: Steve Berry
: Opus Thriller - Der neue große Verschwörungsthriller des New-York-Times-Bestsellerautors
: Blanvalet
: 9783641299354
: 1
: CHF 8.00
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 528
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ein verschwundenes Gemälde, ein religiöser Geheimbund und eine Jahrtausende alte Verschwörung!
Nicholas Lees Job ist so einzigartig wie die Artefakte, die er beschützt: Für die UNESCO bewahrt er das kulturelle Erbe der Welt vor Kriminellen. Doch als ein Teil des weltberühmten Genter Altarbilds zerstört wird, führt ihn die Spur ausgerechnet in ein Nonnenkloster. Noch ahnt Lee nicht, was auf ihn zukommt, aber die Verschwörung reicht bis in die höchsten Kreise des Vatikans. Wieso sollte das Kunstwerk zerstört werden? Enthält es wirklich verschlüsselte Hinweise auf ein Jahrtausende altes Geheimnis, das die katholische Kirche in ihren Grundfesten erschüttern könnte?

Lassen Sie sich auch die 'Cotton Malone'-Reihe von SPIEGEL-Bestsellerautor Steve Berry nicht entgehen, zum Beispiel 'Das Kanzler-Komplott', 'Die sieben Relikte' oder 'Die Vatikan-Intrige'!

Steve Berry war viele Jahre als erfolgreicher Anwalt tätig, bevor er seine Leidenschaft für das Schreiben entdeckte. Mit jedem seiner hoch spannenden Thriller stürmt er in den USA die Spitzenplätze der Bestsellerlisten und begeistert Leser weltweit. Steve Berry lebt mit seiner Frau in St. Augustine, Florida.

Prolog


Pyrenäen


Spätfrühling 1428 


Seine Verfolger holten auf, und Jan van Eyck trieb das Pferd mit einem Tritt in die Flanken an. Das Tier schien ihre Notlage zu spüren, beschleunigte deshalb sein Tempo und schnaubte heftig bei jedem Atemzug in der kühlen Bergluft.

Jan war allein und wurde durch unbekanntes und feindliches Terrain gejagt. Als er vormittags zum ersten Mal die Mauren sichtete, hatte er neun Reiter gezählt; weitere zwei hatten sich seither der Verfolgung angeschlossen. Sein Auftrag war für seinen Wohltäter lebenswichtig, er durfte nicht in Gefangenschaft geraten, also trieb er das Pferd mit einem Ruck an den Zügeln weiter.

Er kannte sein Pferd gut. Schon oft hatte er erfahren, wie nützlich ein gutes, schnelles und wendiges Pferd sein konnte. Wenn ein Pferd erkrankte, wurde es mit mehr Sachverstand gepflegt, als den meisten Christenmenschen vergönnt war. Pferde ließen Königreiche erblühen, und die Courser, die Palfreys und vor allem die Destrier erwiderten Zuneigung mit unvergleichlicher Treue. Er wusste von einem Ritter, der, aus dem Krieg heimgekehrt, von seiner Verlobten nicht erkannt, aber von seinem treuen Hengst sogleich freudig begrüßt wurde.

Nervös spähte er in die Landschaft.

Um ihn herum ragten schroffe, schneebedeckte Berge in den Himmel. Im Westen erhob sich wie eine Sphinx in der Wüste ein schmaler Gipfel, dessen obere Falten in silbriges Weiß gehüllt waren; ein weiterer Ausläufer der steil aufragenden Pyrenäen lag weit hinter ihm im Dunkel. Er brauchte nicht anzuhalten und zu lauschen, um zu wissen, dass hinter ihm Hufe über das Grasland schlugen. Sein Plan war gewesen, sich unbemerkt nach Norden durchzuschlagen. Es war nur ein zweitägiger Ritt von Tormé auf der spanischen Seite der Berge nach Las Illas auf der französischen Seite. Die alte Stadt war erst vor Kurzem in eine Festung verwandelt worden, und er wusste, dass sich die Mauren durch ihre Nähe provoziert fühlten.

Obwohl Navarra und Aragonien von den Christen kontrolliert wurden, streiften die Mauren noch immer ungehindert durch Nordspanien. Langsam trieb dieReconquista die Araber in den Süden; Jahr für Jahr wurden Burgen und Städte zurückerobert. Irgendwann würden die Mauren gezwungen sein, sich einzuschiffen und nach Afrika zurückzukehren, was ein Ende der sechshundertjährigen Herrschaft bedeuten mochte. Doch in der Zwischenzeit verwüsteten sie weiterhin Kirchen, plünderten Klöster und überfielen Reisende, insbesondere jene, die sich zu weit in den Süden wagten und die Pyrenäen überquerten.

Jan dachte an die Krieger hinter ihm.

Mohr bedeutete einfach nur »dunkel«, und das tiefe Oliv ihrer Haut bildete einen starken Kontrast zu den locker sitzenden weißen Tuniken, den farbenprächtigen Turbanen und den bunten Seidentüchern, die ihre Hälse umhüllten. Sie waren ein rücksichtsloser Haufen, zweifellos gefährlich, und er wollte sich weder ihren halbmondförmigen Krummsäbeln noch ihren berittenen Bogenschützen stellen. Er hatte mit einem Pfeilhagel gerechnet, aber die Verfolgung hatte bisher durch dichte Tannen- und Kiefernwälder geführt – das hieß also: kein freies Schussfeld. Er hasste Bogenschützen. Ein wahrer Krieger sollte nur mit einer Axt und einem Schwert in der Hand in die Schlacht ziehen. Wie hatte es ein Dichter ausgedrückt?

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