: Claude Béata
: Das große Miez-Verständnis Das geheimnisvolle Wesen deiner Katze endlich richtig verstehen - Der Schlüssel zur Psyche unserer Katzen
: Heyne Verlag
: 9783641308780
: 1
: CHF 2.70
:
: Sonstiges
: German
: 352
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Das große Miez-Verständnis

Vom Mitbewohner zum Katzenversteher: So werden Mensch und Katze glücklich

Verschmust und sensibel, aber auch geheimnisvoll und unabhängig – so werden Katzen häufig beschrieben. Doch was für ein Tier ist eine Katze wirklich? Obwohl uns die Samtpfoten bereits seit Jahrtausenden begleiten, gibt es noch immer viele Missverständnisse zwischen ihnen und uns Menschen. Claude Béata, Tierarzt und Haustierpsychologe, klärt auf: Haben Katzen eine eigene Persönlichkeit? Warum führt jede Katze ein Doppelleben? Können Katzen tollpatschig sein? Und warum heißt »ich mag dich« nicht »du darfst mich streicheln«? Diese und viele weitere Fragen zu unserem beliebtesten Vierbeiner helfen uns, das Verhalten unserer Katzen endlich zu verstehen. So machen wir uns und unsere Katzen glücklich!

  • Psychologie statt Körpersprache als neue Perspektive auf das wahre Wesen der Katzen
  • Tierarzt und Tierpsychologe Claude Béata klärt auf, wie wir unsere Samtpfoten endlich richtig verstehen


Cl ude Béata ist ein renommierter französischer Veterinär und Psychologe. Seine Bücher sind in Frankreich Bestseller.

Vorwort

Claude Béata berichtet wunderbar unterhaltsam aus seiner Praxis als Tierarzt und Verhaltensforscher und greift dabei immer wieder philosophische Fragen auf.

Im Zusammenleben mit dem Menschen hat sich das Verhalten von Katzen über die Zeit hinweg verändert. Ihre Jagdlust, der Impuls, alles, was sich bewegt, zu belauern und erbeuten zu wollen, sind davon zwar nicht betroffen, sie bleiben schnelle, elegante Räuber auf leisen Pfoten, die mit ihren spitzen Zähnen und scharfen Krallen auch um ein Dreifaches größere Beutetiere erlegen können. Doch die Tatsache, dass sie in der menschlichen Welt heimisch geworden sind, eingebunden in die immer rasanteren technologischen Entwicklungen, die den Rhythmus von Jagd- und Ruhezeiten, den Wechsel zwischen Arbeit und Freizeit durchkreuzen, führt häufig zu biologischen und verhaltensbedingten Fehlentwicklungen, und das nicht nur beim Tier.

Die Lebenserwartung hängt eng mit zivilisatorischen Errungenschaften zusammen. Fernab menschlicher Lebensformen erreicht die Katze ein Alter von höchstens drei oder vier Jahren. In der durch technologischen Fortschritt geprägten Umgebung des Menschen kann sie mit denselben genetischen Voraussetzungen gut und gerne fünfzehn bis zwanzig Jahre alt werden. Herr und Frau Sapiens erreichten, so belegen Skelettfunde, vor der Blütezeit des Neolithikums kaum ihr dreißigstes Lebensjahr. Jedes zweite heute geborene Mädchen wird wohl hundert Jahre alt werden, Knaben im Schnitt gut neunzig.

Es sind also erstaunliche Parallelentwicklungen bei Mensch und Tier zu beobachten. Die vom Menschen geschaffene Welt hat einen enormen Einfluss auf die Genexpression der gesamten Arten. Ist die bis heute geltende Unterscheidung zwischen Mensch und Tier dann eher eine Glaubensfrage oder Wunschvorstellung, die empirisch klinische Beobachtungen und Befunde ignoriert?

Wir erfahren in diesem Buch, was der praktizierende Veterinär und klinische Forscher Claude Béata von den Katzen gelernt hat. Auch ein neugeborenes Kätzchen braucht Bindungsstrukturen und ein Bezugswesen, um zur Katze reifen zu können. Selbstwerdung ist ohne die oder den anderen nicht möglich. Fehlt diese Bindung völlig oder ist sie nur spärlich vorhanden, wird das Jungtier nur unter größten Schwierigkeiten erwachsen. Ein Mangel, aber auch ein Überfluss an stimulierenden Reizen in der Umgebung des Jungtiers in seinen ersten Wochen führt zu neuronalen und funktionalen Störungen im Gehirn mit schwerwiegenden Folgen für das spätere Verhalten des Tieres.

Im Idealfall lernen Kätzchen das Katzenhandwerk spielend, beim Balgen mit den Geschwistern oder dem neckischen Jagen von Mutters Schwanz. Die Rangeleien und das Angriffsverhalten sind weder feindselig noch aggressiv, doch je älter und kräftiger die Kleinen werden, desto spitzer werden auch die Zähne und umso schmerzhafter die Bisse. Dann beginnt die Katzenmutter, ihren Wurf zu erziehen und die Attacken zu bremsen, durch ein kurzes Fauchen, ein rasches Streifen durch die Barthaare der Racker, durch eine drohend erhobene Vorderpfote oder durch sanfte Klapse und kleine Nasenstüber. So lernen sie, sich aktiv zurückzunehmen, und entwickeln Selbsthemmungsmechanismen, was für die Interaktion mit anderen Lebewesen unabdingbar ist. Einem Findelkätzchen,