Kapitel 1
Freitag, der Dreizehnte
Seit Freitag, dem Dreizehnten, ging alles schief. Jedenfalls war Mäuserich Picandou Camembert Saint Albray felsenfest davon überzeugt, dass es am Freitag, dem Dreizehnten, lag.
Dabei hatte der Abend in der Mäusehöhle unter der Treppe begonnen wie jeder andere auch. Die Freunde lagen gemütlich in ihren Betten, und wie so oft in letzter Zeit ging Bertram allen gehörig auf die Nerven.
»Diese Langeweile«, stöhnte der Hamster zum wiederholten Mal und betrachtete missmutig seinen Degen, der neben dem Schwammbett lag und bereits mit einer dünnen Staubschicht bedeckt war. »Diese schreckliche Langeweile! Keine Maus zu retten, keine Ratte in Not. Nicht mal eine Ameise, die Hilfe braucht!«
»Ameisen brauchen keine Hilfe, sie kommen ganz gut alleine zurecht«, brummelte Pomme de Terre im Hamburger Tonfall aus der anderen Sardinendose.
Aber Bertram hörte mit dem Gejammer nicht auf, bis es auch Picandou zu viel wurde. »Was ist eigentlich das Problem?«, rief er. »Wir essen gut, wir schlafen gut, bei mir kommt da beim besten Willen keine Langeweile auf. Keine Sekunde!«
»Das Leben besteht aus mehr als Essen und Schlafen!«, lispelte der Hamster düster. »Sind wir überhaupt noch echte Muskeltiere, wenn es nichts mehr gibt, wofür wir kämpfen? Wenn es niemanden gibt, der unsere Hilfe braucht? Die Wahrheit ist: Wir sind vollkommen überflüssig.« Er schüttelte den Kopf und hob ein drohendes Krällchen Richtung Höhlendecke. »Schrecklich, schrecklich, diese Schmach! Ich verdiene den Namen Backenbart nicht mehr. Nein, ich werde ihn abgeben müssen.«
»Nu mach mal halblang, Jongchen«, näselte Pomme de Terre.
»Halblang?! Du beliebst zu scherzen, mein Guter!« Der Hamster funkelte den braunen Mäuserich an und ließ sich mit einem empörten Seufzer aufs Schwammbett sinken.
Als er sich wieder gefasst hatte, murmelte er: »Du verkennst den Ernst der Lage. Aber deine gedankenlosen Worte seien dir verziehen, denn wüsst