: Pauline Mai
: Ein Wunsch im Winter Roman
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641293826
: 1
: CHF 7.10
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: German
: 336
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
»Lieber Weihnachtsmann, …« Ein versehentlich verschickter Brief wird zum Beginn einer besonderen Liebesgeschichte!

Madita kann der vorweihnachtlichen Zeit mit Glühwein und Plätzchen nur wenig abgewinnen. Vor drei Jahren verstarb ihr Freund an einem Dezemberabend. Seitdem bricht für Madita im Advent die schwerste Zeit des Jahres an, wären da nicht ihre süße Nichte Ella und deren kleiner Bruder Janosch. Die Kinder überreden Madita, gemeinsam Briefe an den Weihnachtsmann zu schreiben und ihre Wünsche zu Papier zu bringen – nichts ahnend, dass ihr eigener Brief später nicht, wie geplant, im Müll landet, sondern bei der einen Person, die alles dafür tun würde, um Madita wieder lachen zu sehen …

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Pauline Mai, 1987 geboren, wuchs am Tegeler See in Berlin auf. Sie studierte Literaturwissenschaft und lernte auf Reisen durch Südfrankreich und Italien die herzliche Lebensart der Menschen, die malerischen Landschaften sowie das köstliche mediterrane Essen lieben. Heute lebt die Autorin zwar wieder in Berlin, das Fernweh ist ihr aber immer noch geblieben – wie auch der Wunsch, die besondere Atmosphäre dieser Sehnsuchtsorte mit ihren Lesern zu teilen.

Prolog


Schneeschwer hingen die Wolken über den Bergen. Es war schon später Abend, doch das helle Leuchten des Winterhimmels wich nicht. Es warf sein Licht über die Erhebungen unter sich, die Tannenbäume, deren glitzernde Spitzen sich dem Himmel entgegenreckten.

Dort, zwischen vier Berghöhen kaum sichtbar, lag ein kleines Dorf. Dicht an dicht standen die Häuser, als suchten sie nach wärmender Nähe in der kalten Winternacht. Weißer Rauch stieg aus ihren Schornsteinen in den Himmel empor. Winzige perlförmige Lichter strahlten in den Fenstern: Ketten, Bögen und Sterne verkündeten die Adventszeit. Die Häuser schienen allesamt in Richtung eines Platzes zu schauen, auf dem es wimmelte und wogte. In seiner Mitte ragte ein runder Pavillon auf, reichlich mit Lichterketten geschmückt, und drum herum standen hölzerne Buden. Weihnachtliche Melodien tönten über das Gewusel aus Stimmen hinweg. Eine ständige Bewegung herrschte unter den Menschen mit den bunten Wollmützen, Aufregung und Freude lagen in der Luft. Es war der Weihnachtsmarkt, der in dem kleinen Bergdorf alle aus ihren Häusern gelockt hatte.

»Komm schon. Nur noch einen kandierten Apfel. Der Zug fährt dir gewiss nicht weg.« Madita war stehen geblieben und sah mit sehnsüchtigem Blick zu dem bunt beleuchteten Süßigkeitenstand hinüber.

»Du hattest schon eine große Tüte gebrannte Mandeln und ein Lebkuchenherz. Du kannst nicht noch mehr Hunger haben!«, erwiderte Viktor mit ungläubiger Miene, ergriff Maditas behandschuhte Hand und versuchte, sie von der Bude fortzuziehen. Es war nur einer von zahlreichen Ständen, die sich auf dem Platz rund um den Pavillon reihten. Weiße Schneehauben schmückten ihre Dächer ebenso wie die Zweige der Nadelbäume, die von Lichterketten in allen Farben zum Glitzern gebracht wurden. Um Madita und Viktor herum tummelten sich die Dorfbewohner und die Besucher aus den umliegenden Orten. Der Weihnachtsmarkt war seit jeher der Jahreshöhepunkt im Dorf. Alle, sogar die Touristen, kamen an den Adventstagen hier zusammen, um sich von der besonderen Stimmung anstecken zu lassen, um gemeinsam zu naschen, Glühwein zu trinken und beim Dosenwerfen herauszufinden, ob der Arm übers Jahr wirklich schon wieder eingerostet war.

»Wer spricht denn von Hunger?«, rief Madita und strich die rotbraune Haarsträhne fort, die sie am Kinn kitzelte. »Es ist unser letzter gemeinsamer Abend auf dem Weihnachtsmarkt, bevor du zu deinen Eltern fährst. Bitte, nur noch einen Apfel! Oder magst du lieber eine Schokobanane?«

Mit der freien Hand strich Viktor sich das unter der Mütze hervorlugende blonde Haar zurecht. Allein der Anblick seiner ungeordneten Strähnen sorgte für ein Prickeln in Maditas Brust.

»Einen Apfel, aber nur einen kleinen«, willigte Viktor ein und löste in Madita ein glucksendes Lachen aus. Doch gerade als sie sich wieder dem Stand zuwenden wollte, wurde sie von Viktor an sich gezogen. Die dick gefütterten Jacken federten ihren Taumel weich ab. Schon hatte Viktor die Arme um sie gelegt und blickte sie mit seinen hellen Augen liebevoll an.

»Du wirst mir fehlen«, sagte er und stupste mit der Nase sanft gegen ihre. »Das erste Weihnachten ganz ohne dich.«

Madita lächelte traurig. Ihre Wangen waren von der Kälte leicht gerötet, und eine dünne Wolke aus weißem Dunst bildete sich vor ihrem Mund, als sie sprach.

»Musst du denn wirklich fahren? Du kö