: Maren Vivien Haase
: Belladaire Academy of Athletes - Liars Roman - Die neue Reihe der SPIEGEL-Bestsellerautorin
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641302993
: Belladaire-Academy-Reihe
: 1
: CHF 8.90
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: German
: 480
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Nika& Ambrose: Was, wenn aus Lügen Gefühle werden?

Nika Blum kann es kaum glauben: Sie darf an der elitären Belladaire Academy in Monaco studieren! Hier kann sie ihrem Traum von einer Karriere als Profi-Fechterin einen Schritt näher kommen. Nika will dazugehören, koste es, was es wolle. Was sind da ein paar Flunkereien, um sich interessanter zu machen?
Schwimmer Ambrose Kennedy steht schon immer im Schatten seines Bruders Aaron. Als er Nikas Geheimnis entdeckt, schlägt er ihr deshalb einen Deal vor: Wenn Nika sich an Aaron heranmacht und so seine Leistung verschlechtert, hilft er ihr dabei, beliebter zu werden. Nika geht auf den Handel ein, muss sich aber bald fragen: Wie weit ist sie bereit, für eine Lüge zu gehen? Vor allem, wenn ihr Herz für jemand anderen schlägt …

Mit Playlist im Buch!

Die Belladaire-Academy-Reihe bei Blanvalet:
Band 1: Belladaire Academy of Athletes – Liars
Band 2: Belladaire Academy of Athletes – Rivals
Band 3: Belladaire Academy of Athletes – Misfits

Alle Bände können auch unabhängig voneinander gelesen werden.

Maren Vivien Haase wurde 1992 in Freiburg im Breisgau geboren und absolvierte dort ihr Germanistikstudium. Schon als Kind stand für sie fest, dass sie all die Geschichten zu Papier bringen muss, die ihr im Kopf herumspuken. Sport wie auch das Hip-Hop-Tanzen gehören genauso zu ihr wie stundenlange Serien- und Filme-Abende. Ihre New-Adult-Romane eroberten auf Anhieb die Spitzenplätze der SPIEGEL-Bestsellerliste – die »Belladaire Academy of Athletes«-Trilogie sogar Rang 1 – und begeisterten zahlreiche Leser*innen. Auf Instagram und TikTok nimmt die Autorin ihre Follower*innen täglich mit hinter die Kulissen ihres Schreiballtags.

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Nika


»Jackpot! Der Kerl mit der Rolex hat uns soeben ein Trinkgeld in Höhe einer Wochenmiete zugeschoben.« Mit einem zufriedenen Grinsen auf den Lippen zählte ich die Scheine in meiner Hand.

»Der mit der Rolex? Nett. Als ob nicht jeder dieser Bonzen hier eine trägt«, erwiderte mein Lieblingskollege Francois und zwinkerte mir zu. In den vergangenen acht Wochen war er mir mit seiner schamlosen Art ans Herz gewachsen. Er war etwas älter als ich, Mitte zwanzig, und arbeitete im Gegensatz zu mir nicht nur temporär im Jacques in Saint-Tropez, während er an seiner Karriere als Künstler tüftelte.

»Sorry, ich nehme das zurück«, schnaubte ich und verstaute das Geld in unserem Trinkgeld-Glas. Am Ende der Woche würden wir die gesamte Summe aufteilen. »Selbst nach zwei Monaten habe ich mich noch nicht daran gewöhnt, dass die hier die Scheine regnen lassen wie Taylor Swift ihre Nummer-1-Hits.«

»Glaub mir, Nika, sobald du wieder die Chance hast, hier einzuspringen … do it! Vor allem in der Hochsaison ist das der Garant für einen Geldspeicher wie Dagobert Duck, Girl.« Er verzog seine Lippen zu einem Schmollmund und schnipste mit den Fingern ein paarmal in die Luft.

Ich vermisste Francois jetzt schon. Es war bereits meine letzte Woche im Restaurant, bevor ich ab Montag in mein neues Leben starten würde.

Ein Neuanfang.

Alles, was ich mir je gewünscht hatte, in greifbarer Nähe. Wenn ich nur daran dachte, füllte sich meine Brust mit Wärme, und ich musste unweigerlich lächeln. Daher würde ich den Verlust meines Jobs wohl auch ganz gut verschmerzen.

Noch immer hatte ich nicht wirklich realisiert, dass die renommierte Belladaire Academy of Athletes in Monaco mich angenommen hatte und mir einen Studienplatz für die nächsten drei Jahre bot. Ich hatte es mir verdient. Nicht nur den Platz im Fecht-Team, sondern auch die Hoffnung darauf, dass nun alles besser werden würde. Endlich raus aus Frankfurt, weg von meiner alten Schule und auf dem schnellsten Weg in eine glanzvolle Zukunft inklusive etlicher Stunden schweißtreibenden Trainings, Theoriestunden, funkelnder Medaillen und Menschen, die mich zur Abwechslung nicht wie einen Haufen Dreck behandelten. Hoffentlich.

Rasch schüttelte ich den letzten Gedanken ab, der die nur allzu vertraute Übelkeit in mir aufsteigen ließ. Diesmalwürde alles besser werden. Esmusste einfach.

»Ist notiert.« Ich strich mir die schwarze Schürze glatt und lief zu einem der Tische auf der Terrasse, wo gerade zwei Männer Platz genommen hatten, die ungefähr in meinem Alter sein mussten.

Die edle Einrichtung im Innenbereich mit vorwiegend weißem Mobiliar und Statuen in jeder Ecke erstreckte sich bis nach draußen. Es war später Nachmittag, und alle Gäste auf der Terrasse hatten einen perfekten Blick aufs Meer und den Hafen von Saint-Tropez. Palmen wehten im Wind, vereinten sich mit Wellenrauschen und den Schreien der Möwen. Während Gläser gegeneinanderklirrten, Lachen und Gesprächsfetzen von allen Seiten herbeischwebten, steuerte ich den Tisch in der Mitte an, wo die beiden neuen Gäste in der Karte blätterten.

»Herzlich willkommen im Jacques. Darf ich Ihnen schon etwas zu trinken bringen?« Ich strich mir eine schwarze Strähne hinters Ohr, die sich aus meinem strengen Dutt gelöst hatte, und holte das Tablet aus der Tasche meiner Schürze, um die Bestellung aufzunehmen.

»Für mich erst mal ’ne Cola, danke«, sagte einer der beiden auf Englisch mit dem Hauch eines skandinavischen Akzents und legte die Karte beiseite. Er hatte hellblonde Haare, die leicht verwuschelt unter einer Beanie hervorblitzten, und strahlend blaue Augen.

»Alles klar«, entgegnete ich, vermerkte die Bestellung im System und sah den anderen jungen Mann an. Ein schiefes Gri