: Cathy Bramley
: Apfelherbst Roman
: Heyne Verlag
: 9783641284244
: 1
: CHF 10.80
:
: Erzählende Literatur
: German
: 496
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Es duftet nach Apfelkuchen, Zimt und Liebe

Gina arbeitet als Tagesmutter in einem urigen Cottage auf dem Gelände von Evergreen Manor, einem wunderschönen viktorianischen Anwesen, umringt von alten Apfelbäumen. Hier leben auch drei ältere Herrschaften, die den Trubel mit den Kindern genießen und für Gina zur Familie gehören. Als Gina auf der Straße mit dem attraktiven Amerikaner Dexter zusammenstößt, beginnt es sofort zu kribbeln. Doch dann erfährt sie, dass Dexter zu den Eigentümern von Evergreen Manor gehört, die das Anwesen verkaufen wollen. Sie setzt alles daran, dass sie und ihre Freunde hierbleiben dürfen. Während zwischen ihr und Dexter die Fetzen fliegen, muss Gina sich jedoch fragen: Kann sie ihr geliebtes Zuhause retten und ihr Herz noch dazu?

Cathy Bramley lebt mit ihrem Hund in einem kleinen Dorf in Mittelengland. Von ihrem Haus blickt sie über Felder, Streuobstwiesen und Pferdekoppeln. Geschichten und Bücher waren schon immer ihre große Leidenschaft, doch sie leitete erst viele Jahre lang eine Marketingagentur, bevor sie sich dazu entschloss, als Autorin noch einmal neu durchzustarten. Von ihrem Erfolg war sie dabei wohl als Einzige selbst überrascht.

Kapitel 1


Das dürfte eine der schlechtesten Ideen gewesen sein, die ich je gehabt hatte. Ich sage,eine der schlechtesten, denn als ich damals auf der Mädchentoilette versuchte, mir mit Rosie Featherstones Ohrring ein Loch ins Ohr zu stechen, war das nicht gut ausgegangen. Die Narbe sah man immer noch. Und ihre übrigens auch.

Doch mich darauf einzulassen, ausgerechnet heute und ausgerechnet mit Eric in einem hübschen Restaurant zu Mittag zu essen, konnte damit durchaus mithalten. Hätte ich gewusst, dass es so schick sein würde, hätte ich mir etwas anderes angezogen und wäre nicht in der abgerissenen Jeans und dem gestreiften T-Shirt erschienen. Oder hätte die Einladung besser gar nicht erst angenommen. Es war Mitte September, und ich hatte geplant, mein Beet im Garten hinter dem Welcome Cottage winterfest zu machen, solange das Wetter noch annehmbar war. Doch dann war Eric mit einem offiziell aussehenden Briefumschlag aufgetaucht und hatte auf einem Mittagessen in Vinos Weinbar, nahe unserer alten Wohnung, bestanden.

Angespannt ging ich in Deckung, während er sich an dem Korken einer Sektflasche zu schaffen machte. Er begann langsam zu schwitzen und hatte die Hilfe des Sommeliers, der jetzt in der Nähe herumlungerte und selbstgefällig zusah, bereits äußerst schroff abgelehnt, wie ich fand. Ich zuckte zusammen, als der Korken schließlich knallte. Schaum lief aus der Flasche, und Eric goss uns ein Glas ein, wobei er äußerst zufrieden mit sich aussah.

»Prost!«, strahlte er, als er mit mir anstieß.

»Ich bin mir wirklich nicht sicher, ob Sekt unter den gegebenen Umständen angemessen ist«, sagte ich und sah zu, wie er ein Drittel seines Glases in einem Zug leerte.

Er stieß mich in die Rippen. »Ach, komm schon, Gina, beenden wir es mit einem Paukenschlag.«

»Wo habe ich das nur schon einmal gehört?«, fragte ich und trank den ersten Schluck.

Er grinste. Er hatte es am Tag meines Auszugs gesagt. Damals hatte es keinen Paukenschlag gegeben, und das würde es auch jetzt nicht.

»Einen Versuch war es wert.«

Ich lachte über den resignierten Gesichtsausdruck, den er spaßeshalber aufsetzte. »Okay, Prost.«

Unterm Strich hatten wir eine gute Zeit gehabt. Es fiel mir nicht schwer, mich an die Gründe für unsere Trennung zu erinnern, aber es war nicht alles schlecht gewesen. Eric war in Ordnung, er war nur nicht der Richtige für mich. Ich war froh, dass wir noch zusammen lachen konnten.

»Danke, dass du gekommen bist«, sagte er, und seine Stimme war für einen Moment ernst. »Ich dachte, dass wir den Anlass begießen sollten. Du hast doch immer gesagt, dass jede Errungenschaft gefeiert werden muss, egal, ob groß oder klein.«

Da musste ich ihm zustimmen.

Besonders bei Kindern war das wichtig. Ein Schwimmabzeichen, eine gute Note in einem Rechtschreibtest, der Aufstieg in eine höhere Lesestufe, selbst ein erfolgreicher Töpfchengang bei den Jüngeren, jeder Erfolg war ein Grund zum Feiern. Meiner Meinung nac