haben und womöglich noch den Haushalt in bester Ordnung halten. Schließlich gibt es so viel Neues, was Sie erst nach und nach lernen: vom Stillen über das Wickeln bis hin zum Waschen, Anziehen, Tragen oder Schlafenlegen. Das alles muss sich erst einspielen, bevor mit der Zeit eine Routine einsetzt. Scheuen Sie sich nicht, Rat einzuholen und sich unterstützen zu lassen.
Der neue Blick
Nach der Geburt sieht eine Frau die Welt mit ganz anderen Augen. Selbst die vertraute Umgebung der eigenen vier Wände kann ihr fremd vorkommen. Und im altbekannten Supermarkt fühlt sie sich hilflos, obwohl noch alles am selben Platz steht wie zuvor. Woran liegt das? Es ist die Verwundbarkeit, die der Frau bewusst geworden ist und die sie so vorsichtig und wachsam sein lässt. Sie ist immer und überall auf der Hut, denn von nun an gilt es, ein Kind zu beschützen – und auch sich selbst, die Mutter, auf die das Kind angewiesen ist. Mit dieser neuen, großen Aufgabe hat sich die Frau erst einmal zurechtzufinden. Das verlangt viel Kraft, was den durch die Geburt ohnehin strapazierten Körper und das Gemüt zusätzlich schwächt. Machen Sie erst einmal kleine Schritte, wenn Sie mit Ihrem Baby in Ihr Leben zurückkehren und dieses neu entdecken.
Änderung im Lebenslauf
Von Kind an werden heute Männer und Frauen darauf vorbereitet, eines Tages unabhängig zu sein und ihr Geld selbst zu verdienen. Jeder kämpft im Berufsleben für sich alleine und schaut danach, was für ihn persönlich am besten ist. Einerseits sind damit große Freiheiten verbunden, andererseits passen eine Familie und die Verantwortung für einen Partner und Kinder nicht in dieses Bild. Da wundert es nicht, wenn Frauen Probleme damit haben, in ihre Mutterrolle hineinzufinden. Während sich bislang alles nur um sie selbst drehte, ist nun ein Mensch da, der die ungeteilte Aufmerksamkeit verlangt. Auch dem Mann geht es ähnlich, wenn er die Rolle des Familienvaters übernehmen und ausfüllen soll.
Zudem gibt es die typische Mutter- und Vaterrolle nicht mehr. Früher spielte der Mann in der Gesellschaft die Rolle des Versorgers, während die Frau Haushalt und Kinder übernahm. Jetzt können aufgrund