: Karin König
: Love& Lebkuchen Roman – Ein Weihnachtsroman voller knisternder Romantik, Lebkuchenduft und leckerer Rezepte zum Nachbacken
: Heyne Verlag
: 9783641293512
: 1
: CHF 2.70
:
: Erzählende Literatur
: German
: 352
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Wenn Liebe nach Lebkuchen schmeckt

Konditorin Kathi und ihre Schwester wollen wie jedes Jahr auf dem Weihnachtsmarkt ihre traditionellen Lebkuchen verkaufen. Die Einnahmen benötigen sie dringend, denn ihre verstorbene Mutter hat ihnen neben ihrem Café auch einen Berg Schulden hinterlassen. Doch plötzlich taucht ein Konkurrent auf: Simon ist der Erbe einer Bäckereikette, der mit seinen kreativen Rezepten und veganen Lebkuchen schnell viele Fans findet. Und er ist ausgerechnet der gut aussehende Typ, der Kathi auf einer Party einfach sitzen gelassen hat. Beim großen Lebkuchenwettbewerb will sie ihn schlagen und mit dem Preisgeld ihr Café retten. Doch je näher das Finale rückt, desto besser lernt sie Simon kennen und spürt, dass er ihr ähnlicher ist, als sie dachte.

Karin König hat Journalistik studiert, für mehrere Lokalzeitungen geschrieben und ein Volontariat beim WDR absolviert. Aktuell arbeitet sie als Journalistin für den WDR. Wenn sie mal nicht hinter ihrem Laptop sitzt, hat sie meistens ein Buch vor der Nase. Außerdem engagiert sie sich ehrenamtlich als Rettungsschwimmerin. Den Sommer verbringt sie am liebsten an der Ostsee. Mehr über Karin König unter www.karin-koenig.com

Kapitel 1


Noch ein paar Zentimeter nach hinten. Da ist noch Platz.«

»Bist du dir ganz sicher?« Meine Schwester Theresa lehnt sich aus dem Fenster desVW-Polos, der vor dem riesigen hölzernen Anhänger wie ein Spielzeugauto wirkt. »Es sieht ziemlich knapp aus.«

Anstelle einer Antwort hebe ich die Augenbrauen und winke energisch.

»Na gut, auf deine Verantwortung.« Ihr Kopf verschwindet wieder im Inneren des Fahrzeugs. Wenige Sekunden später bewegt sich der Anhänger in Zeitlupe weiter auf mich zu.

»Noch ein Stückchen … und Stopp!« Der hintere Reifen kommt genau innerhalb des weißen Streifens zum Stehen, der die Grenze unseres Marktstands markiert.

Eine Autotür schlägt zu, und wenige Sekunden später steht Theresa neben mir, betrachtet ihr Werk mit gerunzelter Stirn. »Muss ich nicht noch ein Stück weiter nach vorne?«

»Du stehst super«, sage ich. »Das hätte ich nicht besser hingekriegt.«

Ihre Mundwinkel zucken. »Hast du nicht erst letzte Woche einen Strafzettel fürs Falschparken bekommen?«

»Möglich. Aber das ändert nichts an meiner Aussage.«

Theresa atmet hörbar aus. »Keine Ahnung, wie Mama das immer geschafft hat. Bei ihr sah es so einfach aus.«

»Stimmt.«

Wir schauen einen Moment schweigend auf unseren Verkaufswagen, der in seinem jetzigen Zustand aussieht wie ein großer Lastencontainer aus dunklem Holz.

»Also dann.« Theresa zieht den Reißverschluss ihres Daunenmantels zu. »Lass uns anfangen.«

Ich reiße meinen Blick los und folge ihr zum Kofferraum desVW-Polos. Um uns herum sind die Aufbauarbeiten schon in vollem Gange. Der Falkenhainer Weihnachtsmarkt ist schließlichdas Ereignis des Jahres für unser Dorf, das außer malerischer Wanderrouten in die Voralpen und postkartenkitschiger Straßenzüge nicht viel für Touristen zu bieten hat. Am Freitag vor der offiziellen Eröffnung steht die Zufahrtsstraße zum Marktplatz voller Autos, viele davon mit auswärtigen Kennzeichen. Mitarbeiter der Stadt schmücken die große Tanne in der Mitte des Platzes mit Strohsternen und roten Kugeln und befestigen die letzten Lichterketten an der Rathausfassade. Rechts neben uns bringen unsere Nachbarn gerade die ersten Angebotsschilder an ihren Verkaufsständen an.

Ein Anblick, der mir so vertraut ist wie der Geruch von Zimt und Vanillezucker in unserer Backstube. Alles geht seinen gewohnten Gang, so wie jedes Jahr. Als wäre überhaupt nichts passiert.

Wut steigt in mir hoch wie überkochende Milch.

»Was für ein Chaos«, murmele ich. »Bilde ich mir das ein, oder wird es jedes Jahr schlimmer?«

»Sieht für mich aus wie immer«, antwortet Theresa, während sie an der Anhängerkupplung zieht. Mein Blick schweift immer wieder über das geschäftige Treiben um uns herum. Trotz der Hektik wirken die Standbetreiber gelöst, voller Vorfreude auf die Weihnachtssaison. Die Bewohner der alten Fachwerkhäuser rund um den Marktplatz haben bereits Tannenzweige und Lichtersterne in die Fenster gehängt. Über den Dächern der Häuser erheben sich in der Ferne die mächtigen schneebedeckten Bergkuppen der Alpen. Es sieht so verdammt malerisch aus, dass es beinahe sc