: Diana Kessler
: Von Mund zu Gesund Wie ein gesunder Mund vor Krankheiten schützt
: Walter de Gruyter GmbH& Co.KG
: 9783111026824
: De Gruyter Populärwissenschaftliche ReiheISSN
: 1
: CHF 31.60
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: Zahnheilkunde
: German
: 126
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Gesund beginnt im Mund - eine bekannte Volksweisheit. Dieses spannende Buch nimmt Sie mit auf eine Reise durch die faszinierende Welt unserer Mundhöhle und führt Sie in weiter entfernte Regionen Ihres Körpers, die damit im Zusammenhang stehen. Durch das Wissen um die Strukturen und die Vorgänge in unserem Mund können wir nämlich nicht nur die Angst vor dem Zahnarzt oder der Zahnärztin besiegen, sondern auch unsere allgemeine Gesundheit verbessern.

'Die Auswirkungen der Mundgesundheit auf den Körper sind ein relativ neues Untersuchungsgebiet in der Medizin. Der Zusammenhang zwischen Zahnfleischentzündungen und Diabetes-Erkrankung ist der bislang deutlichste zwischen Mundhygiene und Allgemeingesundheit, denn Entzündungen, die im Mund beginnen, können den ganzen Körper betreffen. Das Gleiche gilt für Herzerkrankungen, Komplikationen in der Schwangerschaft, Demenz und viele andere Krankheiten. Frau Dr. Kessler ist es gelungen, die komplexen und durchaus schwer durchschaubaren wissenschaftlichen Erkenntnisse in leicht verständlicher, klar strukturierter und transparenter Form auf den Punkt zu bringen und überzeugend in verständlicher Art und Weise darzulegen... empfehle ich nicht nur zukünftigen Ärzten und Zahnärzten im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes in Bezug auf die Allgemeingesundheit, sondern auch als spannende Lektüre für den Schulunterricht.'

Prof. Dr. med. Erhard Siegel, Ärztlicher Direktor; Chefarzt Gastroenterologie, Diabetologie, Endokrinologie& Ernährungsmedizin, St. Josefskrankenhaus Heidelberg

'Dieses sehr gelungene Buch ist ohne Vorbehalte jedem zu empfehlen, der sich über medizinische Aspekte der Mundgesundheit informieren möchte! Auch angehenden Zahnmedizinstudenten lege ich die Lektüre dieses Buchen wärmstens ans Herz, denn es ist ein sehr guter Einstieg in die moderne ZahnMedizin.'

Univ. Prof. Dr.Dr. h.c. Georg Meyer, Greifswald, im Juli 2021



Dr. Diana Kessler hat in Heidelberg Zahnmedizin studiert und ist seit 1991 im Stadtteil Käfertal in Mannheim als Zahnärztin tätig. Mit dem Thema Mund- und Allgemeingesundheit beschäftigt sie sich seit 2001 in zahlreichen Vorträgen und einer Veröffentlichung in 'Diabetes aktuell' (Thieme-Verlag). Sie ist seit 2012 außerdem Teil des Teams der Diabetes-Tagesklinik des St. Josefskrankenhauses in Heidelberg. Die Autorin ist Mutter von zwei erwachsenen Kindern und lebt mit ihrem Mann in Heidelberg.

1 Entdeckungsreise durch unseren Mund


Wir alle gehören der Gruppe der Säugetiere an. Das bedeutet, dass sich am Anfang unseres Lebens alles um das Saugen dreht – das Saugen an der Brust unserer Mutter oder auch an der Flasche mit Muttermilchersatz. Wir beginnen bereits in der siebten Schwangerschaftswoche vom Fruchtwasser unserer Mutter zu kosten und ab der vierzehnten regelmäßig davon zu trinken. In dieser Zeit fangen wir auch schon an, an unserem Daumen zu saugen. Ich habe die Ultraschallbilder meiner beiden Kinder noch vor meinem inneren Auge – die Ausdrucke sind leider schon verblasst – auf denen sie beide an ihrem Daumen lutschen. Da üben wir schon das Saugen, um später ausreichend Kraft zu haben, um Milch zu trinken und groß und stark zu werden. Meine Tochter hat recht früh gesprochen – allerdings auch ziemlich lange an meiner Brust getrunken – und hat es so ausgedrückt: „Mama, Deine Brust ist mein Urlaub“.

Unser Mund wird aber auch später in unserem Leben eine zentrale Rolle einnehmen – wir brauchen ihn zum Essen, Trinken, Schmecken, Kauen und immer wieder zum Atmen, auch wenn es durch die Nase besser und auch gesünder ist. Wir brauchen ihn auch zum Sprechen, eine Fähigkeit, die allein uns Menschen eigen ist. Mit dem allerschönsten will ich enden: mit dem Küssen. So endeten früher auch die schönsten Liebesfilme.

Ich lade Sie, liebe Leser dieses Buches, jetzt ein, mit mir gemeinsam in die faszinierende Welt dieses Mundes einzutreten. Ich kann Ihnen versichern: es wird sehr spannend!

1.1 Unsere Zähne – Wunderwerke der Natur


Die Zähne sind allen Wirbeltieren gemeinsam. Wir benutzen sie – wie diese – zum Ergreifen und Zerkleinern von Nahrung, damit sie im weiteren Verlauf ihrer Reise durch unseren Körper in die wichtigen Bestandteile aufgespalten werden kann, die wir zum Leben brauchen. Wir Menschen verwenden die Zähne außerdem zur Lautbildung, also beim Sprechen.

Zähne galten schon immer als Wunderwerke der Natur. Sie werden oft auch als Schmuck oder als Reliquien verwendet. Für Buddhas linken Eckzahn wurde auf Sri Lanka sogar ein ganzer Tempel erbaut. Es gibt allerdings Zweifel daran, ob der Zahn auch wirklich von Buddha ist.

Der Zahn besteht aus Zahnschmelz (Adamantin oder Enamelum), Zahnbein (Dentin), Wurzelzement und der darin eingeschlossenen Pulpa (dem „Nerv“). Der Zahnschmelz ist die äußerste Hülle der Zahnkrone, jenem Anteil des Zahnes, der vor allem im jugendlichen Alter in die Mundhöhle ragt.

Es ist die härteste Substanz in unserem Körper, härter noch als Stahl. Er besteht zu 96 Prozent aus Hydroxylapatit, einem kristallinen Material, und ist ein wunderbarer Schutz für unsere wertvollen Zähne. Heute noch forschen Wissenschaftler und untersuchen das dichte Netz winziger Kristallfasern, die nur 50 Millionstel Millimeter dick sind. Durch eine beeindruckende Struktur, die hart und weich miteinander verbindet, ist der Zahnschmelz noch viel fehlertoleranter als alle künstlichen Werkstoffe, die es bisher gibt. Ich werde später noch darauf eingehen, aber unsere eigenen Zähne können durch kein bisher bekanntes Material gleichwertig ersetzt werden. Aber das erwartet man ja auch von keinem künstlichen Hüft- oder Kniegelenk.

Aufbau des Zahnes.

Das Dentin, das darunter liegt, ist deutlich sensibler. Es ist knochenähnlich und nur zu 70 Prozent mineralisch und zu 20 Prozent organisch, der Rest ist Wasser. Es ist sowohl Teil der Zahnkrone, als auch deren Wurzel. Im Gegensatz zum Zahnschmelz kann es durch seine Lebendigkeit, d